
Kleine Falten rund um die Augen, ein paar feine Linien um den Mund, leicht abgesunkene Wangen – oft sind es kleine Veränderungen, die den Blick in den Spiegel plötzlich anders wirken lassen. Bereits ab Mitte 20 beginnt die Haut an Elastizität zu verlieren: Kollagen wird langsamer aufgebaut, das Gewebe gibt allmählich nach. Statt zu warten, bis die Zeichen der Zeit deutlich sichtbar sind, entscheiden sich deshalb immer mehr Menschen schon früh für ästhetische Eingriffe.
Viele setzen auf gezielte Eingriffe zu einem Zeitpunkt, an dem die Veränderungen noch minimal sind. In jüngeren Jahren ist die Haut noch elastischer und regeneriert schneller. Eingriffe lassen sich so schonender und präziser durchführen, wodurch die Ergebnisse natürlicher wirken. „Insbesondere Facelifts werden zunehmend auch von jüngeren Patienten nachgefragt, da unterschiedliche Lifting-Techniken nachhaltigere Ergebnisse als beispielsweise Filler erzielen. Denn beim Facelift wird nicht nur punktuell behandelt: Anstelle eines rein auffüllenden Effekts durch Botox oder Hyaluron kann eine langfristige Verlagerung des Gewebes und der Muskulatur erreicht werden“, erläutert Prof. CH Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor der „Medical Inn“-Klinik in Düsseldorf.
Eingriffe in jüngeren Jahren: kontinuierlich jung aussehen
Facelifts galten lange als klassische Eingriffe für Menschen ab 50. Doch Patienten entscheiden sich zunehmend früher für diese Maßnahmen – oft bereits ab Mitte 30 oder 40. Während früher sichtbare Verjüngung im Fokus stand, geht es heute um etwas anderes: Kontinuität. Viele wollen immer gleich jung und frisch aussehen – statt plötzlich deutlich jünger. So entscheiden sich einige Patienten für ein Mini-Facelift, auch Softlift oder Weekend-Lift genannt. Der Eingriff dauert meist unter zwei Stunden, erfolgt mit kleineren Hautschnitten und hat eine relativ kurze Erholungsphase. „Allerdings wird bei Mini-Facelifts ausschließlich die obere Hautschicht leicht gestrafft. Die tiefen Gewebestrukturen, die für die tatsächliche Gesichtsform verantwortlich sind, werden jedoch nicht behandelt – sodass die Resultate meist nach wenigen Monaten wieder verschwinden. Moderne Facelift-Techniken wie das SMAS-Lifting zielen hingegen darauf ab, die tiefer liegende Struktur des Gesichts zu berücksichtigen“, berichtet der Schönheitschirurg.
SMAS-Lifting für Straffung tief liegender Gewebe und Muskeln
Hinter der Abkürzung SMAS steht das superfizielle muskuloaponeurotische System – eine feine Gewebeschicht unter der Haut, die Muskeln, Fett und Bindegewebe verbindet und dem Gesicht Struktur gibt. Genau diese Struktur verändert sich mit der Zeit. Bei einem SMAS-Lifting wird neben der oberen Hautschicht – wie bei herkömmlichen Liftings – auch die tiefer liegende Muskulatur sowie das Bindegewebe berücksichtigt. „Das SMAS-Lifting gilt heute als Standard moderner Facelift-Chirurgie. Es ermöglicht, Gesichtsstrukturen harmonisch und ohne jegliche Verfremdung oder Verzerrung der eigenen Konturen wiederherzustellen. Zudem steht die Haut unter weniger Spannung, weshalb Narben bei diesem Eingriff meist unauffälliger ausfallen als bei anderen Straffungen. Diese liegen in der Regel in natürlichen, unauffälligen Hautfalten und Konturen wie beispielsweise den Ohren“, sagt Dr. Atila.
Schonendere Eingriffe durch innovative Methoden
Der Trend zu früheren Facelifts ist eng mit den Fortschritten in der chirurgischen Technik verbunden. Präzisere Methoden, bessere Kenntnisse der Gesichtsanatomie und schonendere Verfahren ermöglichen es heute, Eingriffe individueller und weniger invasiv zu gestalten. „Wer frühzeitig moderate Veränderungen behandeln lässt, kann oft über Jahre hinweg ein gleichmäßiges, natürliches Erscheinungsbild bewahren. Trotz aller Entwicklungen handelt es sich beim Facelift – auch beim SMAS-Lifting – um einen operativen Eingriff. Eine sorgfältige Aufklärung und die Durchführung durch qualifizierte Fachärzte sind daher entscheidend“, betont Dr. Atila.
Foto: Pixabay
Zu jung für ein Facelift?
Warum immer mehr Menschen auf präventive Chirurgie statt auf spätere Korrekturen setzen
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