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Morgengruß von Helmut Harff: Reden

… aber miteinander

Reden ist immer besser, als alles andere. So lange Menschen miteinander reden, so lange passiert zumindest zwischen den beiden eben nicht mehr als ein verbaler Austausch.

Wobei das wirklich nur gilt, wenn man miteinander redet. Dazu gehört, dass man dem anderen zuhört, den anderen im besten Fall ausreden lässt und sich seine Sicht der Dinge zumindest anhört und im Gespräch auch darauf eingeht.

Dass das die angenehmer Form des Zusammenlebens ist, haben wir irgendwann mal gelernt. Auch eigene Erfahrungen zeigen, dass miteinander Reden zumindest nicht konflikfördernd ist. So lange man redet, sich austauscht, ist das Tischtuch nicht zerschnitten.

Nun sah ich gestern eine Stück Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag. Es ging um den Bildungshaushalt. Da kann man eigentlich davon ausgehen, dass dort Menschen ans Rednerpult treten, die nicht gerade bildungsfern einzuschätzen sind, die um das miteinander reden wissen. Wer je so eine Debatte verfolgt hat, der weiß, dass da einer ist, der redet und damit gar nicht aufhören würde, wenn seine Redezeit nicht begrenzt wäre. Und dann sind da Kollegen, Bundestagsabgeordnete – nicht gerade viele – die da rumsitzen. Zuhören tut augenscheinlich kaum jemand. Die Parteikollegen des Redners scheinen zu wissen, wann sie klatschen müssen, die anderen kümmern sich um ihr Handy, schwätzen miteinander oder langweilen sich.

Miteinander reden? Im Bundestag? Wenn es hoch kommt, geht der nächste Redner auf den gerade gehörten Beitrag ein. Hallo, was will man in den Schulen? Dass die Kinder untereinander und mit den Lehrern reden – wie gesagt: miteinander. Und was machen die, die sich Bildungspolitiker nennen? Zumindest im Plenarsaal des Bundestages wird nicht miteinander geredet. Das machen dann die Politiker lieber in Talkshows. Wobei, dort tauchen in schöner Regelmäßigkeit die auf, die sich gern präsentieren, sich gern reden hören und im besten Fall sogar in der Lage sind, miteinander zu reden. Das hinzubekommen ist aus meiner Sicht die schwerste Aufgabe für denjenigen, der so eine Talkshow moderiert.

Doch lassen wir mal zumindest ein gutes Haar an den Politikern, auch wenn die als Vorbild für das miteinander reden nicht viel taugen. Und doch, man hört, dass in den Fraktionen und in den Ausschüssen wirklich miteinander geredet wird. Leider findet das hinter verschlossenen Türen statt. Miteinander reden, das ist auch der Grund dafür, dass sich Politiker immer mal wieder gegenseitig besuchen. Die könnten ja auch telefonieren oder sich per Handy Nachrichten schicken. Doch das ersetzt keine Treffen, bei dem man miteinander redet und sich dabei in die Augen sieht. Wie wichtig das ist, merke ich immer, wenn ich Leute, die ich virtuell schon lange kenne, mal im realen Leben treffe, mit ihren rede. Man geht danach immer irgendwie anders miteinander um.

Miteinander reden, ist das noch etwas, was die Leute, die ihr Handy gar nicht mehr aus der Hand legen können, noch praktizieren, überhaupt noch können? Manchmal kann man den Eindruck haben, dass diese durchaus nicht nur jungen Handy-Junkies, es schon fast verlernt haben, miteinander zu reden. Doch wenn man mal genauer hinsieht und hinhört, dann gelingt es auch diesen Menschen, miteinander zu reden. Ob das daran liegt, dass die keine App haben, über die sie Bundestagsdebatten verfolgen können?

Übrigens: Das gemeinsame Frühstück ist ein nahezu perfekter Ort, um miteinander zu reden, auch wenn es heißt, dass man mit vollem Mund nicht redet. Mit vollem Mund kann man vielleicht den Mund nicht ganz so voll nehmen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 14.09.2018

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