
(von Daniel Dillenburg) Helen Briem vom Elite Team Germany überragt bei der Ladies Open de France im Evian Resort Golf Club und gewinnt mit sieben Schlägen Vorsprung ihr zweites Event der Ladies European Tour.
Ohne auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen zu lassen, spazierte Helen Briem am Finaltag der Ladies Open de France zum Titel. Mit Runden von 69, 65 und 67 Schlägen erreichte die 20-jährige Spielerin des Stuttgarter Golf-Clubs ein Gesamtergebnis von zwölf unter Par. Damit hatte die 1,90 m große Spielerin des Elite Teams Germany am Ende satte sieben Schläge Vorsprung auf die Zweitplatzierten – der größte Siegabstand der Saison 2026 der Ladies European Tour (LET).
Dabei begann die Finalrunde zunächst kontrolliert: Auf den ersten sechs Löchern notierte Briem ausschließlich Pars, ehe sie auf Bahn sieben erstmals ein Birdie spielen konnte. Spätestens mit einem starken Zwischenspurt auf den Back Nine machte sie alles klar: Drei Birdies zwischen Loch elf und 14 sorgten endgültig für die Vorentscheidung.
„Es ist lange her. Ich war ein paar Mal nah dran und habe es nicht geschafft, aber hier ist ein großartiger Ort für meinen zweiten Sieg. Es war ein tolles Wochenende“, erklärte Briem nach ihrem Triumph. Besonders bemerkenswert ist, dass die Deutsche konsequent nach vorne spielte, ohne sich vom Leaderboard beeinflussen zu lassen. „Ich wusste eigentlich gar nicht genau, wie die Abstände sind. Ich habe einfach versucht, weiter Birdies zu machen und mir Chancen zu erarbeiten.“
Der souveräne Erfolg bringt Briem nicht nur ihren zweiten LET-Titel nach dem Sieg bei der La Sella Open 2024 ein, sondern auch die Qualifikation für ein Major: Durch den Triumph sichert sie sich einen Startplatz bei der Amundi Evian Championship 2026. „Majors zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Natürlich hatte ich das im Hinterkopf, aber ich wusste auch, dass es noch andere Wege gibt, sich zu qualifizieren. Das hat mir geholfen, frei zu spielen.“
Eine wichtige Rolle spielt auch weiterhin ihr Vater Jochen, der sie als Caddie begleitet: „Wir haben eine großartige Zeit. Wir lernen zusammen, wir entwickeln uns zusammen – und es ist ein Privileg, mit ihm die Welt zu bereisen.“
Den geteilten zweiten Platz belegten mit jeweils fünf Schlägen unter Par gleich drei Spielerinnen: Shannon Tan (Singapur), Lydia Hall (Wales) und Sara Byrne (Irland). Tan, die bereits 2025 in Evian Zweite wurde, haderte vor allem mit ihrem kurzen Spiel: „Ich habe diese Woche viele Chancen liegengelassen. Besonders die kurzen Putts waren ein Problem.“
Hall zeigte sich dagegen zufrieden mit ihrer mentalen Entwicklung auf dem anspruchsvollen Kurs: „Dieser Platz hat mir über Jahre mental zugesetzt. Dieses Mal war es für mich eine Herausforderung, geduldig zu bleiben und mein Spiel durchzuziehen.” Für Byrne bedeutete Rang zwei das beste Ergebnis ihrer bisherigen LET-Karriere: „Ich bin unglaublich stolz darauf, wie ich mich diese Woche präsentiert habe. Das war eine richtig starke Leistung.“
Aus deutscher Sicht ebenfalls erfreulich: Alexandra Försterling landete mit drei unter Par in den Top Ten. Insgesamt teilten sich sieben Spielerinnen Rang neun. Ein besonderes Highlight gelang Blanca Fernández: Die Spanierin erzielte am Finaltag ein Hole-in-One auf der 16. Sie spielte den Ball aus 136 Metern mit dem Eisen 9 ins Loch.
Auch im Race to Costa del Sol machte Briem einen großen Sprung: Mit nun 600,25 Punkten verbesserte sie sich von Rang 75 auf Position zwölf. Nach diesem beeindruckenden Sieg blickt Briem bereits voraus: „Ich habe jetzt eine Woche Pause, dann spiele ich beim Dow-Turnier. Ich freue mich darauf – und dann schauen wir, was die Saison noch bringt.“
Die Ergebnisse der weiteren deutschen Spielerinnen: Laura Fünfstück +1 (T28), Patricia Schmidt & Celina Sattelkau +4 (T51) und Carolin Kauffmann +6 (T59).
Foto: Tristan Jones/ LET
Helen Briem feiert zweiten LET-Sieg
... mit sieben Schlägen Vorsprung
Veröffentlicht am: 01.06.2026
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