Morgengruß von Helmut Harff: Sonntags-Gottesdienst

… aber wo



Ich wollte am Sonntag mal wieder einen Gottesdienst besuchen, mal wieder Gottes Wort hören. Ja, ich wollte mich mal in seinem Haus bei ihm bedanken, dass es mir trotz aller Unbill noch so gut geht.

Also mal sehen, wann in unserer Dorfkirche der Gottesdienst beginnt. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass die Kirche zwar noch steht, aber leer. Da gibt es schon länger keine Gottesdienste mehr. Schön, sogenannte Kulturkirchen – also nicht mehr von einem Pfarrer betreute Kirchen – gibt es hier im südlichen Brandenburg mehrfach.

In den umgebenden Dörfern gibt es gar keine Kirchen. Da war man wohl damals zu arm, um sich ein eigenes Gotteshaus zu leisten. Was also tun? In einem Dorf so 15 Kilometer entfernt gäbe es einen Golttesdienst. Da ich mit dem Rad hin wollte, war mir das zu weit. Blieb nur die Kirche in der nahen Kreisstadt. Da könnte ich nach dem Gottesdienst auch noch frühstücken gehen.

Die Kirche, die bestimmt 800 Gläubigen Platz bieten würde, war gähnend leer. Wir waren keine 20 Menschen, darunter noch zwei Männer. Pastorin, Organist und Chor waren fast in der Überzahl. Mir ging durch den Kopf, ob in der Synagoge in der Nachbarstadt oder in der Moschee – wo gibt es hier eigentlich eine? – auch so leer sind? Es ist schon erschreckend, wie säkularisiert das Land geworden ist. Da waren die Kirchen in der DDR voller. Was sagt das über uns, über Deutschland, wenn die Kirchen leer sind oder schließen?

Gott segne mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

Gratulation allen, die heute Namenstag haben:  Maximilian, Horst, Pilár, David

Foto: Pixabay

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