
Die Computerarbeit ist Segen und Fluch zugleich. Einen Radiobeitrag wie diesen haben wir vor der Computerzeit auf Tonbänder gesprochen, Versprecher wurden mit Scheren aus den Bändern herausgeschnitten – daher der Begriff, einen Beitrag zu schneiden – dann wurden die Enden wieder zusammengeklebt und das Band wartete in einem speziellen Karton drauf, zur Sendung wieder auf den Wickelteller der Bandmaschine gelegt zu werden.
Heute geht das alles digital und erheblich schneller! Doch es gibt auch Nachteile, wie Prof. Dr. Joachim Grifka, der Leiter der For- schungsstelle Orthopädie und Ergonomie an der OTH Regensburg weiß.
Prof. Dr. Joachim Grifka:
Beim Arbeiten am Bildschirm fühlt man die Verspannung an Schultern und Nacken, manchmal mit Ausstrahlung bis in die Arme. Je länger man arbeitet, desto schlimmer. Was tun? Schuld ist die falsche Haltung am Bildschirm Arbeitsplatz.
Wenn der Bildschirm zu hoch steht, muss man den Kopf anheben, um auf den Schirm zu blicken. Heute gilt: Der obere Bildschirmrand soll auf Augenhöhe sein, damit der Kopf leicht nach vorne geneigt ist. Der Bildschirm muss mindestens 50 cm Abstand von den Augen haben.
Doch es ist nicht nur die korrekte Haltung am Bildschirm, die wichtig ist! Auch dem Schreibtischstuhl kommt eine besondere Bedeutung zu.
Prof. Dr. Joachim Grifka:
Beim monotonen Sitzen ermüden wir, die Schultern fallen nach vorne. Wir sacken in uns zusammen mit einem Rundrücken. Um das auszugleichen, muss man den Kopf anheben. Dadurch hat die Halswirbelsäule eine vermehrte Hohlwölbung, eine sogenannte ver- mehrte Lordose, die die Bandscheiben der Halswirbelsäule ungünstig belastet und bis zum Bandscheibenvorfall führen kann. Bei jeder Kopf-in-Nacken-Position wird diese un- günstige Belastung provoziert.
Prof. Grifka weist zudem darauf hin, dass auch der Einfluss einer Brille als Ursache von Nacken- schmerzen häufig unterschätzt wird.
Prof. Dr. Joachim Grifka:
Es kommt also auf die richtige Einstellung des Bildschirms, den richtigen Schreibtisch- stuhl für die Aufrichtung der Wirbelsäule und die richtige Höhe von Stuhl und Schreib- tischfläche an. Ebenso ist eine Kopf-in-Nacken-Position erforderlich, wenn man eine Gleitsichtbrille trägt. Deswegen braucht man bei Computerarbeit eine Computerbrille.
Wenn man die Aussagen von Prof. Grifka nachvollzieht dann erkennt man, dass es nicht DIE EINE Ursache für Nackenschmerzen bei der Bildschirmarbeit gibt. Um diese Nackenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte man seine Hinweise ernst nehmen.
Den kompletten Beitrag können Sie auch nachhören oder downloaden.
Die aktuellen Gesundheitsnachrichten vom 2. Oktober 2026 mit Michael Weyland
Thema heute: Nackenschmerzen bei der Bildschirmarbeit
Veröffentlicht am {DATE:d.M.Y : DE} unter dieser Internetadresse: http://www.genussmaenner.de/index.php?aid=92318