
Die Sommerferien rücken näher – und mit ihnen die Lust auf kleine Abenteuer, die sich nach großer Reise anfühlen. Passend dazu hat die Deutsche Bahn gerade ein neues Familienticket vorgestellt: Eine gute Gelegenheit, in den Sommerferien Deutschlands Nahreiseziele wiederzuentdecken.
Zum Beispiel die Sächsische Schweiz. Caspar David Friedrich hat der wilden Felsenwelt unweit von Dresden in seinem „Wanderer über dem Nebelmeer“ ein Denkmal gesetzt. Heute lockt die Nationalparkregion mit Schluchten, Tafelbergen und nachhaltigem Mobilitätskonzept vor allem naturverliebte Familien an. Ein Reisetipp für Kurzentschlossene.
Tafelberge besteigen, Höhlen erkunden, sich mit Packraft oder Schlauchboot in die Fluten stürzen: Erlebnis ist keine Frage der Entfernung. Das zeigt die Nationalparkregion Sächsische Schweiz. Die bizarre Felsenwelt aus Elbsandstein ist nur eine S-Bahn-Fahrt von der Kulturmetropole Dresden entfernt. Und doch fühlen sich Besucher auf einsamen Gipfeln und in mystischen Schluchten oft wie im Fantasy-Abenteuer.
Etwa 380 Quadratkilometer ist die Nationalparkregion Sächsische Schweiz inklusive Landschaftsschutzgebiet groß. Sie erstreckt sich in etwa von Pirna bis zur böhmischen Grenze. Markante Landschaftsformen sind die Tafelberge, die vor allem südlich der Elbe das Panorama prägen. Nördlich des Flusses sind reichlich 90 Quadratkilometer als Nationalpark geschützt. Es sind jene besonders wilden und ursprünglichen Felsenwelten, in denen zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause gefunden haben.
Wandern: Das ist die klassische Art, sich dem Naturwunder zu nähern. Ein Netz aus mehr als 1.200 Kilometern markierter Wanderwege durchzieht die Region. Praktisch für Familien mit bewegungsfreudigen Kindern: Es geht selten lange geradeaus. Mal schlängeln sich die Wege durch Felsenlabyrinthe, mal über Stiegen und Leitern, mal durch düstere Abgründe und immer wieder zu erhebenden Fernsichten. An der Bastei zum Beispiel, dem berühmten Felsenriff mit Aussichtsplattform, 200 Meter über dem Elbtal, schweift der Blick auf der einen Seite weit über die Landschaft und auf der anderen in tiefe Felsschluchten hinab. Schon der Aufstieg durch die schaurig-schöne Kulisse der Schwedenlöcher weckt den Abenteuergeist.
Am Fuße der Bastei lädt im Amselgrund der Amselsee mit Felsenpanorama, blauschimmernden Libellen und entspanntem Gondelbetrieb zum Tagesausklang ein. Selbst an heißen Sommertagen bleibt es hier, wie in fast allen Schluchten der Region, angenehm kühl. Kellerklima nennt sich das Phänomen. Ein kellerkühles Wanderhighlight ist die Obere Schleuse in Hinterhermsdorf. Urige Kähne gleiten hier fast lautlos durch die dicht bewachsene Kirnitzschklamm, vorbei an bizarr geformten Felsgebilden.
Weltweit selten ist die Dichte an Tafelbergen in der Sächsischen Schweiz. Einige sind imposante Bergpersönlichkeiten wie der Große Zschirnstein (562 Meter) oder der Lilienstein (415 Meter), andere sind kaum mehr als eine verwitterte Felsgruppe. Bestiegen werden können sie fast alle. Zu den Lieblingsbergen der Familien gehört der Gohrisch, dessen kurzer, überschaubarer Aufstieg mit schmalen Pfaden und Kraxelstellen begeistert.
Weiter flussaufwärts ist jede halbe Stunde das nostalgische Quietschen der Kirnitzschtalbahn zu vernehmen. Seit 1898 ruckelt die gelbe Straßenbahn in aller Gemütlichkeit durch das idyllische Tal. Es ist die einzige Tram der Welt, die in einen Nationalpark einfährt. An den Haltestellen starten kurze Wanderetappen zu Zielen wie dem Felsentor Kuhstall.
Eine besondere Perspektive auf die Felsenwelt bietet die Elbe. Familien gleiten mit Schlauchbooten, Kanus oder Stand-up-Paddle-Boards ruhig am Ufer entlang, vorbei an Sandsteinfelsen und kleinen Orten. Geführte Touren und Verleihangebote ermöglichen auch Wassersporteinsteigern den Zugang zu dieser naturnahen Sommeraktivität.
