
Ein und dasselbe Kleidungsstück kann je nach Land völlig unterschiedlich viel kosten. Das zeigt eine Analyse der Macromedia University of Applied Sciences, für die die Einkaufspreise von sieben der umsatzstärksten Modemarken in 23 Ländern miteinander verglichen wurden. Das deutlichste Beispiel: Ein Zara-Kleid kostet in Saudi-Arabien 68,51 Euro, in Deutschland dagegen nur 39,95 Euro. Das entspricht einem Preisunterschied von rund 71,49 Prozent für exakt dasselbe Produkt.
Dr. Elena Patten, Professorin für Management am Campus Stuttgart, ordnet das Ergebnis wie folgt ein: „Diese deutliche Preisdifferenz zeigt, wie stark Wechselkurs, Zollregelungen und lokales Lohnniveau in die Preiskalkulation globaler Modemarken einfließen. Bei Luxusmarken kommen zusätzlich Markenpositionierung und Exklusivitätsstrategien hinzu: Hier werden Preise bewusst hoch angesetzt. Fremde Währungen erschweren zugleich die objektive Preiswahrnehmung, ein direkter Vergleich fällt dadurch schwer.“
Indien hat im Vergleich die niedrigsten Modepreise
Im Vergleich zu Deutschland liegen in Indien mit durchschnittlich 17,48 Prozent die niedrigsten Modepreise vor. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Rumänien und Bulgarien, wo Modestücke im Schnitt 13,56 beziehungsweise 8,20 Prozent günstiger sind als in Deutschland. Die Plätze vier und fünf belegen Japan (−7,68 Prozent) und Kroatien (−7,07 Prozent). Wie groß die Spanne bei einzelnen Produkten sein kann, zeigt eine H&M‑Hose: Sie kostet in Deutschland 29,99 Euro, in Indien lediglich 18,03 Euro.
Saudi-Arabien besitzt höchstes Preisniveau
In Saudi-Arabien liegen die Preise durchschnittlich 26,25 Prozent über dem deutschen Niveau. Damit ist das Land auf Platz 1 des Rankings. Auf Platz 2 folgt Brasilien, wo die Kleidungsstücke im Schnitt 15,01 Prozent teurer sind. Gefolgt von Mexiko mit einem Preisunterschied von 13,98 Prozent. Etwas günstiger ist es in den Ländern auf Platz vier und fünf: In Australien liegt der Preis durchschnittlich 9,83 Prozent und in China 8,17 Prozent über dem deutschen Preisniveau.
Luxusmarken meist teurer als in Deutschland
Unter den untersuchten Luxusmarken ist nur in zwei Ländern der Einkaufspreis niedriger als in Deutschland: So liegen die Preise in Südkorea (–9,13 Prozent) und Kanada (–6,76 Prozent) für die Marke Chanel unter dem deutschen Niveau. Bei allen anderen untersuchten Ländern zahlen deutsche Käufer:innen jedoch bei den Luxusmarken mehr als zu Hause.
Foto: Pixabay
Internationaler Modepreisvergleich
Identische Kleidungsstücke kosten weltweit bis zu 71 Prozent mehr
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