
Wiens großes Ausstellungshaus Albertina feiert 2026 sein 250-jähriges Gründungsjubiläum mit einem umfangreichen Festprogramm. Zu diesem Anlass wird auch Dürers berühmter „Feldhase“, zuletzt in seiner Werkschau 2019/2020 zu sehen, wieder einmal gezeigt – eine Sensation.
1776 gründete Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822) die heutige Albertina, die längst als eine der wichtigsten druckgrafischen Sammlungen der Welt gilt und über eine Million Zeichnungen und Druckgrafiken von der Spätgotik bis zur Gegenwart umfasst. Der Herzog befasste sich Zeit seines Lebens mit dem systematischen Sammeln grafischer Blätter und Zeichnungen. Als er starb, erreichte die Sammlung bereits eine Größe von rund 14.000 Zeichnungen und 160.000 druckgrafischen Blättern – die Basis der heutigen Albertina.
Open House am 4. und 5. Juli 2026
Gefeiert wird das Geburtstagsjubiläum dieses Jahr groß – mit drei Sonderausstellungen und einem Open House bei freiem Eintritt am 4. und 5. Juli 2026, dem Geburtstagswochenende der Albertina. Hier erwartet die Besucher:innen ein vielfältiges Familien- und Vermittlungsprogramm. Die Gründung der Albertina geht auf den Zeitraum Juli 1776 zurück. Herzog Albert von Sachsen-Teschen, namensgebend für die heutige Albertina, unternahm mit seiner Frau Erzherzogin Marie Christine, Tochter der Kaiserin Maria Theresia, eine Bildungsreise nach Italien. In den ersten Julitagen übergab der kaiserliche Gesandte Conte Giacomo Durazzo in Venedig dem Paar eine ausgewählte Grafiksammlung, die sie drei Jahre zuvor in Auftrag gegeben hatten.
Ausstellungstrilogie zum Jubiläum

Das Geburtstagsjahr der Albertina steht unter dem Motto „Offen für die Zukunft“. Das Museum hat eine Sammlung von Weltrang, die konsequent weiterentwickelt wird. Die drei Hauptausstellungen im Jubiläumsjahr verfolgen einen Perspektivenwechsel und befassen sich mit der Frage, was bisher noch nicht über die bewegte Geschichte der Albertina erzählt wurde. Die aktuelle Schau „Faszination Papier. Rembrandt bis Kiefer“ (noch bis 22.3.2026) lädt das Publikum ein, das traditionsreiche Medium Papier neu zu erleben. Hier begegnen sich historische und zeitgenössische Positionen, von Radierungen bis Skulpturen aus Papier.
Jahreshighlight ist die Jubiläumsausstellung „Sammeln für die Zukunft. 250 Jahre Albertina“. Sie widmet sich von 19.6. bis 11.10.2026 den Anfängen und der Geschichte der Albertina. Die Ausstellung erforscht die unterschiedlichen Motive der Sammelnden und die Auswahl der Künstler:innen. Hier dürfen bekannte Werke wie Albrecht Dürers Feldhase oder Zeichnungen von Egon Schiele nicht fehlen. Dass Dürers weltberühmter Hase aus dem Stall (sprich Speicher) gelassen wird, ist eine kleine Sensation. Das Werk aus dem Jahr 1502 kann aus konservatorischen Gründen nur sehr selten gezeigt werden.
Die Ausstellung rückt auch eine weibliche Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die in ihrer Bedeutung für die Sammlungsgründung häufig im Schatten ihres Gatten stand: Erzherzogin Marie Christine. Als Habsburger-Tochter brachte sie das Vermögen in die Ehe ein, das den umfassenden Erwerb von Kunst und damit die Gründung der Albertina erst ermöglichte. In der Ausstellung wird aufgegriffen, dass Marie Christine auch selbst von Jugend an sehr talentiert und künstlerisch tätig war.
Einen neuen Blick auf die Sammlung der Albertina erlaubt auch die Ausstellung „Künstlerinnen der Albertina“ (30.10.2026-17.1.2027). Bisher zu wenig beachtete Werke von Frauen werden in einem Dialog über die Epochen gezeigt. Speziell bei historischen Sammlungen stellt sich oft die Frage nach der Präsenz von Künstlerinnen. Dabei haben Frauen die Kunst entscheidend mitgestaltet, auch wenn ihre Beiträge lange unsichtbar blieben oder sogar vergessen wurden. Die Schau zeigt die Vielfalt der von Frauen geschaffenen Kunst.
Weitere Programmhöhepunkte 2026
Neben dem Jubiläumsprogramm gibt es in der Albertina und ihrem zweiten Standort in Wien, der Albertina modern, 2026 aber noch viel mehr zu entdecken. In der Albertina ist im Frühjahr Honoré Daumier zu sehen, der französische Meister der politischen Karikatur (bis 25.5.2026). Die beiden Jahrhundertkünstler Pablo Picasso und Francis Bacon, beide für ihre figurative Malerei bekannt, stehen im Fokus der großen Herbstausstellung (18.9.2026-31.1.2027). In der Albertina modern präsentiert die Schau „KAWS. Art & Comix“ (3.4.-27.9.206) Gegenwartskunst an der Schnittstelle von Comics und Kunst. Mit Ausstellungen zu Franz West (6.11.2026-29.3.2027 in der Albertina modern) und Arnulf Rainer (13.11.2026-4.4.2027 in der Albertina) widmet man auch zwei herausragenden österreichischen Künstlern Retrospektiven.
Albertina
Albertinaplatz 1
1010 Wien
Albertina modern
Karlsplatz 5
1010 Wien,
Fotos: WienTourismus/Paul Bauer, Albertina, Wien
250 Jahre Albertina
Dürers berühmter „Feldhase“ wieder zu bewundern
Veröffentlicht am: 10.03.2026
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