
Die in anderthalb Jahren gemeinsamer Entwicklungsarbeit entstandene Ausstellung zeigt neue Werkserien von 25 Mitgliedern des renommierten Fotograf*innen-Kollektivs OSTKREUZ in Kombination mit ausgewählten historischen Arbeiten, die unmittelbar vor und nach der Wende entstanden sind.
Welche Verantwortung tragen Fotograf*innen heute, mit welchen Bildern können radikale gesellschaftliche Transformationen, (geo)politische Machtverschiebungen und fortschreitende ökologische Veränderungen sichtbar gemacht werden?
Die aktuellen Fotografien wie auch für den Ort entwickelten Installationen und Videoprojektionen stellen Fragen nach der Rolle zeitgenössischer Fotografie in unserer Gesellschaft in Zeiten, in denen sich Produktionsbedingungen unaufhaltbar verändern und an den Fundamenten jener Fotografie rütteln, die OSTKREUZ nach dem Fall der Mauer bekannt gemacht haben: Teilnehmende Beobachtungen des Zeitgeschehens, die eine Brücke zwischen dokumentarischer Verpflichtung und künstlerischem Ausdruck schlagen, und ein distanzierter Blick auf die Macht. Und doch waren es gerade diese Werkserien, die inmitten der radikalen historischen Umbrüche der 1990er Jahre Empathie und Einsichten in Entwicklungsprozesse und Lebenswelten ermöglichten.
In Zeiten zerfallender Gewissheiten zeigt die Ausstellung WAS TUN WIR in der historischen Dresdner robotron-Kantine – noch vor der anstehenden Sanierung des Gebäudes – Erfahrungshorizonte und Bilder von Ende und Neuanfang, Krieg, aber auch von Solidarität und Zusammenhalt, wie auch von grundlegenden Umbrüchen von Lebensbedingungen und den unglaublichen Kraftanstrengungen sowie der wiederholten Suche nach Heimat und Identifikation, die es benötigt, um eine positive Entwicklung zu bewirken, die manchmal im Nichts anfängt.
Eine Ausstellung zur Rolle zeitgenössischer Fotografie in Zusammenarbeit mit den Fotograf*innen der Agentur OSTKREUZ vom 29. August bis 8. November 2026 in der robotron-Kantine Dresden.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, European Cultural Foundation und das Stadtbezirksamt Altstadt. Mit weiterem Dank für Unterstützung an Hahnemühle und die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.
Mit Arbeiten von Sibylle Bergemann, Jörg Brüggemann, Emile Ducke, Tamara Eckhardt, Espen Eichhöfer, Sibylle Fendt, Johanna Maria Fritz, Lea Greub, Annette Hauschild, Harald Hauswald, Heinrich Holtgreve, Elliott Kreyenberg, Tobias Kruse, Ute Mahler, Werner Mahler, Dawin Meckel, Thomas Meyer, Jordis Antonia Schlösser, Ina Schoenenburg, Anne Schönharting / Linn Schröder, Stephanie Steinkopf, Heinrich Völkel, Maurice Weiss, Sebastian Wells & Ludwig Schirmer, Paula Winkler
Kunsthaus Dresden / robotron-Kantine
Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Lingnerallee 3
Postfach 80, 01069 Dresden.
www.kunsthausdresden.de
Bild: Ludwig Schirmer, aus der Serie „Ein Dorf“, Kirmes-Tanz Mitte der 1950er Jahre in Berka an der Wipper
© Nachlass Ludwig Schirmer
WAS TUN WIR. BILDER IN ZEITEN ZERFALLENDER GEWISSHEITEN
... fragt man sich im Kunsthaus Dresden
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