Die Finanzen wieder ins Lot bringen

Was tun, damit aus einem finanziellen Engpass keine Überschuldung wird?



(djd). Wenn das Geld am Monatsende knapp wird, beginnt oft ein schleichender Prozess. Das Konto rutscht tiefer ins Minus, Rechnungen bleiben ungeöffnet liegen und der Dispokredit wird zum teuren Dauerbegleiter.

Wer hier nicht rechtzeitig gegensteuert, droht von einer gelegentlichen Verschuldung in die Überschuldung zu geraten. Davon ist die Rede, wenn laufende Einnahmen wie das Gehalt dauerhaft nicht ausreichen, um Grundlegendes wie die Miete oder die Stromrechnung zu bezahlen.

Rechtzeitiges Handeln gefragt

Zu den ersten Warnsignalen gehören ein dauerhaft überzogenes Girokonto oder Einschränkungen bei Bestell- und Zahlmöglichkeiten in Onlineshops. „Ganz sicher droht Gefahr, wenn Kredite notwendig sind, um Zins und Tilgung von anderen Krediten zu bedienen. Das führt unweigerlich in eine Schuldenspirale“, warnt Korina Dörr, Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt. Kritisch wird es zudem, wenn aus Überforderung eingehende Rechnungen oder gar Mahnungen ignoriert werden. Das treibt den Schuldenberg durch Mahngebühren und mögliche Gerichtskosten weiter in die Höhe. Um rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, ist als erstes ein ehrlicher, ungeschönter Kassensturz gefragt. Zudem empfiehlt es sich, möglichst frühzeitig und offen das Gespräch mit der eigenen Bank oder Sparkasse zu suchen. So lassen sich oft gemeinsam Lösungen finden, um die finanzielle Lage wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wege aus der Schuldenfalle

Falls die Lage sehr angespannt ist und beispielsweise bereits eine Pfändung auf dem Konto eingegangen ist, besteht die Möglichkeit, das Girokonto auf ein sogenanntes P-Konto mit geschütztem Grundfreibetrag umstellen zu lassen. Dadurch bleibt zumindest der Grundbedarf wie Miete, Strom und der Lebensmitteleinkauf gesichert. Banken schränken bei diesen Konten jedoch häufig Zusatzleistungen wie reguläre Kreditkarten ein, weshalb der Wechsel nur in tatsächlichen Notlagen ratsam ist. Zudem bietet es sich an, professionelle Hilfe durch eine Schuldnerberatung beispielsweise bei den Wohlfahrtsverbänden oder Kommunen zu suchen. Die Experten können Ratenpausen mit Gläubigern verhandeln und realistische Tilgungspläne aufstellen. Vorsicht ist hingegen bei kommerziellen Schuldenregulierern geboten. Detaillierte weitere Informationen bietet etwa der neue Ratgeber „Budget in Balance, Schulden vermeiden“, der kostenfrei unter der Telefonnummer 030-20455818 oder unter www.geld-und-haushalt.de erhältlich ist. Er behandelt unter anderem Grundlagen der Budgetplanung, Empfehlungen für eine achtsame Kreditnutzung und wichtige Informationen zum Thema Überschuldung.

Foto: djd/Geld und Haushalt/S-Com

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