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Künstlerin Marita Vollborn verzichtet aus Protest auf US-Ausstellungen

Bronzeskulptur "ARES" ab Samstag auf der Biennale Chianciano 2026



Die deutsche Bildhauerin, Journalistin und Autorin Marita Vollborn () wird ihre Bronzeskulptur "ARES" ab dem kommenden Samstag, 15. August 2026, auf der 9. Chianciano Biennale in der Toskana zeigen. Gleichzeitig betont sie öffentlich, die Arbeit derzeit nicht in den USA ausstellen zu wollen.

Vollborn, 1965 in Erfurt in der damaligen DDR geboren, begründet ihre Entscheidung mit der Erosion institutioneller Checks and Balances und der Sorge um die Bedingungen für kritischen Diskurs.

"Das amerikanische Volk hat seinen Präsidenten demokratisch gewählt. Diese Entscheidung ist zu respektieren", erklärt sie. "Was jedoch nicht akzeptiert werden darf, ist die Aushöhlung jener Gegengewichte, die verhindern, dass Macht ohne Begrenzung agiert - besonders in der Außenpolitik." Sie verweist auf Großmacht-Rhetorik und die beiläufige Erwägung militärischer Optionen gegen souveräne Territorien. Kriege und Kriegsdrohungen seien ein No-Go.

Ihre Zurückhaltung sei kein Boykott aus Feindseligkeit, sondern eine bewusste Entscheidung aus Prinzip: Kunst dürfe problematische Entwicklungen nicht schönreden.

"ARES", 2015 entstanden und in limitierter Bronze-Edition gegossen, trägt den Namen des griechischen Kriegsgottes. Die Skulptur (ca. 34 × 29 × 30 cm) stellt keine idealisierte Figur dar, sondern die ungezügelte, blutrünstige Kraft von Militarismus, Gewalt und Profitgier. Sie gehört zum Projekt " Sinn und Scherben (https://sense-and-sherds.com) ", in dem Vollborn seit 2010 rund 50 Ton- und Bronzearbeiten zu menschlichen Ambivalenzen geschaffen hat.

"Kunst muss unbequeme Wahrheiten benennen", sagt die Künstlerin. "ARES ist meine Antwort auf eine Welt, die weiterhin von Krieg und Gier geprägt ist."

Vom 15. bis 29. August 2026 ist die Arbeit im Rahmen der Chianciano Biennale (https://biennalechianciano.org/en/) im Chianciano Art Museum und in den Galerien der historischen Altstadt zu sehen. Etwa 300 internationale Künstlerinnen und Künstler nehmen an der renommierten Ausstellung teil. Vollborn freut sich ausdrücklich, wenn amerikanische Besucherinnen und Besucher die Skulptur dort erleben: nicht als Anklage gegen eine Nation, sondern als Spiegel menschlicher Gewaltfähigkeit und der Strukturen, die davon profitieren.

Marita Vollborns Plastiken sind auch auf Saatchi Art und Singulart zu finden.

 


Veröffentlicht am: 12.08.2026

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