
Burgund erweitert sein touristisches Angebot um neue kulinarische Reiserouten, die Genuss, Kulturerbe und authentische Landschaften miteinander verbinden. Zwei neue „Routes Gourmandes“ laden Besucher dazu ein, Burgund auf besonders genussvolle Weise zu entdecken – und dabei auch Orte kennenzulernen, die bislang noch als Geheimtipps gelten.
Die „Route gourmande du Cœur de la Bourgogne“ führt von Saulieu bis nach Chalon-sur-Saône und verbindet einige der traditionsreichsten Genusslandschaften Burgunds. Die „Route gourmande dans l’Auxerois“ wiederum verläuft von Semur-en-Auxois bis Auxerre und erschließt eine Region voller Wein, Geschichte und ländlicher Authentizität.
Wer die Hauptstrecken für einen Moment verlässt, entdeckt zwei Destinationen, die beispielhaft für das andere, weniger bekannte Burgund stehen: Le Creusot und Montbard. Beide Orte verbinden Industriekultur, Kulturerbe, Natur und nachhaltigen Tourismus – und zeigen eine überraschende Facette der Region.
Le Creusot – Industriekultur und Lebensart im Süden Burgunds
Nur wenige Kilometer abseits der Route gourmande du Cœur de la Bourgogne liegt Le Creusot – eine Stadt, die ihre industrielle Vergangenheit heute erfolgreich mit Kultur, Freizeit und Gastronomie verbindet.
Le Creusot spielte bereits im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der französischen Industriegeschichte. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Metallurgie und des Maschinenbaus und wurde weit über Frankreich hinaus bekannt.
Dieses Erbe ist bis heute sichtbar. Das majestätische Château de la Verrerie, ursprünglich eine königliche Kristallglasmanufaktur, erinnert eindrucksvoll an die industrielle Blütezeit der Stadt und zählt heute zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Region.
Ebenfalls bemerkenswert ist die Villa Perrusson, ein architektonisches Schmuckstück aus der Zeit der Industrialisierung. Mit ihrer kunstvollen Keramikdekoration verkörpert sie den wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg Burgunds im späten 19. Jahrhundert.
Das Musée de la Mine vermittelt Besuchern einen authentischen Einblick in die Geschichte des Bergbaus und die industrielle Entwicklung der Region.
Neben seinem kulturellen Erbe präsentiert sich Le Creusot heute als attraktive Destination für Familien und Aktivurlauber. Der Parc des Combes gehört zu den beliebtesten Freizeitparks Burgunds und verbindet Naturerlebnis mit Unterhaltung und Outdoor-Aktivitäten.
Auch gastronomisch entwickelt sich Le Creusot zunehmend zu einer interessanten Adresse. Das Restaurant „La Fleur de Sel“, ausgezeichnet im Guide Boullenger 2026, steht exemplarisch für die kulinarische Qualität, die Besucher heute auch abseits der klassischen Gourmetrouten entdecken können.
Montbard – Natur, Wissenschaft und UNESCO-Welterbe
Auch entlang der Route gourmande dans l’Auxerois lohnt sich ein kleiner Umweg. In Montbard treffen Besucher auf eine Destination, die Natur, Wissenschaft und historisches Erbe auf besondere Weise miteinander verbindet.
Die Stadt ist eng mit dem berühmten Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon verbunden, einem der bedeutendsten Wissenschaftler der französischen Aufklärung. Der Parc Buffon sowie das dazugehörige Museum laden dazu ein, in die Welt der Naturwissenschaften des 18. Jahrhunderts einzutauchen.
Ein außergewöhnliches Zeugnis der frühen Industrialisierung ist die Grande Forge de Buffon. Die historische Eisenhütte gilt als eine der ältesten industriellen Anlagen Frankreichs und symbolisiert den technischen Innovationsgeist ihrer Zeit.
Montbard profitiert zudem von seiner privilegierten Lage am Canal de Bourgogne. Der Kanal gehört zu den schönsten Wasserwegen Frankreichs und bietet ideale Voraussetzungen für entschleunigten Tourismus – ob mit führerscheinfreien Hausbooten oder entlang der Uferlandschaften.
Auch Radfahrer schätzen Montbard als wichtigen Etappenort der „Tour de Bourgogne à Vélo“, einer der beliebtesten Fahrradrouten Frankreichs.
Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich zudem mit der Abbaye de Fontenay eines der bedeutendsten kulturellen Wahrzeichen Burgunds. Die ehemalige Zisterzienserabtei gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt durch ihre außergewöhnlich gut erhaltene Architektur und ihre besondere spirituelle Atmosphäre.
Mit den neuen gastronomischen Routen zeigt Burgund einmal mehr, wie eng Genuss, Kultur und authentische Reiseerlebnisse miteinander verbunden sind – und dass sich gerade abseits der bekannten Wege oft die spannendsten Entdeckungen verbergen.
Foto: Alain DOIRE, BFC Tourisme-BFC
Neue gastronomische Routen führen durch Burgund
... mit überraschenden Entdeckungen abseits der bekannten Wege
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