
(djd). Zurück zu den Wurzeln: Alte, fast vergessene Gemüsesorten erobern immer mehr Beete und Hochbeete in unseren Gärten. Denn zahlreiche Selbstversorger möchten weg von der Perfektion makelloser Supermarktware, hin zu Gewächsen, die Ecken, Kanten und vor allem eine Geschichte haben. In diesem Zuge liegen traditionelle Sorten im Trend.
Diese Klassiker bringen nicht nur Farbe zurück in den Garten, die Küche und auf den Teller, sondern stecken voller Aromen, die viele Menschen an den Gemüsegarten von Oma und Opa erinnern.
Gemüsegenuss wie bei Oma
Ein aktuelles Beispiel für diese Renaissance ist die Buschbohne Saxa. Früher war sie ein fester Bestandteil in fast jedem Nutzgarten, heute überzeugt sie wieder durch ihre unkomplizierte Art. Die fadenlosen grünen Hülsen sind bereits ab Juli erntereif und entfalten ihr volles Aroma, wenn sie ohne Umwege im Kochtopf landen. Doch Saxa ist nur eine Vertreterin des Trends. Unter dem Motto „Tradition trifft Geschmack“ hat der Saatgutspezialist Sperli insgesamt 44 authentische Gemüsesorten ausgewählt, die neu entdeckt werden wollen. Wer es farbenfroh mag, greift etwa zur Wachsbohne Beste von Allen. Ihre goldgelben Hülsen und die weißen Samen mit einer schwarzen Zeichnung sind ein optischer Gewinn für jedes Beet. Ein Tipp: Nach der Ernte, die von Juli bis Oktober erfolgt, die Wurzelreste zur Düngung im Boden belassen und einarbeiten. Salatfans können beispielsweise zur Kopfsalat-Sorte Mona greifen. Sie benötigt lediglich einen humosen Boden und einen sonnigen Standort, um vom Frühjahr bis zum Herbst für frisches Grün auf dem Tisch zu sorgen.
Kulturgüter mit echtem Geschmack
Auch bei den Wurzeln und Früchten zeigt sich der Wunsch nach Ursprünglichkeit. Die tiefviolette Möhre Purple Sun ist weit mehr als eine optische Spielerei. Sie erinnert an die Wildformen der Karotte und punktet mit einer Süße, die moderne Züchtungen mitunter vermissen lassen. Ihr hoher Anteil an bioaktiven Inhaltsstoffen macht sie zu einer wertvollen Zutat in der Küche. „Alte Sorten sind lebendige Kulturgüter, die uns zeigen, dass echter Geschmack oft jenseits der industriellen Norm liegt“, erklärt die Sperli-Saatgutexpertin Claudia Vogel die Begeisterung für das Traditionelle. Ebenfalls wiederentdeckt wird das Stielmus. Stielmus war früher ein klassisches Saison- und Bauerngartengemüse, das schon im zeitigen Frühjahr geerntet werden konnte und als Vitaminlieferant zur Verfügung stand. Auf diese sehr positiven Eigenschaften wird sich heute wieder mehr besonnen, und das pflegeleichte, schnell wachsende, würzig schmeckende Frühlingsgemüse wird wieder vermehrt in Rezeptvorschläge aufgenommen. Es kann roh, gekocht oder gegart verwendet werden.
Foto: djd/SPERLI