
Acht Suiten, 29 Mitarbeitende und eine Insel mit weniger als 1.500 Einwohnern: Als Villa Nai 3.3 im Sommer 2021 auf Dugi Otok eröffnete, stand die Reisewelt nahezu still. Fünf Jahre später zählt das Adults-only-Refugium zu den außergewöhnlichsten Hideaways des Mittelmeerraums. Es ist das einzige Hotel Kroatiens mit drei Michelin Keys; zugleich wurde sein hauseigenes Olivenöl 2024 und 2025 als erfolgreichste kroatische Olivenölmarke bei internationalen Wettbewerben geführt.
Die jüngsten Auszeichnungen bei den Olio Nuovo Days 2026 in Paris bestätigen nun erneut, wie eng hier Architektur, Gastlichkeit und Landwirtschaft miteinander verbunden sind.
„Ich erinnere mich daran, wie still die Welt war – und wie laut die Zikaden klangen. Die Gäste, die uns in diesem ersten Jahr fanden, waren ganz bewusst von weit her gekommen. Am Ende der Saison lag unsere Gästezufriedenheit bei The Leading Hotels of the World bei 9,89. Danach hörte ich auf, mir Sorgen zu machen.“ Goran Morović, Eigentümer von Villa Nai 3.3
Ein junges Hotel auf einem jahrhundertealten Gut
Villa Nai 3.3 liegt oberhalb des Kornati-Kanals, eingebettet in Olivenhaine, die von der Familie Morović seit mehr als 400 Jahren bewirtschaftet werden. Der kroatische Architekt Nikola Bašić – bekannt für die Meeresorgel und den „Gruß an die Sonne“ in Zadar – zeichnete das Gebäude in die Landschaft hinein. Der beim Aushub gewonnene Stein wurde für die Wände verwendet, ein begrüntes Dach lässt die Architektur mit dem Hang verschmelzen. Zudem gehörte Villa Nai 3.3 als einziges europäisches Haus zu den Finalisten des ersten Michelin Architecture & Design Award.
Für Goran Morović, Bauingenieur, Hotelier und lebenslangen Fischer, ist jedoch nicht das Hotel der Ausgangspunkt der Geschichte, sondern das Land: „Das Hotel ist das Jüngste auf diesem Gut. Wenn Menschen hier ankommen, kommen sie auf einen bewirtschafteten Hof, der gelernt hat, Gäste zu empfangen. Das Land kommt zuerst – und das Hotel lebt an seiner Seite.“
Paris würdigt Drobnica, Blend und Coratina
Bei den Olio Nuovo Days in Paris, die 2026 ihr zehnjähriges Bestehen feierten, überzeugten alle drei eingereichten Öle von Villa Nai 3.3. Die Jury unter Vorsitz von Eugénie Béziat, Sterneköchin des Espadon im Ritz Paris, zeichnete die autochthone dalmatinische Sorte Drobnica und den Blend mit jeweils mindestens 95 Punkten als „Best in Class“ und mit Premium Gold im Qualitätswettbewerb aus. Beide erhielten zudem Premium Gold im High-Phenolic-Programm, das den Phenolgehalt zusammen mit einem ausgewogenen sensorischen Profil bewertet. Das Coratina-Olivenöl gewann in beiden Kategorien Gold.
„Diese Anerkennung in Paris ehrt eine Arbeit, die im Hain beginnt und in der Mühle endet. Jede Auszeichnung sagt uns dasselbe: Das Land, die Ernte und die Pressung sind in guter Ordnung.“ Goran Morović
Besondere Bedeutung hat die Prämierung der Drobnica. Die alte, an der kroatischen Küste heimische Sorte wächst in den familieneigenen Hainen und verkörpert die Herkunft des Guts wie kaum eine andere. Geerntet wird von Ende September bis Oktober; die Früchte gelangen direkt in die Mühle auf dem Anwesen und werden innerhalb weniger Stunden verarbeitet. Gäste können bei der Ernte mithelfen und das neue Öl noch am selben Tag verkosten. Im Restaurant 3.3 eröffnet es jede Mahlzeit pur, bevor es in der Küche zum Einsatz kommt. Auch Blätter und Pressrückstände werden genutzt, unter anderem im Spa.
Klein bleiben – und erstmals den Winter öffnen
Die Größe des Hauses soll sich auch nach fünf Jahren nicht verändern. Die acht Suiten sind kein Limit, sondern Teil des Konzepts: Sie bewahren die Ruhe des Anwesens und ermöglichen eine persönliche Verbindung zwischen Gästen, Küche, Hain und Ernte. „In fünf Jahren habe ich mir kein einziges Mal eine neunte Suite gewünscht“, sagt Morović.
Verändern wird sich dagegen die Saison. Bislang öffnete Villa Nai 3.3 von April bis Oktober. 2026 bleibt das Haus erstmals über den Jahreswechsel geöffnet; langfristig ist ein Ganzjahresbetrieb geplant. Damit erschließt das Refugium jene Jahreszeit, die bereits in seinem Namen steckt: „Nai“ ist ein alter lokaler Ausdruck für Schnee. Die Zahl 3.3 erinnert an jene durchschnittlichen Schneetage, auf die frühere Olivenbauern als Zeichen für eine gute Ernte vertrauten.
„Wir werden das Gut klein halten, die Ernte im Mittelpunkt lassen und dem Land erlauben, das Tempo vorzugeben. Es tat das schon 400 Jahre vor dem Hotel – und es kann es besser als ich.“ Goran Morović über die kommenden fünf Jahre.
Wo das Land den Takt vorgibt
Vom mutigen Start im Pandemiejahr zum einzigen Hotel Kroatiens mit drei Michelin Keys
Veröffentlicht am: 25.08.2026
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