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19.06.2026

 

 

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Droht Autofahrern nach Ende des Tankrabatts der nächste Preisschock?

AvD fordert weitere Maßnahmen seitens der Bundesregierung



Der zweimonatige Tankrabatt soll nicht verlängert werden und läuft Ende Juni 2026 aus. Damit droht Autofahrern in Deutschland erneut ein spürbarer Anstieg der Kraftstoffpreise, obwohl es zuletzt eine Annäherung zwischen den kriegführenden Parteien in der Golfregion gab. 

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht daher Handlungsbedarf, um im Sinne der Verbraucher dauerhaft einen transparenten Wettbewerb sowie faire Preise an der Zapfsäule sicherzustellen.

Vor dem Ausbruch der Unruhen im Golf Ende Februar 2026 lag der durchschnittliche Preis für Super bei 1,82 Euro je Liter, Diesel kostete 1,73 Euro. In den Wochen danach kletterten die Spritpreise mit Hinweis auf steigende Rohölnotierungen und die Blockade des wichtigen Transportweges „Straße von Hormus“ auf Höchststände von 2,24 Euro (Super) beziehungsweise 2,43 Euro (Diesel, beides KW 15). Erst die zum 1. Mai in Deutschland eingeführte Senkung der Energiesteuer brachte eine Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter. 

Diese kam auch nach ersten Bewertungen mit leichter Verzögerung bei den Verbrauchern an, wenn auch nicht vollständig und regional unterschiedlich. Im bundesweiten Durchschnitt sanken die Spritpreise zuletzt wieder auf 1,94 Euro für Super und 1,87 Euro für Diesel. Doch die Subvention kostet die Bundesregierung „800 Millionen im Monat“, wie Verkehrsminister Patrick Schnieder erklärte, und wird daher nicht fortgesetzt.

Nachhaltige Maßnahmen gefordert

Zu erwarten ist, dass die Kraftstoffpreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts erneut deutlich nach oben gehen. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte sich unlängst erst entsprechend geäußert, dass der Preisdruck nochmals steigen und sich die Inflationsrate erhöhen dürfte. Daher ist es aus Sicht des AvD zwingend nötig, nachhaltige Eingriffe zu diskutieren. Sinnvoll sind Maßnahmen, die unmittelbar bei den Autofahrern ankommen und zugleich den Wettbewerb stärken. Eine Übergewinnsteuer könnte beispielsweise außerordentliche Krisengewinne abschöpfen und für Entlastungen sorgen, wirkt aber nur mittelbar auf die Preise. Ein Preisdeckel würde Verbraucher kurzfristig schützen, birgt jedoch Risiken für Versorgung und Wettbewerb.

Erfolgversprechender erscheinen eine konsequente Kontrolle des Kraftstoffmarktes, mehr Transparenz sowie gezielte Entlastungen für Berufspendler und Menschen in ländlichen Regionen.

Die jüngsten diplomatischen Annäherungen zwischen den USA und dem Iran sowie internationale Vermittlungsbemühungen haben dazu beigetragen, dass die Ölpreise zuletzt wieder nachgegeben haben. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter beruhigen und wichtige Transportwege offen bleiben, könnte dies zumindest mittelfristig zur weiteren Entspannung der Spritkosten beitragen. Für dauerhaft stabile Kraftstoffpreise reicht dies allerdings nicht aus. Entscheidend bleibt, ob sinkende Rohölpreise schnell und vollständig an die Verbraucher weitergegeben werden. Genau hier sieht der AvD weiterhin erheblichen Handlungsbedarf und fordert die Bundesregierung auf, den Wettbewerb im Kraftstoffmarkt konsequenter zu überwachen und unfaire Preisentwicklungen wirksam zu unterbinden.

12-Uhr-Regel ändert Tankverhalten


Auch die seit April geltende Regelung, wonach Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen, hat kaum zu einer Preisdämpfung beigetragen. Das Bundeskartellamt verweist zwar auf eine höhere Transparenz, eine belastbare Bewertung soll jedoch erst nach einer längeren Beobachtungsphase erfolgen. Die offensichtliche Auswirkung der Maßnahme ist, dass Verbraucher jetzt möglichst vor der alltäglichen Erhöhung um 12 Uhr mittags tanken. Einen dauerhaft spürbaren Preiseffekt hatte es ansonsten nicht.

AvD Präsident Lutz Leif Linden: „Das Ende des Tankrabatts darf nicht zum Startschuss für die nächste Preiswelle werden. Die Bundesregierung muss jetzt sicherstellen, dass internationale Entspannung und sinkende Rohölpreise auch tatsächlich an den Zapfsäulen ankommen. Statt immer neuer Subventionen braucht Deutschland einen fairen, transparenten Kraftstoffmarkt, in dem Wettbewerb und nicht Krisengewinne den Preis bestimmen.“

Quelle: AvD

 


Veröffentlicht am: 19.06.2026

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