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Morgengruß von Helmut Harff: Nie wieder Bahn

… Klimawandel hin oder her

Ganz sicher haben Sie davon gehört, dass man weniger fliegen und dafür mehr die Bahn benutzen soll. Wiedermal eine Sommerlochgeschichte, wie schon so oft. Traurig nur, dass die, die das fordern – Politiker, Journalisten und Talkshowgäste - nicht mit guten Beispiel voran gehen.

Doch mal der Reihe nach. Ich war ja gerade auf Pressereise und es ergab sich, dass ich über Nacht einmal von München nach Budapest und einmal von Budapest über Frankfurt/Oder nach Forst in der Lausitz mit der Bahn – 2. Klasse Schlafwagen - fuhr. Zuerst das Gute: Die Züge waren pünktlich und das Zugpersonal freundlich. Damit hatte es sich aber auch. Ich erwischte jeweils Züge, die sicherlich schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs fuhren. Beide Züge wurden wahrscheinlich das letzte Mal vor Jahren wenn nicht vor Jahrzehnten richtig gereinigt. Beide Züge waren schlicht eine Zumutung.

Ich glaube nicht, dass irgend jemand, der den Umstieg vom Flieger auf die Bahn propagiert, in solchen Zügen unterwegs gewesen ist. Wenn unsere Politiker, unsere Wirtschaftsvertreter aber auch alle anderen, die die Fliegerei und die Autoreisen verpönen, mit der Bahn wie ich fahren würden, würden die Züge vielleicht besser sein.  Vielleicht wäre dann die Bahn auch billiger. Ich zahlte 130 Euro für jede Tour. Ein Flug hätte weniger als ein Drittel gekostet. Von der längeren Fahrzeit gar nicht zu reden.

Sieht man das ganze Mal aus der Umweltsicht, so kommt die Bahn wohl auch nicht so gut weg. In so einen Schlafwagen passen vielleicht 20, 30 Leute – ich hatte aus Kostengründen ein Bett in einer  Zweibettkabine gebucht. Dazu kommt ein Schaffner pro Wagen. Es müssen also etwa vier Wagen mit vier Leuten unterwegs sein, um so viele Menschen zu transportieren, wie ein eher kleineres Flugzeug. Im Zug gibt es nichts, was ökologisch einwandfrei wäre. Bettwäsche und Handtuch muss nach jeder Reise transportiert und gewaschen werden. Getränke gab es in Dosen oder Plastikflaschen, es gab Papp- oder Plastikbecher und pappiges Frühstück in Plastik. All das vergrößert den ökologischen Fußabdruck so eine Bahnreise ganz massiv.

Doch noch mal zu meinen ersten Sätzen: Wieso benutzen Politiker, Menschen aus der Wirtschaft und andere Vielreisende in Europa – wie sie es selber fordern  - nicht ausschließlich die Bahn? Wieso fliegen noch immer Regierungsmitarbeiter von Berlin nach Bonn? Weil sie nicht mit Zügen fahren wollen, in denen ich gerade unterwegs war? Weil sie es eiliger haben? Weil sie lieber Wasser predigen und in der Businessklasse Champagner trinken? Wie wäre es, wenn man Flugkilometer-Obergrenzen für Politiker, Beamte, aber auch für Wirtschaftsmenschen und Journalisten einführt? Man könnte ja für die Vielflieger-Klientel Meilenkonten einfügen. Je tausend geflogene Dienst-Kilometer muss eine Abgabe geleistet werden. Die darf nur entfallen, wenn das Ziel nur per Flieger zu erreichen ist.

Das wäre auf jeden Fall sinnvoller, als Urlaubern ein schlechtes Gewissen zu machen. Man stelle sich nur mal vor, was es für den Tourismus in Deutschland bedeuten würde, wenn keine Urlauber mehr zu uns fliegen würden.

Das Beste wäre allerdings, wenn die Bahn – nicht nur die Deutsche Bahn – endlich einen sehr hohen Standard bei Sauberkeit, bei Pünktlichkeit, beim Service einführen würde – und das nicht nur auf Strecken wie Berlin-Frankfurt/Main oder Stuttgart-Paris. Wenn dann auch noch das Bahnfahren maximal so teuer wie das Fliegen wäre, wenn man auf der ganzen Strecke stabiles und schnelles Internet sicherstellt, wenn Umstiegszeiten gut getaktet sind und man für das Erreichen seines Zielortes nicht doch wieder das Auto braucht – dann wäre die Bahn hoffnungslos überfordert, weil Schienen, Bahnhöfe, rollendes Material und Personal fehlen.

Bis dahin werden die Zahlen der bahnfahrenden Urlauber und Berufsreisenden wohl nicht steigen. Man wird Auto fahren oder fliegen. Wohl eher beides.

Ich freue mich jetzt auf mein Frühstück zu Hause. Ökologischer geht das nicht.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück – aber bitte nicht in der Bahn.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 19.07.2019

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