
Gestern zitierte Hubertus Meyer-Burckhardt seine Oma mit dem Satz „Schuster, bleib nicht bei Deinen Leisten“. Ein Satz, der das Leben des Fernsehmanns, der gerade 70 wird, prägte. Wenn ich zurück blicke, so war das bei mir nicht anders.
Ich weiß nicht, ob man heute noch immer hört „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“, in meinen Kindertagen war das durchaus noch der Fall. Das passte zu Sätzen wie „Einmal Opel, immer Opel“, der nicht auf das gefahrene Auto sondern auf den Arbeitgeber abzielte. Damals war man stolz, dass man die berufliche Tradition in der dritten oder vierten Generation fortsetze. Das bedeutete ja auch eine Form von beruflicher Sicherheit. Wer einen sicheren Arbeitsplatz hatte, konnte eine Familie gründen.
Und heute? Da gilt eben, dass der Schuster nicht mehr bei seinen Leisten bleibt. Man will nicht in die Fußstapfen der Eltern und Großeltern treten, man will Neues ausprobieren. Das ist auch gut so, wie ich mit Blick auf mein Leben sagen kann. Es hat aber auch einiges an Nachteilen. Man ist nicht schon mit 18, 19 Jahren finanziell abgesichert, eine Familiengründung wird zumindest deutlich schwieriger. „Schuster, bleib nicht bei Deinen Leisten“ heißt ja auch nicht, dass man zumindest eine Idee davon hat, wohin es in seinem Leben gehen soll. Es heißt aber auch, eine sich öffnende Tür nicht zu ignorieren. Mir öffneten sich immer wieder Türen, durch die ich ging – und das habe ich eigentlich nie bereut.
Was ich auch nie bereue ist mein Frühstück, aktuell ohne die Beste Frau der Welt.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Magdalena, Marlene, Verena
Foto: Pixabay
Morgengruß von Helmut Harff: Schuster, bleib nicht bei Deinen Leisten
… eine tolle Weisheit
Veröffentlicht am: 22.07.2026
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