30 Jahre Burgenwelt Ehrenberg

Vom „alten Steinhaufen“ zur zweitbeliebtesten Attraktion Tirols


Vor drei Jahrzehnten war die Zukunft der ruinösen Verteidigungsanlage Ehrenberg bei Reutte ungewiss – die Szenarien Abriss oder ewiger Dornröschenschlaf drohten. Doch der gelernte Architekt sah mehr im scheinbar nutzlosen „Steinhaufen“. Rückblickend betont der Ehrenberger Mastermind: „Ich war immer überzeugt, dass man aus diesem Steinhaufen ein echtes Erlebnis für Generationen schaffen kann. 

Eines ist aus heutiger Sicht klar festzustellen: Ohne den Beitritt Österreichs zur EU 1995, der neue Fördermöglichkeiten eröffnete, wäre das Projekt nie umsetzbar gewesen. Ehrenberg steht inzwischen für Barrierefreiheit, kulturelle Vielfalt und neue Perspektiven, ohne seine Geschichte zu verlieren“, so Armin Walch. Heute erleben die Gäste in der Burgenwelt Ehrenberg hochmoderne Freizeitattraktionen gepaart mit mittelalterlichem Flair: Die schwindelerregende highline179, bei der Eröffnung 2014 die längste Fußgängerhängebrücke der Welt, zieht Besucher aus aller Welt an, während die innovativen Schrägaufzüge Ehrenberg Liner und Top Liner eine der höchsten Festungsanlagen Mitteleuropas erschließen und die erste rollstuhlgerechte Zipline „DragonFly“ neue Maßstäbe setzt. Das Areal gilt als Vorzeigebeispiel für gelebte Inklusion und Nachhaltigkeit.

Dem Verein Burgenwelt Ehrenberg stehen vor: Der Bürgermeister der Stadt Reutte Günter Salchner als Obmann, Bgm.-Stellvertreter Markus Illmer und Markus Saletz. Für Salchner ist das Jubiläum ein Anlass zur Freude: „Wo früher Mauern zur Abwehr gebaut wurden, schaffen wir heute offene, inklusive Zugänge. Ehrenberg zeigt eindrucksvoll, wie ein Denkmalprojekt Menschen zusammenbringt und Lebensqualität in der Region stiftet.“ Viele der innovativen Maßnahmen fußen auf Walchs ursprünglichem Masterplan, den er zusammen mit engagierten Mitstreitern konsequent umgesetzt hat. Erlebnisorientierte Vermittlung von Geschichte, nachhaltige Sanierung und gesellschaftliche Offenheit prägen das Projekt bis heute. Die neuesten Beispiele dafür sind der ein Kilometer lange, barrierefreie Themenweg am Schlosskopf oder der multimediale Audio-/Videoguide für Menschen mit Einschränkungen. Landeshauptmann Anton Mattle gratuliert zum Jubiläum und unterstreicht die Bedeutung des Projekts weit über die Region hinaus: „Die Burgenwelt Ehrenberg verbindet Tradition mit Innovation. Das Engagement des gesamten Teams ist beispielgebend – so zeigt sich, wie Tourismus, Denkmalpflege und gelebte Inklusion gemeinsam erfolgreich sind. Ich danke allen, die diese Leuchtturmregion Tirols mit so viel Mut, Ausdauer und Herzlichkeit gestalten.“ 

Für den Tourismusverband Naturparkregion Reutte hebt Obmann Hermann Ruepp hervor: „Die Burgenwelt Ehrenberg ist Aushängeschild und Impulsgeber für die gesamte Region. Der Mix aus Erlebnis, Naherholung und internationaler Aufmerksamkeit bringt wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse – davon profitieren Gäste wie Einheimische gleichermaßen.“ Als langjähriger Förderer und Wegbegleiter würdigt Christian Stampfer, Abteilungsvorstand Landesentwicklung Land Tirol, die partnerschaftliche Umsetzung: „Von Beginn an überzeugte das Projekt Burgenwelt Ehrenberg durch sein innovatives und integratives Gesamtkonzept und wurde daher von den zuständigen Förderstellen über den gesamten Zeitraum der 30 Jahre unterstützt. Dieses Projekt zeigt, dass sinnvoll eingesetzte Fördermittel einen Mehrwert für Regionen und die darin lebenden Menschen bringen können. Entscheidend war immer das Zusammenspiel von EU, Land Tirol und den regionalen Partnern, Stadt Reutte, TVB Naturparkregion Reutte und Sponsoren. Der heutige Status quo ist ein Tiroler Vorzeigeprojekt zeitgemäßer Denkmalpflege, gepaart mit touristischen Attraktionen, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projektes ermöglichen.“ Vom einstigen ruinösen Festungsensemble zur zweitbeliebtesten Attraktion Tirols und zum europaweiten Paradebeispiel für Inklusion und modernes Denkmalmanagement: Die Burgenwelt Ehrenberg und ihr „Burgherr“ Armin Walch beweisen eindrucksvoll, wie große Visionen mit Leidenschaft und Teamgeist Wirklichkeit werden und einen Mehrwert für die gesamte Region bringen können.

