
(djd). Wohnungskatzen bewegen sich naturgemäß weniger als Freigänger und können aufgrund fehlender äußerer Reize schnell gelangweilt sein. Dies gilt umso mehr, wenn sie einzeln gehalten werden. Eine Expertin erklärt die Hintergründe und hat Tipps für die artgerechte Beschäftigung.
Wieso Langeweile krank machen kann
Die Instinkte der heutigen Hauskatze sind nahezu identisch mit denen der Wildkatze – und sie sind auch ähnlich stark ausgeprägt. Unsere Samtpfoten müssen diese Instinkte ausleben können, sonst stellt sich schnell Langeweile ein. Wenn diese Unterforderung gelegentlich auftritt, ist das meist nicht schlimm, aber auf Dauer kann sie krank machen. „Miaut eine Katze übermäßig viel, putzt sich häufiger als sonst oder gar nicht, kratzt an Möbeln oder Tapeten oder schläft mehr, als sie sollte, kann das auf Langeweile hindeuten“, erklärt Franziska Obert von der Agila Haustierversicherung. Auch vermehrte Ängstlichkeit oder Aggressivität können Anzeichen für eine Unterforderung sein.
Die Mischung macht’s
Das optimale Beschäftigungsprogramm für Wohnungskatzen ist laut Obert eine Kombination aus selbstständigem und gemeinsamem Spiel. Für die eigenständige Beschäftigung eignen sich etwa Futterspiele, bei denen sich das Tier Leckerlis über einen Futterball oder ein Fummelbrett selbst erarbeitet. Gemeinsame Zeit kann das Katze-Mensch-Team unter anderem mit jagdähnlichen Spielen verbringen. Dabei sollte auch das Lauern bewusst gefördert werden, denn es ist ein wichtiger Bestandteil des Jagens. Die Agila Expertin rät, lieber mehrere kurze Einheiten über den Tag verteilt einzubauen als eine längere Spielstunde, um Überforderung zu vermeiden.
Die Bedürfnisse der Katze erkennen
Wie viel Auslastung eine Katze braucht, ist von Rasse, Wesen, Alter und Gesundheitszustand abhängig. Hier helfen am besten Ausprobieren und Beobachten. Manche Katzen lernen sehr schnell und sind von Anfang an motiviert, bei anderen dagegen braucht es Geduld. „Bei Katzen ist der Wille, dem Menschen zu gefallen, meist weniger stark ausgeprägt als bei Hunden“, weiß Obert. „Deshalb spielen sie anders: Nicht jede Samtpfote wird sofort alles mitmachen.“ Hat eine Katze länger keine Beschäftigungsangebote erhalten, kann es eine Weile dauern, bis sie sich darauf einlässt. Wichtig sei außerdem, herauszufinden, was das eigene Tier zum Mitmachen motiviert. Neben Futter könne das auch eine hohe, lobende oder schmeichelnde Stimme sein. Wer das richtige Maß an Auslastung und geeignete Anreize findet, beugt der Langeweile vor und stärkt langfristig die Bindung zur eigenen Katze.
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