
Ob es schon mal ein Arzt wagte, als Todesursache auf dem Formular „Einsamkeit“ einzutragen? Ich bin mir sicher, dass Einsamkeit tötet. Wenn nicht gleich, so doch schleichend.
Wenn ich mich mal wichtig nehme, so möchte ich mir nicht vorstellen, wie es für mich gerade wäre, gäbe es da nicht die Beste Frau der Welt. Wäre ich überhaupt ins Krankenhaus gegangen, wäre die Angst davor, was danach passiert zu groß gewesen? Und danach, nach 16 Tagen, angesichts eines leeren Kühlschrankes, nicht allein möglicher Pflasterwechsel, eines nicht möglichen Besuchs beim Hausarzt? Da bliebe wohl nur Angst, die noch kränker macht oder ein Heimaufenthalt. Wie sollte der am Freitagmittag organisiert werden?
Ja, ich habe Familie, aber die lebt ökologisch korrekt autolos 150 Kilometer entfernt in der Großstadt. Mit dem ÖPNV dauert die Reise zu mir 5 Stunden. Ja, ich habe viele soziale Kontakte – im Golfclub und anderen Vereinen, doch da gibt es keinen so nahen Kontakt, dass ich schon sehr verzweifelt sein muss, um wen auch immer um Hilfe zu bitten. Und im Haus, die Nachbarn? Die brauchen selber Hilfe, sind allein, werden vom Pflegedienst betreut.
Ja, da ist guter Rat wirklich verdammt teuer. Eigentlich hilft nur vorzubeugen, sich hilfreicher Hände zu sichern. Das ist aber gar nicht so einfach – zumindest wenn man nicht im Geld schwimmt.
Wie gut bin ich dran, dass ich an meiner Seite die Beste Frau der Welt habe, mit der ich jetzt mein Frühstück genieße.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben:
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Todesursache allein sein
… es kann wirklich grausam sein
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