
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die abschließende Bilanz der Verkehrsunfälle für das Jahr 2025 vorgelegt. Danach waren 2.832 im Straßenverkehr getötete Menschen zu beklagen.
Die Zahl erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr (2.770) und war vergleichbar hoch wie 2023 (2.839). Der Automobilclub von Deutschland (AvD) mahnt angesichts der neuesten Veröffentlichung zwingenden Bedarf an stetigem sowie ergebnisorientiertem Einsatz aller Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Senkung der Opferzahlen im Straßenverkehr an.
Opferzahlen niedriger als vor Corona
Betrachtet man die Entwicklung zum Zeitpunkt vor Corona im Jahr 2019, verzeichnen die Statistiken zumindest weniger Opfer als zum damals historischen Tiefststand (3.059). Ein positives Signal ist auch die Zahl der erfassten Schwerverletzten (49.200), die damit auf den niedrigsten Wert seit der getrennten Erfassung von Leicht- und Schwerverletzten 1991 gesunken ist. Insgesamt betont Destatis die langfristige Tendenz zu stark rückläufigen Zahlen bei den Personenschäden seit 1995.
Auf Landstraßen besonders viele Verkehrstote
Wie in den vergangenen Jahren erweisen sich die Landstraßen als besonders unfallträchtig. 56 Prozent aller Getöteten (1.580) kommen dort ums Leben. Die hohen Geschwindigkeiten, fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Sicht beim Überholen und Hindernisse wie Bäume beim Abkommen von der Straße sind hier die Hauptgründe. Aus Sicht des AvD muss die „fehlerverzeihende Straße“ Ziel jeder Infrastrukturmaßnahme sein. Dazu gehören Vorhersehbarkeit der Straßenführung und die Gestaltung von Einmündungen und Kreuzungen. Neben dem Ausbau der Seitenräume sowie ausreichender Markierungen durch die Behörden sind auch Fahrer in der Verantwortung. Aufmerksames Fahren mit einer der Situation angepassten Geschwindigkeit ist entscheidend für die Verkehrssicherheit. Niemand sollte sich auf die im Einzelfall hilfreichen Assistenzsysteme in neueren Fahrzeugen verlassen.
10 Prozent der Opfer auf Autobahnen
Die Autobahn ist nach wie vor die Straßenkategorie mit den wenigsten Verkehrstoten. Dort verloren 292 Menschen ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls und damit lediglich 10 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl. Darunter 59 Insassen von Güterkraftfahrzeugen (zum Beispiel Lkw, Sattelzugmaschinen oder Kleintransporter) sowie 34 Fahrer von Krafträdern. 177 der Getöteten waren laut Statistik Pkw-Insassen.
Bei den verzeichneten Personenschäden innerorts ist der Anteil von Radfahrern und Fußgängern beträchtlich. Sie machen bei den insgesamt 960 Getöteten knapp 63 Prozent (602) aus. Destatis weist dabei zudem auf einen mit 42 Prozent hohen Anteil von ums Leben gekommenen Pedelec-Fahrern (119) bei den tödlichen Radunfällen innerorts (insgesamt 285) hin.
Immer mehr Personen ab 65 Jahren
Auffällig ist in der Statistik für 2025 auch die weiter ansteigende Zahl von Personen ab 65 Jahren bei allen Todesfällen. Sie haben insgesamt einen Anteil von 39 Prozent. Ebenfalls bemerkenswert: Mit dem Rad, inner- und außerorts, verunglückten insgesamt 286 Senioren tödlich. Die Anzahl getöteter Kinder unter 15 Jahren hat sich im Vergleich zum Vorjahr (53) auf 74 erhöht. 31 Kinder kamen als Insassen eines Pkw ums Leben, 22 waren zu Fuß und 13 mit dem Fahrrad unterwegs.
AvD engagiert sich für Verkehrssicherheit
Der AvD tritt für die bezahlbare individuelle Mobilität seiner Mitglieder ein. Das Auto ist mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel der meisten Deutschen. Die Studie „Mobilität in Deutschland“ zeigt regelmäßig den großen Stellenwert des Autos für die Bewältigung des Alltags auf. Deshalb mahnen die von Destatis vorgelegten Zahlen zu verstärkten Anstrengungen, den Verkehr für alle sicherer zu machen. Dazu gehören verstärkte Investitionen in die Straßeninfrastruktur, bessere Ausstattung bei der Überwachung und Kontrolle des Straßenverkehrs sowie Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und gegenseitiges Verständnis durch die Verkehrsteilnehmer.
Der AvD bekennt sich zur „Vision Zero“. Das internationale Leitbild wird von politischen und gesellschaftlichen Akteuren zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt. Die EU will dabei die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent senken. Der AvD engagiert sich diesbezüglich als Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) für entsprechende Maßnahmen und Aktionsprogramme.
Stärkere Anstrengungen für Verkehrssicherheit
AvD bekennt sich zur „Vision Zero“
Veröffentlicht am: 11.07.2026
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