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43 Prozent der Berufstätigen kommen schlecht bis mittelmäßig erholt aus dem Urlaub zurück

... so eine repräsentative Umfrage von Pronova BKK



Der Haupturlaub ist die wichtigste Erholungszeit für Arbeitnehmer*innen. Von wegen! 24 Prozent kehren wenig ausgeruht aus dem Urlaub zurück, weitere 19 Prozent haben sich nur mittelmäßig erholt. Schon vor ihrer Abwesenheit geht der Stress los: Sechs von zehn Beschäftigten empfinden vorher eine starke Mehrbelastung, durchschnittlich rund acht zusätzliche Arbeitsstunden.

Auch unmittelbar nach ihrer Rückkehr leisten Berufstätige im Schnitt knapp acht Überstunden, um urlaubsbedingte Rückstände aufzuarbeiten. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Befragung "Arbeit und Erholung" der Pronova BKK, für die im April 2024 rund 1.202 Arbeitnehmer*innen ab 18 Jahren online befragt wurden.

Die Generation Z ist besonders vom Stress rund um den Urlaub betroffen. Mehr als die Hälfte fühlt sich nicht gut erholt. Die 18-  bis 29-Jährigen ackern sogar fast neun zusätzliche Stunden vor ihrem Urlaub und durchschnittlich 8,7 Stunden danach. Die meiste Mehrarbeit leisten jedoch die 30- bis 39-Jährigen. Sie arbeiten vor und nach dem Urlaub durchschnittlich 20 Stunden länger.

"Viele Arbeitnehmer*innen haben den Anspruch an sich, vor dem Urlaub alles zu erledigen, um ihre freie Zeit dann auch verdient genießen zu können", erläutert Patrizia Thamm, Referentin Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK. Berufstätige sollten sich vom Anspruch lösen, vor der Erholungszeit noch alles erledigen zu müssen. Die Wirtschaftspsychologin und Resilienz-Trainerin sagt: "Ein gutes Selbst- und Zeitmanagement ist entscheidend, damit es vor und nach dem Urlaub nicht zur Überlastung kommt."

Richtiges Abschalten: Die gedankliche Distanz zur Arbeit ist das A und O

Fehlt ein gutes Selbstmanagement mit vorausschauender Planung vor dem Urlaub, kann der abrupte Wechsel von erhöhtem Aktivierungszustand auf Erholung und Entspannung unter Umständen sogar zur sogenannten "Leisure Sickness" (Freizeitkrankheit) führen. Mehr als jede*r Dritte wurde schon häufiger direkt an den ersten Urlaubstagen krank. In der Gen Z trifft dies sogar auf knapp jede*n Zweiten zu. Auch haben 29 Prozent ihren Urlaub schon einmal aufgrund von Arbeit verschoben, in der Gen Z sind es acht Prozentpunkte mehr.

Um den Urlaub wirklich genießen und richtig abschalten zu können, ist eine gedankliche Distanz zur Arbeit das A und O, die durch eine gute  Urlaubsübergabe begünstigt wird. Dafür sollten laut der Pronova  BKK-Referentin für Gesundheitsförderung mindestens eine, besser zwei Vertretungen festgelegt werden, um sicherzustellen, dass Aufgaben während der Abwesenheit klar delegiert sind. Thamm betont, dass es wichtig sei, Kund*innen und Kolleg*innen rechtzeitig zu informieren und eine geordnete Übergabe zu planen. Dazu gehöre es, alle relevanten Unterlagen bereitzulegen und verschiedene Szenarien während der Abwesenheit gemeinsam gedanklich durchzuspielen.

"Techniken wie das Aufschreiben von Projektständen und das Definieren von konkreten Schritten für die Zeit nach dem Urlaub sind wichtige Maßnahmen, um richtig abschalten zu können", sagt Thamm und ergänzt: "Berufstätige gehen mit dem guten Gefühl in den Urlaub, dass bei der Rückkehr der Start schon geregelt ist. Fällt das Loslassen während der Abwesenheit dennoch schwer, hilft es, sich für mögliche Grübeleien ein Zeitfenster zu setzen, um ihnen einen begrenzten Raum zu geben. Zudem helfen Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken, um sich im Moment besser zu verankern und damit das Abschalten zu unterstützen."

Drei Viertel der Führungskräfte schalten vorzeitig wieder in den Arbeitsmodus

Der Urlaub ist eine wichtige Zeit, um sich zu erholen und abzuschalten - und sollte auch als solche genutzt werden. Doch fast jede*r Zweite denkt häufiger während der Ferien an den Job. Und 62 Prozent der Arbeitnehmer*innen sind meist schon ein bis zwei Tage, bevor der Urlaub zu Ende geht, gedanklich wieder bei der Arbeit - besonders Führungskräfte. Unter ihnen ist die Angewohnheit weit verbreitet, vorzeitig in den Arbeitsmodus umzuschalten (75 Prozent).

Oft steht dahinter die Sorge vor einem chaotischen ersten Arbeitstag  mit einem Berg unerledigter Aufgaben. "Die gedankliche Distanz von  der Arbeit ist ein wichtiger Faktor bei der Erholung. Deshalb sollten Arbeitnehmer*innen vermeiden, vorzeitig wieder in den Arbeitsmodus zu verfallen. Urlaubstage, die vom Arbeitgeber als Erholungszeit gewährt werden, gehen sonst verloren", sagt Thamm. Sie fügt hinzu: "Die gesündere Alternative ist, sich am ersten Arbeitstag ein Zeitfenster zu blocken, um in Ruhe E-Mails zu checken und sich über Projektstände zu informieren. Blockzeiten schaffen etwas mehr Spielraum, damit nicht direkt wieder Stress entsteht." Führungskräfte sollten hierbei eine Vorbildfunktion übernehmen, um die Erholung der  Mitarbeiter*innen zu unterstützen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 11.07.2024

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