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Parkraum als Umsatzbremse

Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten



Parkflächen werden im Gastgewerbe häufig verwaltet statt aktiv gesteuert – mit direkten Auswirkungen auf Nachfrage, Auslastung und Gästezufriedenheit. Im Mittelpunkt steht daher weniger fehlende Kapazität als die Frage, wie vorhandener Parkraum effizient genutzt wird.

Da neue Stellflächen kaum realisierbar sind und pauschale Gebührenerhöhungen selten greifen, gewinnen datenbasierte Steuerungsmodelle an Bedeutung. Sie ermöglichen es Betrieben, Stellplätze gezielt zu organisieren, Stoßzeiten zu entlasten und den ersten Kontaktpunkt der Customer Journey aktiv zu gestalten.

Die Parkplatzsituation in deutschen Städten verschärft sich weiter: Während die Zahl der Fahrzeuge steigt, bleibt das Angebot an Stellplätzen weitgehend konstant. Für Gastronomie und Hotellerie wird dieser strukturelle Engpass zunehmend zu einem direkten Wettbewerbsfaktor, da die Anreise mit dem Pkw in vielen Fällen Voraussetzung für den Besuch ist. 

Gleichzeitig trifft diese Entwicklung auf eine ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage des Gastgewerbes. Steigende Personalkosten und sinkende Gästezahlen prägen den Markt. Das Problem liegt nicht allein im Mangel an Stellflächen, sondern in deren Nutzung. „Viele Betriebe haben kein reines Kapazitätsproblem, sondern ein Steuerungsproblem“, erklärt Mario Feghali, Leiter Vertrieb und Kundenbetreuung bei Avantpark. Parkraum wird dabei häufig nur bereitgestellt, statt aktiv als Instrument genutzt, um Nachfrage, Auslastung und Umsatz zu steuern. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind unmittelbar messbar: 41 Prozent der Autofahrer haben bereits auf den Besuch eines Geschäfts verzichtet, weil kein Stellplatz verfügbar war. „Parkraum entscheidet in vielen Fällen darüber, ob Nachfrage überhaupt entsteht“, ordnet Feghali ein und ergänzt: „Wer die Ankunftssituation nicht kontrolliert, verliert Gäste, bevor sie den Betrieb betreten.“

Zwischen Knappheit und Leerstand: ein strukturelles Effizienzproblem


Externe Besucher, Dauerparker oder Touristen belegen Flächen, die eigentlich für Hotel- und Gastronomiegäste vorgesehen sind. Außerhalb von Stoßzeiten stehen Stellplätze hingegen leer. Zusätzliche Flächen lösen dieses Problem nur begrenzt. Stattdessen ließen sich Parkflächen deutlich präziser steuern: In Stoßzeiten könnten höhere Gebühren gezielt dafür sorgen, dass vor allem tatsächliche Gäste die Stellplätze nutzen, während außerhalb dieser Zeiten niedrigere Preise zusätzliche Auslastung schaffen. „Parkplätze lassen sich aktiv steuern, so wie viele andere Ressourcen im Betrieb auch“, erläutert Feghali. Auch Modelle wie vergünstigtes oder erstattetes Parken für Restaurant- oder Hotelgäste könnten dazu beitragen, Nachfrage gezielt in tatsächliche Besuche zu übersetzen. Damit wird Parkraum zu einer operativen Schnittstelle, die darüber mitentscheidet, ob vorhandene Nachfrage zu Umsatz wird. 

„Parkflächen sind kein Nebenschauplatz. Sie sind Teil der Wertschöpfung und entsprechend sollten sie auch gesteuert werden“, ordnet Feghali ein. Von der Verwaltung zur Steuerung: Wie Parkraum operativ wirksam wird

Vor diesem Hintergrund verschiebt sich die Rolle des Parkraums grundlegend. Statt als Nebeninfrastruktur wird er zunehmend als steuerbarer Bestandteil des Betriebs verstanden. „Entscheidend ist die Transparenz über die tatsächliche Nutzung“, erläutert Feghali. Erst durch kontinuierliche Erfassung wird sichtbar, wann Flächen ausgelastet sind, wie lange Fahrzeuge stehen und welche Nutzergruppen die Kapazitäten beanspruchen. Im operativen Alltag bedeutet das eine klare Differenzierung: Stellplätze können gezielt bestimmten Nutzergruppen zugewiesen werden – etwa Hotelgästen, Restaurantbesuchern, Mitarbeitenden oder externen Nutzern. Gleichzeitig lassen sich Aufenthaltszeiten regulieren, um eine höhere Fluktuation und damit eine bessere Verfügbarkeit zu erreichen. „Betriebe können so erstmals aktiv steuern, ob ihre Parkflächen den eigenen Umsatz unterstützen oder blockieren“, so Feghali.

Digitale Erwartung trifft auf analoge Ankunft

Parallel dazu verändern sich die Erwartungen der Gäste. Digitale Prozesse entlang der Customer Journey – von der Buchung bis zum Check-out – sind vielerorts etabliert. Die Ankunftssituation bleibt jedoch häufig analog organisiert. „Die Erwartungshaltung hat sich verschoben: Abläufe sollen reibungslos und nachvollziehbar funktionieren und zwar vom ersten Kontaktpunkt an“, erklärt Feghali. Dieser erste Kontaktpunkt ist in vielen Fällen der Parkplatz. Ist dieser unklar organisiert, überlastet oder konfliktbehaftet, wirkt sich das unmittelbar auf die Wahrnehmung des gesamten Aufenthalts aus. Gäste erwarten daher bereits bei der Ankunft ein reibungsloses und positives Erlebnis.

Foto: Pexels/Guenther Dillingen

 


Veröffentlicht am: 07.04.2026

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