
Zuletzt zeigte sich wieder einmal, dass mit Beginn der Sommerferien nicht nur das Verkehrsaufkommen auf Deutschlands Straßen steigt, sondern auch das Unfallrisiko. Aktuelle Auswertungen des Automobilclub von Deutschland (AvD) zeigen, dass es während der Hauptreisezeit zu über 20 Prozent mehr Verkehrsunfällen kommt als im Durchschnitt des übrigen Jahres.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Millionen Menschen starten gleichzeitig in den Urlaub, Autobahnen und Fernstraßen sind deutlich stärker belastet und lange Fahrzeiten führen bei vielen Autofahrern zu nachlassender Konzentration. Gerade Erschöpfung, Zeitdruck und kurze Unaufmerksamkeiten können auf stark befahrenen Strecken schwerwiegende Folgen haben.
In der Ferienzeit sind immerhin 3 Prozent der beim AvD gemeldeten Pannen Unfälle (2,45 Prozent im übrigen Jahresmittel). Eine sichere Fahrweise bleibt daher von höchster Bedeutung, wie auch die allgemeine Unfallstatistik deutlich macht. Gemäß Statistischem Bundesamt registrierte die Polizei im Jahr 2025 deutschlandweit rund 2,52 Millionen Verkehrsunfälle. Dabei wurden fast 371.000 Menschen verletzt und 2.832 Menschen kamen ums Leben. Durchschnittlich verlieren damit täglich acht Menschen ihr Leben im Straßenverkehr, mehr als 1.000 weitere werden verletzt. Mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen in der Reisezeit kommt es also auf ein entsprechend rücksichtsvolles und defensives Fahrverhalten an.
Ausgiebiger Fahrzeugcheck
Daneben spielt auch der technische Zustand des Fahrzeugs eine größere Rolle als im Alltag. Voll beladene Pkw, hohe Außentemperaturen und stundenlange Autobahnfahrten belasten Reifen, Bremsen, Kühlung und Motor erheblich stärker. Deshalb empfiehlt der AvD, das Fahrzeug bereits einige Tage vor Reisebeginn gründlich zu überprüfen oder warten zu lassen. Dazu gehört insbesondere die Kontrolle aller Betriebsflüssigkeiten wie Motoröl, Kühlmittel und Scheibenwaschanlage.
Ebenso wichtig ist ein Blick auf die Reifen, da sie als einzige Verbindung zur Straße maximal sicherheitsrelevant sind. Für eine sichere Fahrt, nicht nur auf nasser Fahrbahn, sollte das Profil mindestens vier Millimeter betragen. Eine einfache Orientierung bietet die Zwei-Euro-Münze. Verschwindet der silberne Rand vollständig in der Reifenrille, ist noch ausreichend Profiltiefe vorhanden. Zusätzlich sollte der Luftdruck an die Beladung angepasst werden. Die entsprechenden Angaben finden sich in der Betriebsanleitung oder an der Innenseite der Tankklappe beziehungsweise der Fahrertür des Pkw.
Ausgeruht am Steuer
Die eigene Fitness während der Fahrt darf nicht überschätzt werden. Wer mehrere Stunden unterwegs ist, sollte regelmäßige Trink- und Esspausen sowie ausreichend Bewegung einplanen. Der AvD empfiehlt, alle zwei Stunden eine Pause einzulegen. Auf langen Strecken sorgt außerdem ein Fahrerwechsel für zusätzliche Sicherheit und hilft, Konzentrationsschwächen vorzubeugen. Wer bereits mit Müdigkeit oder Erschöpfung startet, sollte die Abfahrt verschieben. Kein Urlaubsziel ist es wert, unnötige Risiken auf der Straße einzugehen.
Eine gute Reise beginnt deshalb nicht erst auf der Autobahn, sondern bereits mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Wer Fahrzeug und Fahrer gleichermaßen fit für die Fahrt macht, senkt das Pannen- und Unfallrisiko deutlich und sorgt dafür, dass die Urlaubsreise sicher beginnt und entspannt endet. Wer dennoch einmal eine Panne hat, dem hilft der AvD – bequem per Online-Meldung oder telefonisch unter 0800 – 990 99 09. Mit der Mitgliedschaft AvD HELP PLUS gilt dies auch weltweit.
AvD: Über 20 Prozent mehr Unfälle im Ferienverkehr
Fahrzeugcheck und Pausen senken Unfallrisiko
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