
(djd). Als idealer Zeitraum für die Grippeimpfung gilt zwar der (Spät-)Herbst zwischen Oktober und Mitte Dezember. Doch auch im neuen Jahr ist es noch nicht zu spät: Die Grippewelle nimmt meist erst im Januar richtig Fahrt auf und dauert dann drei bis vier Monate – also oft bis Mitte Mai.
Deshalb ist jede spätere Impfung bis ins Frühjahr hinein noch wichtig und sinnvoll. Gerade für Menschen ab 60 Jahren und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit anderen chronischen Krankheiten gilt nämlich: Jeder Winter ohne Grippe ist ein guter Winter.
Hohes Herzinfarktrisiko bei Erkrankung
Die Grippe ist viel mehr als eine Atemwegserkrankung. Sie kann fast alle Organe angreifen und bei chronischen Grunderkrankungen eine Verschlechterung verursachen. Besonders gefährdet ist das Herz. So kann eine Grippeinfektion das Herzinfarktrisiko in den ersten Tagen nach der Erkrankung um das bis zu Zehnfache erhöhen. Auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko und eine deutlich vergrößerte Gefahr für Blutzuckerentgleisungen bei Menschen mit Diabetes können die Folge sein. Schwere Verläufe und Komplikationen können sich dann auf das ganze weitere Leben auswirken: Einer Studie von 2021 mit 925 Patienten zufolge verliert einer von fünf Betroffenen im Alter von 65 und mehr Jahren, der wegen einer Grippe oder akuten Atemwegserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, seine Eigenständigkeit.
Die Grippeimpfung schützt auch das Herz
Eine Grippeimpfung kann also nicht nur bestmöglich vor der Infektion, sondern auch vor potenziellen schweren Folgen schützen, zum Beispiel vor einem akuten Herzinfarkt. Sie hat hier einen vergleichbaren Effekt wie bewährte Maßnahmen zur Herzgesundheit wie ein Rauchstopp oder die medikamentöse Cholesterin- und Blutdrucksenkung und gehört deshalb auch zur Nachsorge bei einem bereits überstandenen Herzinfarkt unbedingt dazu. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren, für Menschen mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes, neurologischen Leiden und Immunschwächen sowie für Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Sie sollte jährlich wiederholt werden, da die Grippeviren sich kontinuierlich verändern. Beratung und Termine gibt es in der Arztpraxis oder Apotheke.
Foto: djd/Sanofi/Getty Images/PixelsEffect
Grippeschutz im neuen Jahr
Besser spät impfen als gar nicht: Die Grippesaison dauert oft bis ins Frühjahr
Veröffentlicht am: 07.01.2026
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