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Wo es grünt, blüht und summt

Sommerliche Wanderungen durch die grüne Idylle des Bayerischen Waldes



Buntblühende Wiesen, rauschende Bäche und wildromantische Klammen – zur wärmsten Jahreszeit ist es unbeschreiblich schön in der größten Waldlandschaft Mitteleuropas - im Bayrischen Wald.


Zahlreiche Blumen entfalten ihre volle Pracht, die Wiesen und Wälder zeigen sich in sattem Grün und Bienen sowie Zikaden summen in der warmen Sommerluft. Dies ist die richtige Zeit in die Wanderschuhe zu steigen und mit allen Sinnen in die Natur einzutauchen. Ob durch den bayerisch-böhmischen Wald an der Grenze zu Tschechien, durch die Saußbachklamm bei Waldkirchen oder über die Streuobstwiesen nordöstlich von Deggendorf – diese drei Regionen sind zum Wandern in der warmen Jahreszeit besonders empfehlenswert:

Duftende Wildblumen auf grünen Weiden – die Waldhufenlandschaft


Während die Luft vom Summen der Wildbienen und dem Gesang zahlreicher Vogelarten erfüllt ist, schweift der Blick über die von unzähligen Wildblumen übersäten Wiesen – willkommen in der sommerlichen Naturidylle der Bischofsreuter Waldhufen, einer Schatzkammer voller Naturwunder. Das friedvolle Fleckchen Erde liegt auf knapp 1.000 Metern Höhe direkt am Goldenen Steig, der historischen Salzsäumerroute, die von Passau nach Prachatice führt.

Informationstafeln entlang des grenzüberschreitenden Abschnitts erzählen von Naturbesonderheiten, Steinäckern und Waldwiesen sowie von der Geschichte der Grenzregion zu Tschechien, als Siedler vor rund 300 Jahren ausgehend von ihren Höfen streifenförmig den Wald rodeten und diese mit Hecken und Bäumen säumten. Diese Streifen nennt man Hufen. Wer heute durch die Landschaft wandert, kann mit offenen Augen über 200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten entdecken. Kein Wunder, dass die malerische Region zu einem der 30 „Hotspots der Biodiversität“ mit nationaler Bedeutung für die Artenvielfalt in Deutschland zählt.

Ein Höhepunkt der Gegend ist die Wüstung Leopoldsreut auf dem Bergrücken des Haidels, rund fünf Kilometer von Bischofsreut entfernt. Im Jahr 1962 haben die letzten Einwohner das Dorf verlassen. Wo damals Höfe standen, breitete sich im Laufe der Zeit der Wald mit all seiner Naturvielfalt aus. Einzig das frühere Schulhaus und die Nepomukkirche auf der Lichtung sind vollständig erhalten geblieben. In der Kirche erzählt eine Bildergalerie eindrucksvoll die Geschichte des Dorfes im Winter. Häuser und Höfe waren oftmals so stark eingeschneit, dass die Bewohner zwischen den Häusern Tunnel durch die Schneemassen gruben. In der warmen Jahreszeit sind heute Lupinen und Huflattich am Wegesrand zu finden, die mit ihren leuchtenden Farben zahlreiche Hummeln und Bienen anlocken.

Romantik am wild rauschenden Wasser – die Saußbachklamm

Es rauscht, plätschert und gurgelt – südlich des Luftkurortes Waldkirchen hat sich das Flüsschen Erlau seinen Weg gebahnt und eines der idyllischsten Naturgebiete des Bayerischen Waldes geschaffen: die wildromantische Saußbachklamm. Inmitten von schattenspendenden Bäumen, sattgrünen Büschen und Sträuchern windet sich die Erlau durch die tiefeingeschnittene Schlucht. Sie umspült riesige Granitblöcke, rauscht über die rundgeschliffenen Steinbrocken im Fluss oder sammelt sich in kleinen Becken, um anschließend weiter flussabwärts zu fließen. Wer den Fluss aus nächster Nähe erleben möchte, sollte sich auf den Wanderweg Nr.1 - Saußbachklamm begeben.

Startpunkt des sechs Kilometer langen Rundgangs ist das Tourismusbüro Waldkirchen. Von hier geht es bis zur Saußmühle, wo die Klamm mit ihrer tief eingeschnittenen Schlucht beginnt. Idyllisch gelegene Plätze laden links und rechts des Weges immer wieder zum Innehalten ein, um auch dem Klang des Wassers zu lauschen. Für eine gute Stärkung zwischendurch sorgt die Haller-Alm. Wie ein kleines Hexenhäuschen thront sie mitten im Wald und sorgt neben einer guten Brotzeit vor allem bei Kindern für Spaß: Rundherum können sie auf Felsen kraxeln und spielen. Der Rückweg führt vorbei am Stauwehr über den Triebwerkkanal zurück in das beschauliche Städtchen Waldkirchen.

Spaziergang über Streuobstwiesen – der Lallinger Winkel


Rotbackig oder grün? Wer gerne direkt vom Baum nascht und dabei Wert auf absolut gesunde Inhaltsstoffe legt, ist im Lallinger Winkel genau richtig. Apfel-, Birnen- und Quittenbäume verteilen sich hier über zahlreiche Streuobstwiesen. Von Grün über Gelb bis zu knalligem Rot – das hiesige Obst schmeckt nicht nur unglaublich lecker, sondern ist in seinen bunten Farben auch herrlich anzusehen. Ob saftig-süß oder fein-säuerlich, für jeden Geschmack ist das richtige Obst dabei, schließlich werden in der sogenannten Obstschüssel des Bayerischen Waldes über 30 verschiedene Apfel- und Birnensorten angebaut.

Wanderer, die auf dem Goldsteig, dem Gunthersteig sowie am Hochwaldweg entlangwandern, gelangen auf ihrem Weg vorbei am Streuobsterlebnisgarten Panholling. Wer kennt noch Wildapfel, Holzbirne oder Speierling? Zwischen die Baumparade aus Edelsorten mischen sich alte Wildsorten und laden zum genussvollen Wandeln durch den paradiesischen Garten ein. Wer möchte, pflückt sich nebenbei seine Lieblingsfrucht direkt vom Baum oder träumt auf der gemütlichen Liege zwischen zahlreichen Obstbäumen unter der wärmenden Sonne.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 02.07.2022

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