Was für ein Fest! Stimmungsvolle Jubiläumsfeier in der Ehrenberg Arena

Mit einem großen Festakt in der stimmungsvoll beleuchteten Ehrenberg Arena blickte die Burgenwelt Ehrenberg auf drei bewegte Jahrzehnte zurück. Über 400 geladene Gäste folgten der Einladung und sorgten gemeinsam mit prominenten Ehrengästen, darunter Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und der Bayerische Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, Eric Beißwenger, für ein unvergessliches Jubiläum. Der landesübliche Empfang mit Fahnenabordnungen von Schützen, Schützengilde  Kaiserjägern, Landsknechten, Feuerwehr und Musikkapelle Reutte setzte eindrucksvolle Akzente und unterstrich die Bedeutung des Anlasses.

Unter den hochrangigen Ehrengästen befanden sich die Präsidentin des Tiroler Landtags Sonja Ledl-Rossmann, Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf,  Bürgermeister Günter Salchner (Stadtgemeinde Reutte), Hermann Ruepp (Obmann TVB Naturparkregion Reutte), Alexander Oberlechner (Bundesdenkmalamt, Abteilung für Tirol), Melanie Wiener (Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Kultur), Herwig van Staa (Landesgedächtnisstiftung), Joachim Zeune (Burgenforscher), Karin Seiler (Geschäftsführerin Tirol Werbung), Franz Dengg (Betreiber Ehrenberg Liner) sowie Thomas Mark (Präsident MK Illumination/LUMAGICA). Für musikalische Höhepunkte im Saal sorgten die Sängergruppe „In Quantum Prost“, die Landesmusikschule Reutte-Außerfern sowie die „Jazzmanufaktur Tirol“. Historisch gewandete Gruppen tauchten das Fest in eine Atmosphäre vergangener Jahrhunderte und ließen die bewegte Geschichte Ehrenbergs lebendig werden. Sichtlich bewegt zeigte sich „Burgherr“ Armin Walch, der für 30 Jahre Engagement rund um Ehrenberg mit Standing Ovations der Festgäste geehrt wurde. Walch bekam im Zuge des Festakts die Verdienstmedaille der Stadtgemeinde Reutte verliehen. Seitens der Tiroler Landesregierung wurde dem Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg zudem der Dank der Tiroler Landesregierung für „seine langjährige Tätigkeit zum Wohle des TVB-Naturparkregion Reutte und für das gemeinnützige Wirken für die Heimat“ ausgesprochen. In seiner Rede betonte der Geehrte die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen, die aus einem verfallenem Festungsensemble eine einzigartige Erlebniswelt gemacht haben.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch die neue Schönegger Käse-Alm in der Burgenwelt Ehrenberg eröffnet und der innovative „Ehrenberger“-Käse präsentiert: „Die einzigartige Mischung aus Kultur, Natur und touristischer Anziehungskraft macht Ehrenberg zu einem ganz besonderen Standort. Umso mehr freut es mich, hier unsere neue Käse-Alm zu eröffnen“, freut sich Sepp Krönauer, Inhaber der Schönegger Käse-Alm, über die Ladeneröffnung. Passend zur Ladeneröffnung in der Ehrenberger Klause und zum 30-jährigen Jubiläum des Beginns der Restaurierung der Ruine Ehrenberg wurde der neue „Ehrenberger“ mit Brennstempelung präsentiert. Der aus 100 % Bergbauern-Heumilch hergestellte würzige Hartkäse überzeugt mit seinem kräftig-aromatischen, vollmundigen Geschmack. Ein Käse, wie eine Festung!

Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll: Die Burgenwelt Ehrenberg steht heute als Symbol für touristische Innovationskraft, gemeinsames Engagement und lebendige Geschichte. 

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