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Bayreuther Festspiel-Feeling für alle

Die Vielfalt der Kulturstadt abseits des Grünen Hügels erleben



(w&p) Wagner, ja aber bitte ohne Fliegender Holländer, Walküren und Tannhäuser? Die Bayreuther Festspiele sind für viele Wagner-Fans ein absolutes Muss, besonders in diesem Jahr, in dem die wohl bekanntesten Opern-Festspiele 150 Jahre feiern.

Das ganzjährige Sonderprogramm zum Jubiläum unter dem Motto Festival150 bietet zahlreiche Veranstaltungen und Angebote für all diejenigen, die Wagners Werk lieber nicht im Abendkleid oder Smoking begegnen und fernab des Grünen Hügels genießen möchten. Ob Kurztrip im Spätsommer oder Herbst, die oberfränkische Kulturstadt hat in diesem Jahr einiges zu bieten.

Ausgewählte Event Highlights


Abseits der Hauptbühne bietet Bayreuth ein breites Angebot für Jung und Alt, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums finden ganzjährig ausgewählte Programm-Highlights rund um Richard Wagner und sein Werk statt. Das Festival150 bietet Einheimischen, Gästen, und TouristInnen Konzertabende, Workshops, Ausstellungen und viele weitere Highlights, die den Komponisten in ein neues, frisches Licht rücken.

Dass Wagner auch für Kinder und Jugendliche zugänglich sein kann, zeigen einige Angebote, die im Jahresprogramm zu finden sind. Dabei werden aktuelle Inszenierungen, wie bspw. „Der Fliegende Holländer“, kindgerecht aufgearbeitet und das Stück den Kleinsten in Form eines Familienworkshops nähergebracht oder im Marionettentheater Operla liebevoll auf kleiner Bühne inszeniert.

Auch zahlreiche Museen erweitern ihre Dauerausstellungen mit Sonderausstellungen in diesem Jahr. So stellt das Urwelt-Museum Oberfranken die Frage, welche Verbindungen es zwischen Dinosauriern und Drachen gibt und was die menschliche Vorstellungskraft alles damit zu tun hat. Im Jean Paul Art Space kuratiert der tschechische Künstler Vladimir Kiseljov eine einzigartige Ausstellung, die sich dem Mysterium Wagner widmet. Das Historische Museum Bayreuth lädt seine Gäste derweil auf eine Zeitreise mit einer Fotoausstellung, die die Festspiele der vergangenen Jahrzehnte zeigt, ein.

Natürlich darf aber auch der musikalische Aspekt nicht fehlen, hier finden sich zahlreiche Konzerte der unterschiedlichsten Art in der ganzen Stadt verteilt. So findet in den Räumlichkeiten der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne ein Klavierabend mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater München statt, große Klänge wiederum erwarten Gäste im Herbst, wenn die Bamberger Symphoniker und die Stuttgarter Philharmoniker zu Gast im Friedrichsforum sind. Weitere Veranstaltungen umfassen u. a. ein Liederabend auf der Kulturbühne Reichshof unter dem Titel, „Der Meisterbäcker von Nürnberg“, frei nach der Wagner-Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“, ein Klavierkonzert mit Rafal Blechacz im Großen Saal des Friedrichforums, das Streichquartett Niels Gade Quartett ist ebenfalls diesen Herbst im Friedrichsforum zu Gast.

Eintauchen in die Welt des bedeutenden Komponisten

Wagner lässt sich nicht nur auf dem Grünen Hügel erleben, sondern auch im Herzen der Stadt Bayreuth. Ein vielfältiges Kulturprogramm widmet sich auf informative, unterhaltsame und zugängliche Weise dem Leben und Wirken des Komponisten. Erste Anlaufstelle ist das Richard-Wagner-Museum im Haus Wahnfried, dem einstigen Wohnsitz des Künstlers und seiner letzten Ruhestätte. Gleich nebenan befinden sich das Siegfried-Wagner-Haus mit dem Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung sowie ein moderner Ausstellungsbau mit teils wechselnden Exponaten.

Wer tiefer in Wagners Welt eintauchen möchte, schließt sich einer Führung an. Auf den Spuren des Komponisten geht es von Haus Wahnfried zur traditionsreichen Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne, durch den malerischen Hofgarten bis hin zum barocken Markgräflichen Opernhaus, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Ein weiteres Jubiläum: In diesem Jahr feiert das Richard-Wagner-Museum sein 50-jähriges Bestehen. Zelebriert wird dieses mit einem Sonderprogramm unter dem Motto „50/150 - Utopie und Echo“ im Haus Wahnfried. Ein Highlight: In der Schatzkammer werden originale Handschriften Wagners zu seiner Oper „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ gezeigt, die in dieser Saison auf dem Spielplan steht.

Rückzugsorte ganz ohne Wagner


Wer dem Festspiel-Trubel gänzlich entkommen will, findet in der Kulturstadt an vielen Ecken eine willkommene Abwechslung zu Richard Wagner. Beginnend mit der Eremitage, die sich im satten Grün über der Stadt erhebt und ein wahres Naturidyll für ruhige Momente bietet. Kunstvolle Wasserspiele, geometrisch angelegte Heckenquartierte und schattige Laubengänge machen einen Spaziergang im Sommer zu einem wahren Erlebnis, ein Besuch der Oberen und Unteren Grotte sowie der märchenhaften Orangerie runden den Besuch harmonisch ab.

Für eine unerwartete barocke Opulenz sorgt das UNESCO Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus und das angrenzende Opernhausmuseum. Das ganz aus Holz erbaute, mit bemalten Leinwänden, reichhaltigem Stuck und detailgetreuen Schnitzereien verzierte Konzerthaus, ist in dieser Form weltweit einzigartig. Das Meisterwerk, das vor über 275 Jahren erbaut wurde, wird noch heute für ausgewählte Veranstaltungen genutzt und Gäste genießen die einmalige Atmosphäre dieses besonderen Opernhauses. Wer tiefer in die Barock-Zeit eintauchen möchte, besucht das Opernhausmuseum und erkundet dank der immersiven und interaktiven Ausstellung diese faszinierende Welt.

Wer mehr von der schönen Region Oberfrankens sehen möchte, schnappt sich am besten ein Fahrrad oder die Wanderschuhe und erkundet damit die idyllische Fränkische Schweiz. Die sanfte Kulisse ist geprägt durch geschwungene Pfade, majestätische Burgen und teils bizarre Felsformationen. Ein anspruchsvolleres Gelände für Sportler bietet das Fichtelgebirge, durch dessen dichte Wälder herausfordernde Single-Trails für ambitionierte und erfahrene Mountainbiker und Wanderer führen.

Foto: eigen

 


Veröffentlicht am: 07.08.2026

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