
(djd). Ursprüngliche Wildflüsse und bizarre Felsformationen, trutzige Burgen und zarte Glaskunst, tiefe Wälder und gastfreundliche Orte – wer den Bayerischen Wald erwandert, erlebt eine kontrastreiche und reizvolle Landschaft. Wo im 18. Jahrhundert die legendären Panduren unter ihrem Anführer Franz Freiherr von der Trenck im Österreichischen Erbfolgekrieg wüteten, führt heute der Pandurensteig durch friedliche Natur.
Der 177 Kilometer lange Fernwanderweg von Waldmünchen nach Passau verbindet die beliebten Routen des Pfahl- und des Ilztalwanderwegs. Für die gesamte Strecke sollte man acht Tagesetappen mit jeweils vier bis acht Stunden Gehzeit einplanen – und wird unterwegs auf Schritt und Tritt mit landschaftlichen und kulturellen Highlights belohnt.
Quarzsäulen und Burgruinen
So führt der Pandurensteig unter anderem entlang des „Pfahls“, eines der schönsten Geotope Bayerns. Schon auf der zweiten Tagesetappe bei Thierlstein nahe Cham flankieren eindrucksvolle Felsformationen den Weg. Westlich von Viechtach ragen weiße Quarzsäulen sogar über 30 Meter in die Höhe. Auf der vierten Etappe passiert man den Turm der Burgruine Weißenstein bei Regen, der spektakulär auf dem Quarzriff thront. Wie bei vielen geologischen Besonderheiten gibt es auch für den über 150 Kilometer langen „Pfahl“ eine althergebrachte Sage: Der zufolge sollen sich die Hörner von Luzifer in Stein verwandelt haben, als dieser den Deckel zur Hölle lüftete. Damit die Wanderer nicht vom Weg abkommen, weist ein schwarzer Krummsäbel auf rotem Grund die Richtung.
Empfehlenswert für unterwegs sind zudem der kostenlose Etappenführer oder das Smartphone. Unter www.pandurensteig-wandern.de stehen alle nützlichen Informationen bereit – von Wegbeschreibungen und Audioguides über Adressen wanderfreundlicher Gastgeber bis hin zu „Wandern-ohne-Gepäck“-Angeboten.
Wandern an der schwarzen Perle
Die Schlussetappe führt innerhalb des Ilzbogens von Fürsteneck bis nach Passau. Die Ilz, aufgrund ihrer dunklen Färbung auch „schwarze Perle“ genannt, ist eine der letzten Wildflusslandschafen in Bayern. Wer sich nicht nur für Naturdenkmäler interessiert, kann sich gerade auf dem letzten Abschnitt der Mehrtageswanderung auf eine hohe Dichte kultureller Sehenswürdigkeiten freuen. Imposante Bauwerke wie die Burgruine Hals und die Veste Oberhaus flankieren den Weg. Von der über 800 Jahre alten Veste Oberhaus – einer der größten erhaltenen Burgenanlagen Europas – eröffnet sich der Blick auf die Dreiflüssestadt Passau. In den bunten Gassen der Altstadt lässt sich eine aktive Woche in der Natur mit gemütlichem Stadtflair und kulinarischen Belohnungen genussvoll abrunden.
Foto: djd/Tourismusverband Ostbayern/Thomas Kujat




