
Romeo und Julia von Shakespeare kennt wohl jeder. Das Stück gibt es als Schauspiel, als Oper und als Ballett – nicht so am Staatstheater Cottbus. Im wohl schönsten Jugenstiltheater der Republik führt man Romeo und Julia als eine Tragödie in vier Künsten auf.

Ja, es gibt die Protagonisten gleich dreimal, als Tänzer, Sänger und Schauspieler. Als die nicht minder wichtige vierte Komponente agiert zum Auftakt mitspielend das Philharmonische Orchester Cottbus. Eigentlich gibt es noch eine fünfte Truppe auf der Bühne – die Techniker. Wenn man nun noch mitbekommt, dass man so ganz ohne den legendären Balkon auskommt, den Shakespeare ja in Verona verordete. Das alles ist kein Mischmasch geworden, sondern eine wahnsinnig intensive, spannende, begeisternde und mich auch etwas verstörende über dreistündige Vorstellung. Nur das Bühnenbild fiel wohl nicht nur bei mir völlig durch.

Hinter der tanzenden Julia verbergen sich Alessandra Armorina / Laura Oakley / Rachele Rossi, Sonja Isabel Reuter singt die Julia und Dominika Hebel spielt die unglücklich Liebende. Mit letzterer sprach ich kurz auf der Premierenfeier. Sie kommt ganz frisch von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, eine sehr junge, zerbrechlich wirkende Frau, eine Julia, bei der man ihre Liebe, aber auch ihre Verzweiflung wirklich spürt.

Doch nicht nur auf der Bühne ging gestern die Post ab. Vor dem Theater versammelten sich zahllose Cottbusser um das vom Lichtkünstler Gregor Eisenmann illuminierte Haus zu bewundern und dabei ein Glas Wein vom nahegelegenen Weingut Schorbus zu genießen.
Was für ein verrückter und zauberhafter Theaterabend!
Die Beste Frau der Welt und ich werden den nicht nur beim Frühstück nachklingen lassen.
Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.
Gratulation allen, die heute Namenstag haben: Vinzenz, Hiltrud, Dietrich
Fotos: Jochen Quast, eigen
Morgengruß von Helmut Harff: Die sind verrückt, die Theatermacher in Cottbus
Sie haben Romeo und Julia völlig neu erfunden
Veröffentlicht am: 27.09.2026
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