Was sich nicht verträgt

Eine Medikationsanalyse in der Apotheke hilft, Wechselwirkungen früh zu erkennen



(djd). Fünf Tabletten morgens, eine mittags, drei am Abend – und dazu noch ein pflanzliches Mittel „zwischendurch“: Gerade ältere und chronisch kranke Menschen, die regelmäßig mehrere Medikamente einnehmen, verlieren schnell den Überblick. Dabei ist vielen nicht bewusst, dass die Kombination auch Risiken bergen kann. 

Eine Medikationsanalyse in der Apotheke hilft dann, Ordnung ins System zu bringen und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Diese pharmazeutische Dienstleistung ist für viele Versicherte kostenfrei, wird aber noch wenig genutzt. Dabei kann sie die Therapie deutlich sicherer machen.

Wechselwirkungen vermeiden

„Der Mehrwert liegt darin, dass Wechselwirkungen möglichst vermieden werden und der Patient seine Medikation wirklich versteht“, erklärt Linda Apotheker Gerd Berlin aus Haßloch. Genau hier können Apotheken ihre fachliche Kompetenz gezielt einbringen und zugleich die Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden stärken. Für eine verlässliche Analyse sollten sämtliche eingenommenen Arzneimittel erfasst werden, also auch freiverkäufliche Präparate wie Paracetamol, pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Denn selbst Lebensmittel wie Grapefruit können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

KI trifft menschliche Kompetenz

In der Apotheke werden die Angaben systematisch geprüft. Dabei geht es vor allem um drei Punkte: die genannten Wechselwirkungen, Risiken für Organe wie Leber oder Niere sowie sogenannte Verordnungskaskaden. Hinter letzterem steckt folgendes Problem: Treten Nebenwirkungen eines Medikaments auf, werden diese nicht immer als solche erkannt, sondern mit einem weiteren Mittel behandelt. So entsteht eine Kette zusätzlicher Verordnungen, die sich oft vermeiden ließe. Die Auswertung der Medikation erfolgt mithilfe spezialisierter, KI-gestützter Datenbanken – die Bewertung und Einordnung übernimmt jedoch der Apotheker. „Unsere Aufgabe ist es, die Relevanz für den einzelnen Menschen einzuschätzen“, so Berlin.

Gut für die Therapietreue

Für Patienten bedeutet das vor allem mehr Sicherheit und Klarheit. Wer versteht, warum er welche Präparate nimmt, hält sich eher an die Therapie. Zudem können problematische Kombinationen erkannt und in Abstimmung mit der Arztpraxis angepasst werden. Wer unsicher ist, ob eine Apotheke die Leistung anbietet, kann gezielt suchen, etwa über die Apothekensuche auf www.linda.de. Für die Analyse sollten Interessierte vorab ein Termin vereinbaren: „Das Gespräch dauert im Schnitt eine Stunde, eingeschlossen zehn Minuten Vorbereitung.“ Hilfreich ist ein aktueller Medikationsplan, inklusive Selbstmedikation und Nahrungsergänzung.

Foto: djd/Linda/Getty Images/fotostorm

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