
Ausgeliefert sein, kaum etwas selber entscheiden zu können – ich verbinde das mit Gefängnis. Ja, bei der Armee gab es auch dieses Gefühl. Wahrscheinlich geht es in beiden Fällen nicht ohne Befehl und Gehorsam.
Doch warum habe ich das Gefühl des völlig ausgeliefert sein ausgerechnet da, wo es mir ohnehin besonders schlecht geht – im Krankenhaus? Hier wird eigentlich alles für mich entschieden. Ich kann mir weder mein Zimmer aussuchen, noch mit wem ich das teilen will. Von freier Arztwahl bin ich hier so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Ich muss machen, was das Personal anordnet, ich bekomme Medikamente hingestellt, muss zu Untersuchungen, bekomme Spritzen – alles ohne das ich wirklich ein Mitspracherecht habe. Ich bin ja krank und muss gehorchen.
Man stelle sich solche Vorgehensweisen in Unternehmen oder Bildungseinrichtungen vor. Da ist so ein Umgang mit Menschen nahezu unvorstellbar. Ich stelle mir gerade vor, ein zehnjähriges Kind, dass in der Schule vieles mitentscheiden kann, kommt in ein Krankenhaus und muss mit sich machen lassen, was man für ihn für gut hält. Das Kind versteht doch die Welt nicht mehr.
Ich verstehe so einen Umgang mit Patienten auch nicht oder gebe mein seine Mündigkeit an der Krankenhauspforte ab?
Wenigstens beim Frühstück werde ich gefragt, was ich essen will. Ist mir aber eigentlich egal, denn ich will nur mit der Bestes Frau der Welt frühstücken.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Adalbert, Florentina, Margot
Ich wünsche Ihnen einen genussvolles Frühstück.
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Völlig ausgeliefert
... wie vor hundert Jahren
Veröffentlicht am: 20.06.2026
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