Ein Wochenende mit Halleluja-Effekt

Auf der Ostalb gibt es besondere kirchliche Kunst zu entdecken



(djd). Lust auf eine Reise durch die faszinierenden Epochen kirchlicher Baukunst? Dann ab nach Ellwangen! Die Stadt im Osten Baden-Württembergs beherbergt Kirchen und Kapellen verschiedenster Stilrichtungen sowie ein Schloss. Hinzu kommen einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Süddeutschlands und Kulturgüter wie ein Fayencealtar.

Dem Marienweg folgen


Wer in und um Ellwangen auf den Spuren kirchlicher Kultur wandeln möchte, kommt um den Marienweg nicht herum. Dieser etwa sechs Kilometer lange Rundweg führt direkt zu zwei bedeutenden Gebäuden: der Wallfahrtskirche Schönenberg und der Schlosskapelle St. Wendelin im Schloss ob Ellwangen, der Residenz der ehemaligen Fürstpröpste. Letztere ist ausschließlich im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Ihr heutiges Erscheinungsbild ist durch die barocke Umgestaltung der Jahre 1720 bis 1727 geprägt, in denen eine imposante Stuckdecke entstand. Der Schotterweg hinauf zum Schönenberg ist von kleinen Rosenkranzkapellen gesäumt. Die Wallfahrtskirche Schönenberg, einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Süddeutschlands, wurde 1682 gebaut und verdankt ihre überregionale Bedeutung der ersten Vollendung des „Vorarlberger Münsterschemas“, einer besonderen Bauform. Sehenswert sind vor allem die begehbaren Emporen, das Krippen-Diorama und der kleine Raum der Gnadenkapelle.

Rokoko und Blütenpracht

Zurück in der Stadt warten weitere Kirchen und Kulturgüter darauf, entdeckt zu werden. Neben dem Sieger-Köder-Museum und der spätromanischen Basilika St. Vitus, zu denen es Details unter www.ellwangen-tourismus.de gibt, ist die gotische Marienkirche aus dem Jahr 1427 zu erwähnen. 1612 wurde sie umgebaut und 1753 barockisiert, an Wänden und Decke sind Malereien im Stil des Rokoko. Ebenfalls im Rokoko gestaltet ist das Innere der St. Antonius-Kapelle. Die Deckenfresken der Kapelle zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Antonius von Padua, und auf dem linken Seitenaltar befindet sich ein einzigartiger Fayencealtar, hergestellt 1774 in der Schrezheimer Fayencemanufaktur. Den unter Kennern als „Kunstwerk von europäischem Rang“ bezeichneten Altar zieren unter anderem stehende und schwebende Putten, geflügelte Engelsköpfe, Voluten und Rocailles. Ein Besuch dieser kleinen Kapelle lohnt sich vor allem in diesem Jahr: Nur fünf Minuten entfernt liegt das Gelände der Landesgartenschau, die von Ende April bis Anfang Oktober Ellwangen, seinen historischen Stadtkern und die Kirchen in ein blühendes Paradies verwandelt.

Foto:
djd/Stadt Ellwangen

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