
(von J. Scheppach & I. Holzinger) Das Internationale Fünf Seen Filmfestival, kurz FSFF, feiert 2026 sein 20. Jubiläum und bleibt eines der wichtigsten Arthouse-Festivals in Süddeutschland. Vom 3. bis 13. September werden in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling mehr als 100 Filme in elf Tagen gezeigt, dazu kommt das Open-Air-Kino bis 20. August im Seebad Starnberg. Einen weiteren Höhepunkt bildet die legendäre FSFF-Film-Dampferfahrt auf dem Starnberger See am 7. September auf der MS Starnberg.
Ehrengast, Sektempfang und Fingerfood
Eröffnet wird das Festival am 3. September mit der feierlichen Gala in der Starnberger Schlossberghalle und dem Eröffnungsfilm „Lieblingsmenschen“: er erzählt von einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen dem 31-jährigen Amir, der aus dem Iran geflüchtet ist, und der 101-jährigen Agnes, einem Berliner Original. Bei der Vorführung sind die Darstellerin Ulrike Kriener, Produzent Fabian Halbig sowie der diesjährige Ehrengast Christian Petzold anwesend. Für den Auftakt sind außerdem Sektempfang und Fingerfood angekündigt.
Open Air am See
Das Open-Air-Kino im Seebad Starnberg bietet ein Spektrum aus aktuellen Kinofilmen und Arthouse-Titeln und zieht sich bis zum 20. August durch den Festivalsommer. Gezeigt wird u.a. „Der Teufel trägt Prada 2“, „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, "Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang", "Der Astronaut- Project Hail Mary", "Alpen Film Festival 2026 - Hingabe", "Sentimentalwert" sowie "Das Flüstern der Wälder". Gerade die Lage am See gehört seit Jahren zu den markantesten Merkmalen des FSFF mit seinen Abendvorstellungen unter freiem Himmel.
Hauptprogramm mit Premieren, Previews und Sondervorführungen
Im Hauptprogramm verbindet das FSFF 2026 Premieren, Wettbewerbsfilme, Previews und Sondervorführungen und überrascht damit erneut mit einer Mischung aus Eröffnungsfilm, regulären Vorstellungen und thematischen Schwerpunkten an mehreren Spielstätten. Zum Programm gehören die klassischen FSFF-Sektionen für Spielfilm, Dokumentarfilm und Kurzfilm, ergänzt um Reihen wie „Perspektive junges Kino“, „Horizonte“ und eine Retrospektive.
Gastland Japan
Als Gastland ist Japan mit diversen Filmen vertreten. Das Land im fernen Osten wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem beliebten Besuchsort – vermutlich auf der Suche nach einer anderen Kultur, nach der Rätselhaftigkeit derselben und nach einer Auflösung der vielen Fragen, die sich daraus ergeben. Deutsche RegisseurInnen wie Doris Dörrie und Wim Wenders haben Filme aus und über diesen Inselstaat gedreht, über seine Fremdartigkeit, aber auch seine Wärme, Stille und Zurückhaltung.
Das Filmfest zeigt einen kleinen Ausschnitt des japanischen Films, von den Klassikern bis hin zu den neuen Produktionen wie der in Cannes ausgezeichnete „Plötzlich“ von Ryûsuke Hamaguchi. Außerdem werden u.a. „Anymart“, „Die Reise nach Tokyo“, „Im Reich der Sinne“ sowie „Kirschblüten und rote Bohnen“ gezeigt.
Film-Dampferfahrt als Höhepunkt
Ein besonderer Höhepunkt bleibt die FSFF-Film-Dampferfahrt am 7. September mit der MS Starnberg. Die dreistündige Abendfahrt bietet einen Filmquiz, den Gewinnerfilm des Kurzfilm-Wettbewerbs sowie als Höhepunkt die 100 Jahre alte Stummfilmkomödie Der General (1926) von Buster Keaton. Die nächtliche Fahrt mit Publikum, Filmschaffenden und Gästen gilt seit Jahren als eines der markantesten Erlebnisse des Festivals.
Geschichte und Entwicklung
Gegründet wurde das FSFF 2007 von Matthias Helwig, der es bis heute prägt, und ist im Lauf der Jahre eine feste Größe der süddeutschen Filmwelt geworden, mit mehreren Spielorten und einem klaren Fokus auf Arthouse-Kino, deutschsprachige Produktionen und Mitteleuropa. Seit 2015 ist der Hauptwettbewerb international geöffnet, wodurch das Festival sein Profil weiter geschärft hat. Charakteristisch ist die enge Verbindung mit der Region. Spielstätten in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling, das Open Air Kino am See und die Dampferfahrt auf dem Starnberger See machen das FSFF zu einem Event, das nicht nur Filme zeigt, sondern einen ganzen Raum in Szene setzt, zwischen See, Sommer und Kino. Genau diese Mischung hat das FSFF zu einem festen Termin im bayerischen Festivalkalender gemacht.
Foto: © fsff
Starnberger Filmfest 2026: Jubiläum zwischen See, Kino und Begegnung
Eines der wichtigsten Arthouse-Festivals in Süddeutschland rollt den blauen Teppich aus
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