
Wenn man tagelang in Museen von einem Heiligenbild zum anderen wandelt und dabei als Klugscheißer erklärt, was man da sieht, sehen soll, dann kommt eben eine Frage wie „Woran glaubst Du“.
Ehrlich, ich mochte die Frage nicht, nicht als Mitglied der evangelischen Kirche, nicht als neugieriger Mensch. Woran glaube ich? An Gott, an den alten weißen Mann da irgendwo im Nirgendwo? An was, an wen soll ich da glauben? Das wäre auch nicht anders, wenn Gott eine schöne junge Frau irgendwo wäre, die so aussieht wie Botticellis „Venus“? Nein, würde ich nicht, würde ich nicht, weil ich nicht glaube, dass da eine Figur existiert, die alles vorherbestellt. Ehrlich, das wäre der größte Massenmörder. An so einen Mann, an so eine Frau soll ich glauben?
Doch woran glaube ich dann? Ist es genau das Gegenteil und ich glaube nur an mich? Auch hier kann ich nur den Kopf schütteln. Doch was ist es dann, oder glaube ich nicht? Doch warum bin ich dann in die Kirche als Erwachsener in der DDR eingetreten? Weil die Kirche, die ich erlebt habe, andere Antworten auf ganz weltliche und philosophischen Fragen gab, als es offiziell geschah. Man zeigte mir Wege, die ich woanders nicht gezeigt bekam. Leider hat die Kirche vergessen, das heute zu tun, wo es viel wichtiger wäre als im real existierenden Sozialismus.
Doch woran glaube ich? Doch an mich und an Kräfte, die außerhalb meiner Wahrnehmung existieren, an moralische Werte, an die Liebe? Es ist ganz sicher eine Mischung daraus.
Woran ich auch glaube? An mein Frühstück mit der Besten Frau der Welt.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Lea, Elmar, Reinhilde
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Woran glaubst Du
Was für eine Frage
Veröffentlicht am: 22.03.2026
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