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Über einen Zeitraum von sieben Jahren sammelte die rumänische Künstlerin Ioana Nemeș (1979–2011) täglich persönliche Notizen – in dem Versuch, jeden Tag, jede Erinnerung und die Zeit selbst festzuhalten. Mit der Serie Monthly Evaluations schuf sie ein bewegendes Archiv, das die subjektive Wahrnehmung von Zeit und Gefühlen nachzeichnet.
Ausgehend vom Zeitkonzept der Schriftstellerin Virginia Woolf und der Farbtheorie des Psychologen Max Lüscher entwickelte Nemeș ein Bewertungssystem, das auf fünf Parametern basiert: [P] körperlich, [E] emotional, [I] intellektuell, [F] finanziell und [L] Glück, auf einer Skala von -10 bis +10. Sie bewertete jeden Tag anhand dieser Parameter und übertrug ihre datierten Notizen in ein festes Farbsystem, wobei sie auch einen Schlüssel zur Interpretation der zugewiesenen Farbe in Bezug auf die Gesamtbewertung des Tages (entweder durch ein „+“, „-“ oder „=“ Symbol) bereitstellte.
To Carry a Day in Time and Space zeigt eine Auswahl von sieben Werken aus dieser Serie. Inmitten des stets geschäftigen Bahnhofs offenbart sie die Magie des Alltags, kleine Glücksmomente, geheime Gedanken sowie intime Zweifel und Ängste.
Ioana Nemeș‘ künstlerische Praxis konzentrierte sich auf die zugrunde liegenden Mechanismen sprachlicher, visueller und psychologischer Systeme, die uns prägen – und darauf, wie diese in eine klare Bildsprache übersetzt werden können.
Kuratiert von Klara Hülskamp
Co-kuratiert von Kilobase Bukarest
Kunstverein Harburger Bahnhof
Im Fernbahnhof über Gleis 3 / 4
Hannoversche Straße 85
D–21079 Hamburg
kvhbf.de
Bild: Courtesy the artist
IOANA NEMES „TO CARRY A DAY IN TIME AND SPACE
Ausstellung im Kunstverein Harburger Bahnhof
Veröffentlicht am: 03.01.2026
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