
Mitten in der spektakulären Wüstenlandschaft im Nordwesten von Saudi-Arabien setzt AlUla einen neuen Maßstab für Naturschutz und sanften Tourismus: Als erste Destination im Nahen Osten nutzt AlUla ab sofort die internationale Conservation-Plattform EarthRanger.
Die Platform ist eine globale Naturschutztechnologie, die Daten aus unterschiedlichsten Quellen in einer zentralen Echtzeit-Plattform zusammenführt und so Ranger und Naturschützer bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Ziel ist es, die außergewöhnliche Biodiversität der Region langfristig zu schützen – und gleichzeitig Naturerlebnisse für Reisende noch verantwortungsvoller zu gestalten.
Digitale Hilfe für fragile Ökosysteme
Mehr als die Hälfte von AlUlas Natur steht unter besonderem Schutz. In den weitläufigen Reservaten leben seltene Tierarten wie etwa der Nubische Steinbock, die Arabische Oryxantilope und Rothalsstrauße. Die neue digitale Plattform bündelt nun Echtzeitdaten aus Ranger-Patrouillen, Fahrzeugbewegungen, Umweltmessungen und Wildtier-Tracking. So entsteht ein präzises Lagebild, das schnellere Entscheidungen hinsichtlich des Tierschutzes sowie für ein behutsames Besuchermanagement ermöglicht.
Mehr Überblick über Tierbewegungen
Zum Einsatz kommt die Technologie unter anderem im Sharaan-Nationalpark, in Hegra und im Wadi Nakhlah – insgesamt über 12.000 Quadratkilometer innerhalb des Schutzgebiets von AlUla. Diese Regionen bilden das Herzstück ambitionierter Wiederansiedlungsprojekte, darunter auch die geplante Rückkehr des vom Aussterben bedrohten Arabischen Leoparden in seinen ursprünglichen Lebensraum. Für Ranger und Naturschützer bedeutet das System vor allem eines: mehr Überblick. Bewegungsmuster von Wildtieren lassen sich ebenso verfolgen wie sensible Zonen oder potenzielle Konfliktbereiche zwischen Mensch und Natur. Gleichzeitig helfen die gesammelten Daten dabei, neue Routen und Naturpfade zu entwickeln. Selbst Safarifahrzeuge werden künftig getrackt, um Geschwindigkeit und Aufenthaltsorte zu überwachen und Tiere nicht unnötig zu stören.
Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Die Initiative ist Teil einer umfassenden ökologischen Strategie, mit der AlUla seine Transformation zur Boutique-Heritage- und Eco-Tourism-Destination vorantreibt. Moderne Naturschutztechnologie soll dabei nicht nur Artenvielfalt sichern, sondern auch die Qualität der Naturerlebnisse erhöhen. Perspektivisch soll EarthRanger weitere Funktionen übernehmen, etwa die Kartierung von Mensch-Tier-Interaktionen, die Integration von Wildkameras sowie schnellere Reaktionsmöglichkeiten bei Zwischenfällen. Zudem schafft die Plattform eine einheitliche Datenbasis für Forschung und Zusammenarbeit innerhalb Saudi-Arabiens und darüber hinaus.
Globale Technologie, lokale Wirkung
Weltweit ist EarthRanger inzwischen in rund 90 Ländern im Einsatz, überwacht mehr als 14.000 Tiere in Echtzeit und unterstützt über 900 Schutzgebiete. Auch international hat die Technologie bereits zur Wiederansiedlung stark bedrohter Arten beigetragen, von Nashörnern in Mosambik bis zu Giraffen in Angola.
Fotos: Egal ob Arabische Gazelle (links) oder Arabischer Oryx (rechts, beide ©HWE James Whiteman), auf der neuen digitalen Plattform EarthRanger tragen die Ranger in AlUla (Mitte, ©Royal Commission for AlUla) nun sämtliche Tierbewegungen ein und können so besser für den Schutz der heimischen Fauna sorgen.
Hightech trifft Wildnis
Wie AlUla mit smarter Naturschutztechnologie neue Wege im nachhaltigen Tourismus geht
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