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Pack' die Badehose ein...

ARAG Experten erläutern, warum Schwimmen so wichtig ist und wie man es lernt



In 2021 sind rund zwanzig Prozent weniger Menschen ertrunken als im Vorjahr*. Erfreulich wenig traf es dabei jüngere Kinder, obwohl nur 40 Prozent der Zehnjährigen sicher schwimmen können. ARAG Experten geben daher Tipps, wie sich Kinder und Erwachsene sicher im Wasser bewegen können.

Zahlen zum Ertrinken

Mit 299 Ertrunkenen zählt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) den niedrigsten Stand der Todesfälle im Wasser seit über zwanzig Jahren. *Anmerkung der ARAG Experten: Nicht enthalten in der DLRG-Statistik sind die Opfer der Hochwasser-Katastrophe im vergangenen Jahr. Von den über 180 Menschen, die dabei ums Leben kamen, sind vermutlich viele ertrunken.

Viele Jugendliche können nur schlecht oder gar nicht schwimmen. Bei den elf- bis 20-Jährigen gab es 30 Todesfälle, was einem Anstieg von 15 Prozent zum Vorjahr entspricht. Hinzu kommen erstaunlich viele Opfer älteren Jahrgangs, die vermutlich die eigene Leistungsfähigkeit überschätzen oder wo unbekannte Vorerkrankungen eine Rolle spielen: 57 Prozent der Ertrunkenen waren älter als 50 Jahre.

Immer mehr Menschen lernen schwimmen: Im Vergleich zum Vorjahr absolvierten letztes Jahr rund 30 Prozent mehr Schwimmanfänger – immerhin 111.000 Menschen – einen Schwimmkurs beim DLRG. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts belegt, dass Mädchen häufiger und im Durchschnitt etwas früher schwimmen lernen als Jungen. Vermutlich einer der Gründe, warum immer noch vier von fünf Menschen, die ertrinken, männlich sind. Am größten ist die Gefahr zu ertrinken in Binnengewässern. Hier ereigneten sich laut DLRG rund 85 Prozent der erfassten tödlichen Unglücke.

Immer weniger Menschen können schwimmen

Die Gründe für einen Rückgang der Schwimmfähigkeit sind nach Ansicht der ARAG Experten vielfältig. Durch die Pandemie wurden viele strukturelle Probleme weiter verstärkt. Bereits vor Corona gab es immer weniger Mittel, um in die Jahre gekommene Frei- und Hallenbäder zu sanieren. Laut DLRG kann etwa jede vierte Grundschule keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil kein Bad zur Verfügung steht. Wer sein Kind in den Schwimmkurs schicken möchte, muss oft Wartezeiten von ein bis zwei Jahren in Kauf nehmen oder lange Wegstrecken überwinden, bevor der erste Schwimmzug getan wird.

Ab welchem Alter ins Wasser?

Je früher Eltern ihre Kinder mit dem Wasser vertraut machen, desto besser. Die nötige Vertrautheit mit Wasser entsteht auch durch Regelmäßigkeit. Deshalb sollten Eltern – wenn möglich – einmal pro Woche mit ihren Kleinen ins Schwimmbad oder an den See gehen. Es gibt auch Wassergewöhnungskurse für Ein- bis Vierjährige, die viele Schwimmvereine anbieten. So vorbereitet kann der Schwimmunterricht beginnen. Eine Altersempfehlung dafür gibt es zwar nicht, aber mit fünf Jahren kann die Schwimmausbildung in der Regel starten.

Wer seine Bahnen sicher durchs Becken oder den See zieht, vollführt komplexe Bewegungsabläufe. Die muss der Körper erst erlernen und verinnerlichen. So genannte Crash-Kurse sind also nichts für Kinder! Auch das Seepferdchen-Abzeichen als Ziel ist nach Einschätzung der ARAG Experten nicht ausreichend. Das Seepferdchen zeigt, dass ein Kind nicht sofort untergeht. Dass der Träger ein sicherer Schwimmer ist, der auch mit ungewohnten oder Gefahren-Situationen zurechtkommt, besagt es nicht. Ein guter Schwimmkurs hat mindestens das Bronze-Abzeichen zum Ziel.

Schwimmen lernen – aber richtig!

Eltern sollten ihren Kindern das Schwimmen nur selbst beibringen, wenn sie dazu geschult sind. Ausgebildete Schwimmlehrer haben Grundwissen in Pädagogik und Lernpsychologie. Zudem bringen sie den Kindern die richtigen Bewegungsabläufe bei. Das ist wichtig, weil gerade beim Brustschwimmen viel falsch gemacht werden kann. Die falsche Technik kann dem kleinen Körper mehr schaden als nützen.

Wie finden Eltern aber einen guten Schwimmkurs, wenn die Schule keinen Schwimmunterricht anbietet? Besonders wichtig ist es nach Auskunft der ARAG Experten, dass die Schwimmlehrer ein Zertifikat vorweisen können. Denn die Bezeichnung Schwimmlehrer ist nicht gesetzlich geschützt – jeder darf sich so bezeichnen. Lizenzierte Lehrgänge für Schwimmlehrer bieten z. B. der Deutsche Schwimmverband oder die DLRG an. Lerngruppen sollten nicht mehr als zwölf Kinder groß sein und der Kurs nicht weniger als 20 Stunden beinhalten. Übrigens: Die meisten Bäder und Schwimmvereine bieten auch Schwimmkurse für Erwachsene an.

Schwimmlernhilfen

Ob Flügel, Gürtel, Nudel oder Brett – Schwimmhilfen können Anfängern zwar das Schwimmenlernen erleichtern und bieten einen gewissen Schutz, eine Sicherheit vor dem Ertrinken bieten sie jedoch nicht. Daher raten die ARAG Experten Eltern und Aufsichtspersonen, Schwimmanfänger stets aufmerksam im Blick zu haben. Kaufempfehlung der ARAG Experten: Achten Sie auf die richtige Kennzeichnung, denn innerhalb der Europäischen Union sind nur zertifizierte Produkte der Norm EN 13138 zugelassen. Die Zulassung ist auf die Schwimmhilfen aufgedruckt.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.05.2022

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