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Morgengruß von Helmut Harff: Ich habe verstanden

… warum sich niemand traut

Ich lebe schon in einem merkwürdigen Land. Nein, eigentlich will ich sagen, dass ich viele merkwürdige Mitmenschen habe. Das weiß ich nicht erst seit gestern, habe es aber wieder einmal erfahren dürfen oder müssen.

Was passiert ist? Ich hatte mich ja gestern an dieser Stelle wieder einmal der Haustierhalter, speziell der Hündler – das sind die Hundehalter – angenommen. Dabei habe ich auch gefragt, warum sich die Politik, aber auch Tierschützer nicht dem Thema Haustiere, deren Folgen und dem artgerechten Umgang mit all den Viechern, die da in menschlicher Obhut ihr Dasein fristen müssen, annehmen. Jetzt weiß ich es: Die Tierhalter – zumindest die allermeisten, die gestern auf meinen Morgenkommentar reagierten, würde ich als eher militant einschätzen. Ich bin mir sicher, wenn ich etwas über ihre Partner oder Kinder geschrieben hätte, wären die Reaktionen nicht so heftig ausgefallen.

Es ging mir ja gestern vor allem um die abermillionen Plastiktüten, die gebraucht werden, um die Hundehinterlassenschaften zu beseitigen. Für mich stellen die ein ernsthaftes und völlig unnützes Umweltproblem dar. Für die Hundebesitzer, die mich gestern kontaktierten, war das mehrheitlich gar kein Problem oder höchstens das, dass sie es gar nicht schätzen, die von ihren Hunden hinterlassenen Tretminen entfernen zu müssen. Komisch, sehr viele meinten, dass sie mit der Zahlung der für Hunde fälligen Steuer schon genug getan hätten. Wer das Geld einsammelt, so das allgemeine Credo, muss eben auch die Tonnen an Hundekot beseitigen. Schließlich könne man das weder von alten Leuten, noch von Kindern verlangen.

Was ich gerade geschildert habe, wäre ja zumindest zu diskutieren, wenn die Anrufer und Mailschreiber denn dazu bereit wären. Doch schon bei der Wortwahl zeigte sich bei vielen, dass dazu wohl kaum Bereitschaft besteht. Die Titulierung als Hundehasser war noch die eher freundliche Variante. Einer wollte mir die Hinterlassenschaften seines Hundes vor die Tür kippen. Schön, wenn er dafür über 500 Kilometer fahren will. Ein andere wollte mir sogar seinen Hund auf den Hals hetzen. Leider weiß ich nicht, ob er einen als Killer abgerichteten Hund oder eher die Variante Selbstgestrickter hält.

Meine heutige Überschrift lautet ja „Ich habe verstanden“. Nein, ich habe nicht verstanden, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Haustiere keine Spielzeuge, sondern eben Tiere sind, die man nicht nur gut, sondern vor allem artgerecht halten muss und die eben auch für Probleme sorgen. Ich habe gestern viel mehr verstanden, warum sich Tierschützer und die verantwortlichen Politiker viel lieber der Massentierhaltung widmen, als sich dem heiklen Problem der Heimtiere anzunehmen. Die einen fürchten wohl völlig zurecht um ihr Spendenaufkommen. Die Politiker sehen ihre Wahlchancen massiv schwinden, wenden sich die Millionen von Heimtierhalter von ihnen ab. Über die Kommunen will ich gar nicht reden, obwohl die vermutlich nichts gegen eine allgemeine Haustierabgabe hätten. Doch welcher Lokalpolitiker will eine Steuer für den Hamster des Nachbarkindes kassieren?

Vielleicht nochmal eins: Ich habe nichts gegen Haustiere, so die so gehalten werden, dass nicht der Mensch damit zufrieden ist, sondern dass das Tier zufrieden ist. Ich habe aber sehr viel dagegen, wenn Tiere als Kinder- oder Partnerersatz oder als Kuscheltier gehalten werden. Für Haustiere gilt ebenso wie für Rinder, Schweine und Hühner das Tierschutzgesetz.

Noch eines: Es haben sich gestern auch einige Tierhalter gemeldet, die sich ebenfalls über die Zeitgenossen aufregten, die alles andere als tiergerecht mit ihren tierischen Mitbewohnern umgehen. Komisch, das waren ausschließlich Männer.

Jetzt gehe ich erst einmal zum Bäcker. Hoffentlich entdecke ich alle Tretminen rechtzeitig.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 12.07.2018

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