Ferienhaustrends an Nord- und Ostsee

Gäste buchen früh, Vermieter erwarten starke Saison



Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage rückt Deutschland als Reiseziel stärker in den Fokus: Laut Deutschem Tourismusverband wollen 41 % der Deutschen, die in den nächsten Monaten verreisen, ihren Urlaub im eigenen Land verbringen, 15 % planen sogar zwei bis drei Inlandsreisen. So zählen die ohnehin beliebten Küstenregionen zu den gefragtesten Regionen für einen Ferienhausurlaub in Deutschland. 

Das Ferienhaus-Portal Holidu hat Suchdaten und Buchungen ausgewertet sowie Gastgeber in den Küstenregionen befragt. Das Ergebnis: Viele Vermieter erwarten eine starke Saison – und die Preise bleiben überwiegend stabil. Besonders an der Nordsee planen Gäste ihren Urlaub früh.

Gastgeber rechnen mit guter Auslastung


Laut einer von Holidu durchgeführten Umfrage deuten die Erwartungen der Gastgeber an der Nord- und Ostsee auf ein starkes Reisejahr hin. 91 % rechnen 2026 mit einer stabilen oder steigenden Belegung. Als Gründe nennen die Vermieter eine höhere Nachfrage in der Region, gefolgt von besserer Online-Sichtbarkeit auf mehr Buchungsplattformen.

Für Urlauber bedeutet das: Das Angebot bleibt groß, aber die Nachfrage ebenfalls. Wer auf bestimmte Regionen oder Ferienzeiten angewiesen ist, sollte früh buchen.

Gäste an der Nordsee buchen besonders früh

Nordsee-Reisende planen ihren Urlaub deutlich langfristiger als Gäste vieler anderer Regionen. Der durchschnittliche Buchungsvorlauf beträgt 142 Tage – also fast fünf Monate. Mehr als 40 % der Suchanfragen erfolgen drei bis sechs Monate vor Reisebeginn. Weitere 28 % suchen sechs bis zwölf Monate im Voraus. An der Ostsee buchen Gäste im Schnitt 130 Tage im Voraus, das sind rund vier Monate. Zum Vergleich: Am Bodensee buchen Gäste im Schnitt erst 115 Tage vor Anreise.

Viele Gastgeber profitieren zudem von treuen Gästen: 68 % der befragten Gastgeber an Nord- und Ostsee berichten von Stammgästen, weitere 20 % erwarten auch in diesem Jahr wiederkehrende Urlauber.

Preise bleiben überwiegend stabil

Die meisten Ferienhausvermieter planen für 2026 keine oder nur geringe Preiserhöhungen. 63 % der Gastgeber wollen ihre Preise stabil halten, während 37 % eine Anpassung planen.

Wenn Preise steigen, fallen die Aufschläge meist moderat aus: Ein Drittel der Vermieter erhöht um bis zu 3 %, rund ein Viertel um 4 bis 5 %. Preissprünge von mehr als 10 % bleiben selten. Der wichtigste Grund für Anpassungen sind steigende Kosten für Energie, Reinigung und Instandhaltung. 81 % der Vermieter nennen diese Faktoren als Hauptursache.

Preisauswertung der fünf meistgesuchten Ziele an Nord- und Ostsee

Eine Ferienunterkunft an der Nordsee kostet im Durchschnitt 233 Euro pro Nacht, an der Ostsee 166 Euro pro Nacht. Je nach Region unterscheiden sich die Preise jedoch deutlich. An der Nordsee liegt Sylt mit durchschnittlich 349 Euro pro Nacht an der Spitze – sowohl beim Preis als auch bei der Beliebtheit. Auf Norderney zahlen Urlauber im Schnitt 185 Euro pro Nacht. Die günstigste Region unter den fünf meistgesuchten ist Ostfriesland mit durchschnittlich 131 Euro pro Nacht in der Hauptsaison.

An der Ostsee ist Usedom das meistgesuchte Ziel (170 Euro pro Nacht), gefolgt von Rügen (176 Euro). Ferienunterkünfte in Vorpommern kosten 167 Euro. Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zahlen Urlauber durchschnittlich 175 Euro pro Nacht und Unterkunft.

Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbands: „Die tatsächlichen Preise hängen stark von Lage, Größe und Ausstattung der Unterkunft ab. Auch auf Sylt gibt es günstigere Angebote, etwa abseits der direkten Strandlage. Durchschnittspreise dienen Urlaubern dennoch als wichtige Orientierungshilfe: Sie zeigen, auf welchem Niveau sich eine Region insgesamt bewegt, und helfen dabei, die besten Angebote herauszufiltern.“

Eine Woche Urlaub ist der Standard

Bei der Suche nach Ferienunterkünften an der Nord- und Ostsee zeigt sich ein klares Muster: Die meisten Suchanfragen entfallen auf Aufenthalte von sieben Nächten (32 %). Während der Sommerferien bleiben viele Familien länger: In der Hochsaison steigt die Aufenthaltsdauer häufig auf zwei Wochen. Viele Gäste suchen zudem nach kürzeren Aufenthalten von drei bis vier Tagen. Auch bei den Anreisetagen gibt es Unterschiede zwischen Suche und Buchung: Samstag ist der meistgesuchte Anreisetag, Freitag ist der häufigste tatsächliche Anreisetag. Die häufigste Buchungskombination lautet: Anreise Freitag, Abreise Sonntag.

Parkplatz, Balkon und WLAN an beiden Küsten sind besonders gefragt


Viele Gäste filtern ihre Suche gezielt nach Ausstattungsmerkmalen. Besonders häufig suchen Urlauber nach Parkplatz, Balkon oder Terrasse sowie WLAN. Auffällig: Sowohl „Haustiere erlaubt“ als auch „keine Haustiere“ gehören zu den meistgenutzten Filtern. Für Gastgeber lohnt es sich daher, diese Angaben eindeutig im Inserat anzugeben.

Foto: Pixabay

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