
(djd). Hohe Temperaturen im Sommer erhöhen nicht nur den Durst, sondern auch den Wasserverbrauch. Menschen trinken mehr, Gärten werden bewässert, Pools gefüllt oder Grünflächen gesprengt. Im Schnitt werden in Deutschland pro Kopf und Tag rund 120 Liter Trinkwasser verbraucht.
An heißen Sommertagen steigt der durchschnittliche Verbrauch in Haushalten um bis zu 60 Prozent. Fachleute empfehlen, an normalen Tagen eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit aufzunehmen. Bei extremer Hitze kann der Bedarf auf bis zu vier Liter steigen. Zugleich nehmen durch den Klimawandel längere Trockenperioden und regionale Wetterextreme zu. Viele Menschen fragen sich deshalb: Haben wir in Deutschland genug Trinkwasser?
Was jeder bei Hitze beachten sollte
Gerade im Sommer gilt: ausreichend und regelmäßig trinken, schon bevor man Durst bekommt, um Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme zu vermeiden. Besonders ältere Menschen und Kinder sollten darauf achten, da bei ihnen das Durstgefühl bei Hitze oft verzögert einsetzt. Leitungswasser ist dafür eine gute und sichere Wahl. Es gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland und ist nahezu jederzeit verfügbar. Gleichzeitig sollte man die Ressource bewusst verbrauchen, den Garten etwa nicht unnötig und nur in den frühen Morgen- und Abendstunden bewässern.
Ist ausreichend Trinkwasser vorhanden?
Die Antwort lautet grundsätzlich: ja. Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland gilt als stabil, die Wasserwerke sichern auch an heißen Tagen die Versorgung in hoher Qualität. „Deutschland verfügt grundsätzlich über ausreichende Wasserressourcen“, so Jana Arnold vom Forum Trinkwasser. „Damit jedoch überall zuverlässig Trinkwasser aus dem Hahn kommt, braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur und langfristige Investitionen in Leitungsnetze, Speicher, Aufbereitung und regionale Versorgungssysteme.“ Denn Trockenperioden kommen durch den Klimawandel immer häufiger vor und werden immer länger. Verbrauchsspitzen nehmen zu, in einzelnen Regionen kann es zeitweise zu Engpässen kommen.
Grundwasserspiegel sinkt
Das Trinkwasser in Deutschland stammt zu rund 70 Prozent aus Grundwasser, das von Wasserwerken sorgfältig aufbereitet wird. Es darf nur so viel entnommen werden, wie durch Niederschläge wieder neu gebildet wird. Aber vielerorts sinkt der Grundwasserspiegel, und Industrie, Landwirtschaft sowie private Haushalte konkurrieren zunehmend um die Ressource. „Wasserstress ist nicht nur eine Frage der Menge“, sagt Arnold. Entscheidend sei auch die Infrastruktur dahinter: „Durch langfristige Investitionen kann die Trinkwasserversorgung an die Folgen des Klimawandels angepasst werden.“
Foto: djd/Forum Trinkwasser/New Africa - stock.adobe.com
Viel trinken bei Hitze – aber haben wir genug Trinkwasser?
Für eine ausreichende Versorgung wird die Infrastruktur immer wichtiger
Veröffentlicht am {DATE:d.M.Y : DE} unter dieser Internetadresse: http://www.genussmaenner.de/index.php?aid=91060