
(djd). Der Klimawandel macht es möglich: Tropische Mückenarten haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter in Europa ausgebreitet – und dabei auch tropische Krankheiten mitgebracht. Dazu gehört zum Beispiel das Chikungunya-Fieber, das Symptome wie plötzliches Fieber und schwere Gliederschmerzen mit sich bringen kann.
Es wird unter anderem von der Asiatischen Tigermücke übertragen, die auch in Deutschland längst heimisch geworden ist. Im vergangenen Jahr erreichten die Infektionen in Europa einen neuen Höhepunkt: Bis Mitte August meldete das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bereits 27 Ausbrüche, so viele wie nie zuvor. Damit steht Europa an der Schwelle zu einer neuen Phase, in der von Mücken übertragene Krankheiten zur neuen Normalität werden.
Mücken abwehren, Stiche vermeiden
Auch für das West-Nil-Virus verzeichnete die ECDC mit 335 lokalen Übertragungen und 19 Todesfällen bis Mitte August 2025 erneut sehr hohe Zahlen. Es wird im Gegensatz zum Chikungunya-Fieber durch einheimische Mücken übertragen. „Das beste Beispiel dafür ist die gemeine Stechmücke“, erklärt dazu Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche werden deshalb immer wichtiger. „Als erstes sind hier Repellentien zu nennen“, so der Experte. „Am effektivsten sind chemische Repellentien, allen voran Diethyltoluamid, besser bekannt als DEET.“ DEET wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Es wirkt zum Beispiel im Präparat Anti Brumm Forte aus der Apotheke. Der Testsieger der Stiftung Warentest (Ausgabe 5/25) schützt nicht nur bis zu sechs Stunden zuverlässig gegen tropische und einheimische Mücken, sondern auch bis zu fünf Stunden gegen Zecken.
Brutplätze beseitigen
Als weitere Maßnahmen gegen Mückenstiche nennt Schmidt-Chanasit Moskitonetze, Fliegengitter sowie lange, helle und engmaschige Kleidung, außerdem Raumvernebler, bestimmte Pflanzen oder Düfte – viele Tipps zum Mückenschutz gibt es auch unter www.antibrumm.de. Gerade bei der Asiatischen Tigermücke könne außerdem jeder dazu beitragen, Brutplätze zu reduzieren und so die weitere Ausbreitung zu bremsen, so der Professor: „Dazu gehört vor allem, Regentonnen, Blumentöpfe und volle Gießkannen zu entleeren beziehungsweise abzudecken, um die Ei-Ablage im Wasser zu verhindern.“ Erwünschte Wasserstellen wie Vogeltränken sollten regelmäßig ausgeschüttet und erneuert werden.
Foto: djd/Hermes Arzneimittel/Robert Kneschke - stock.adobe.com
Tropische Mücken im heimischen Garten
Invasive Arten bringen Krankheiten wie das Chikungunya-Fieber nach Europa
Veröffentlicht am: 06.05.2026
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