Burgen, Bühnen, Bergwerk: Geschichte zum Anfassen
Die Sächsische Schweiz ist ein uralter Siedlungsraum. Burgen, Schlösser und Museen illustrieren die bewegte Geschichte der Region. Zu den berühmtesten Zielen gehört die Festung Königstein, die 247 Meter über dem Elbtal auf dem gleichnamigen Tafelberg thront. Für Kinder ist sie vor allem ein märchenhafter Ort mit Kanonen, Brunnen, Geheimgängen und schaurigen Verliesen. Schloss Weesenstein überrascht mit verwinkelter Architektur, virtuellen Ritterturnieren und Rätseln. Familien streifen hier durch möblierte Schlossräume und blühende Parkanlagen. Auf Burg Stolpen erfahren Besucher vom Schicksal der berühmten Gräfin Cosel, die fast 50 Jahre hier als Gefangene verbrachte.
Vom einstigen Bergbau in der Region erzählt das Besucherbergwerk Marie Louise Stolln. Bei der „Kinderführung mit Edelsteinsieben“ fühlen sich auch die Jüngsten mit den Schutzhelmen wie echte Bergleute. Höhepunkt der Tour ist die Edelsteinsuche am unterirdischen See. Und das NationalparkZentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau erklärt die Entstehung und Natur des Elbsandsteingebirges anschaulich und kindgerecht.
Sommertheater unter freiem Himmel bietet die Felsenbühne Rathen, eine imposante Naturbühne mitten im Nationalpark. Manchen gilt sie mit ihrer Felsenkulisse als Europas schönstes Naturtheater. In diesem Sommer stehen neben dem Westernklassiker „Shatterhand“ und der Oper „Freischütz“ die Familienstücke „Rotkäppchen“ und „Pippi Langstrumpf“ auf dem Programm.
Schnitzen, Blümeln, Steinmetzen: Handwerk zum Mitmachen
Handwerkstradition zum Mitmachen erleben Familien in Schauwerkstätten und Manufakturen. Theaterplastikerin Elisabeth Trobisch bietet in der Kasperstadt Hohnstein Kurse zur alten Kunst des Puppenkopfschnitzens an. Mit einem weiteren in Europa fast ausgestorbenen Handwerk macht die Manufaktur Deutsche Kunstblume Sebnitz bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert werden hier Seidenblumen von Hand gefertigt. Montags öffnen die Blümelfrauen die Schauwerkstatt speziell für Kinder. Haltbare Kunstwerke formt auch Steinmetz Jan Lorenz in Dorf Wehlen. Aus Sandstein haben er und seine Familie die Sehenswürdigkeiten der Region verkleinert nachgebildet und so den Miniaturpark Kleine Sächsische Schweiz geschaffen. In Steinmetz-Workshops dürfen Besucher selbst zu Knüpfel und Meißel greifen.
Zug, Fähre, Bus: Entspannte Ferien ohne Auto mit der Gästekarte mobil
Praktisch ist das weitverzweigte Nahverkehrsnetz der Region. Wanderbusse bringen nah an die schönsten Startpunkte, S-Bahnen verbinden die Orte entlang der Elbe, Fähren setzen über den Fluss. Bis auf wenige Ausnahmen können Urlauber das ÖPNV-Angebot ohne zusätzliches Ticket nutzen: In fast allen Orten der Region erhalten sie bei Anreise die Gästekarte Sächsische Schweiz mobil. Diese gilt als Fahrschein für die wichtigsten regionalen Verkehrsmittel – inklusive Kirnitzschtalbahn und einer Buslinie nach Böhmen.
Mit an die Hand bekommen Gäste die Broschüre „Erlebnisse Sächsische Schweiz“. Sie liefert einen kompakten Überblick über alle Freizeitangebote in der Region und darüber hinaus Inspirationen für die Urlaubsgestaltung, Rad- und Wandervorschläge sowie kulinarische Adressen. Erhältlich ist die Broschüre beim Gastgeber, in der örtlichen Touristinformation oder vorab beim Tourismusverband Sächsische Schweiz unter www.saechsische-schweiz.de. Auch zahlreiche weitere Ideen für den Familienurlaub, online buchbare Unterkünfte sowie Tourenvorschläge sind auf dem Urlaubsportal zu finden.
Foto: Dennis Stratmann-TMGS
Abenteuer zwischen Felsen
Familienurlaub in der Sächsischen Schweiz
Veröffentlicht am: 17.06.2026
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