
(djd). Kein Grabstein, kein gepflegtes Beet, sondern ein Baum, der bleibt. Für viele Menschen ist die Waldbestattung die stimmigere Alternative: Die Asche von Verstorbenen ruht in biologisch abbaubaren Urnen unter einem Baum, der über Jahrzehnte hinweg als natürlicher Ort des Gedenkens bestehen bleibt – frei von starren Traditionen, mitten in der Natur.
Informationen beim Spaziergang
Wer über diese Form der Bestattung nachdenkt, kann sich bei geführten Waldrundgängen einen konkreten Eindruck verschaffen. Waldbetreuer begleiten Interessierte durch das Gelände und erläutern die verschiedenen Grabarten sowie organisatorische Abläufe. Dabei geht es etwa um Wahlmöglichkeiten beim Baum, Nutzungsrechte und die Gestaltung von Trauerfeiern.
Den eigenen Baum finden
Der Anbieter FriedWald etwa unterhält in Kooperation mit Kommunen, Kirchen und Forstverwaltungen rund 100 solcher Bestattungswälder in ganz Deutschland. Mehrmals im Monat führen Försterinnen und Förster interessierte Menschen durch ihr Revier. Und wer möchte, kann dabei auch seinen persönlichen Wunsch-Bestattungsbaum finden. „Manche Menschen haben bestimmte Vorstellungen von ihrem Grab im Wald. Die einen suchen einen jungen Baum, andere einen hochgewachsenen und wieder andere ein außergewöhnliches Exemplar“, berichtet Förster Yannick Scheer. Die meist einstündigen Waldführungen sind eine Mischung aus Waldspaziergang und Informationstour. Wer zunächst einmal erfahren möchte, was es mit einer Waldführung und -bestattung auf sich hat, kann sich zu Hause ganz in Ruhe ein Informationsvideo unter www.friedwald.de anschauen. Sollten sich hieraus Fragen ergeben, so können diese bei der Waldführung im Austausch mit der Försterin oder dem Förster geklärt werden.
Abschied und Wiederkehr
Beisetzungen im Wald erfolgen in ruhiger Umgebung und meist im kleinen Kreis – ohne Grabsteine, ohne aufwendige Bepflanzung, dafür mit allem, was der Wald mitbringt. Angehörige können die Zeremonie individuell gestalten, etwa mit Musik, Texten oder stillen Momenten im Wald. So entsteht eine persönliche Form des Abschieds, die sich von traditionellen Bestattungen unterscheidet. Die Grabstätte bleibt für Hinterbliebene gut auffindbar. Die Bäume sind registriert und gekennzeichnet, Lagepläne am Waldeingang helfen bei der Orientierung. Besuche sind jederzeit möglich, ohne Öffnungszeiten; Hunde dürfen an der Leine mitgenommen werden. Wer einmal durch einen Bestattungswald spaziert ist, schaut anders auf die Bäume. Und manchmal auch anders auf das eigene Leben.
Foto: djd/FriedWald
Ein Baum für immer
Waldführungen helfen bei der Wahl der letzten Ruhestätte
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