Die aktuellen Gesundheitsnachrichten vom 8. Oktober 2026 mit Michael Weyland

Thema heute: Abrechnungsbetrug: 30 Prozent mehr neue Fälle laut DAK



Betrugsfälle im Gesundheitswesen nehmen weiter zu: In den Jahren 2024 und 2025 wurden bei der DAK-Gesundheit rund 2.300 neue Fälle registriert – ein Anstieg um 30 Prozent. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der Krankenkasse zur Fehlverhaltensbekämpfung hervor. 

Im zweijährigen Berichtszeitraum wurden insgesamt knapp 4.900 Fälle (Bestands- und Neufälle) von Abrechnungsbetrug verfolgt, das sind 20 Prozent mehr als in den Vorjahren. Mit 15,6 Millionen Euro liegt der entstandene Schaden auf einem konstant hohen Niveau. Am stärksten betroffen ist dabei mit 5,5 Millionen Euro der Leistungsbereich Arznei- und Verbandmittel. Außerdem auffällig: Organisierte Kriminalität spielt laut DAK-Ermittlungsteam zunehmend eine Rolle.

„Die große Mehrheit der Leistungserbringer rechnet korrekt ab. Dennoch nehmen die Fallzahlen zu und verursachen jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe“, sagt man bei der DAK-Gesundheit. „Eine wachsende Rolle spielt dabei organisierte Kriminalität. Die Digitalisierung hat neue Betrugsmuster zur Folge. Wir beobachten mit besonderer Sorge eine zunehmende Kriminalisierung. Während in der Vergangenheit Einzeltäter oder kleinere Netzwerke im Fokus standen, agieren heute zunehmend professionell organisierte Strukturen, die gezielt Schwachstellen im System ausnutzen.“

Die höchsten Schäden sind im Berichtzeitraum 2024/2025 mit 5,5 Millionen Euro im Bereich Arznei- und Verbandmittel entstanden. Ursächlich hierfür sind hauptsächlich Rezeptfälschungen.

Laut Ermittlungsteam wurden insbesondere hochpreisige Krebsmedikamente sowie Antiadiposita (sogenannte Abnehmspritzen) mit gefälschten Verordnungen abgerechnet. „Hier haben wir Betrug mit angeblichen Verordnungen im großen Stil und mit ausgeklügeltem System beobachtet“, so die DAK-Gesundheit. Allein zwischen April 2024 und November 2025 hat die DAK-Gesundheit etwa 1.000 Rezeptfälschungen mit einem Schadensvolumen von rund 1,1 Millionen Euro registriert. „Die konsequente Umsetzung des E-Rezepts kann dazu beitragen, dieser Form des Abrechnungsbetrugs entgegenzuwirken“, so Zachert.

Fast jeder zweite Betrugsfall ist dem Leistungsbereich Pflege zuzuordnen. Der Gesamtschaden beläuft sich hier auf 3,6 Millionen Euro, wovon mehr als zwei Millionen Euro auf den Bereich Häusliche Krankenpflege entfallen, rund eine Million auf die Außerklinische Intensivpflege und mehr als 600.000 Euro auf die Pflegeversicherung.

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