
Die Zusatzbeiträge der deutschen gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2026 sind jetzt bekannt. Und sie sind bei vielen Kassen wieder einmal deutlich gestiegen – ganz anders als von Gesundheitsministerin Nina Warken versprochen.
Seit Wochen ist klar, dass die vollmundigen Ankündigungen der Gesundheitsministerin von stabilen Beiträgen Makulatur sein würden. Um den Chef der Techniker Krankenkasse Dr. Jens Baas zu zitieren: „Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der ja bei 2,9 stabil sein sollte, hat die 3-Prozent-Markt bereits jetzt überschritten. Das ist das Ärgerliche an der Realität: Man kann sie leugnen, aber sie wird dadurch nicht verändert. Nun habe ich keine hellseherischen Fähigkeiten, aber ich kann rechnen!“
30 Millionen Versicherte von Erhöhungen betroffen
„Wer wie Jens Baas rechnen kann und die Realitäten der Branche kennt, dem war diese Entwicklung absolut klar“, kommentiert Thomas Adolph, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de. „Schade, dass von unserer Gesundheitsministerin Nina Warken Hoffnungen geweckt wurden, die nun bei mehr als 30 Millionen Versicherten zerplatzt sind – so viele sind nämlich von Beitragserhöhungen betroffen. Dies zerstört das Vertrauen in die Sozialsysteme und die Politik noch weiter und war absolut unnötig!“
Schon die große Erhöhungswelle im Januar 2025 hatte gezeigt, dass die Prognosen des sogenannten Schätzerkreises des Bundesgesundheitsministeriums das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Und dann haben nochmal 20 von 93 Krankenkassen (ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, die ein Sonderfall ist) ihre Beiträge zusätzlich auch noch unterjährig erhöht. Der Schätzerkreis hatte dann im Oktober seine Prognose für 2026 auf etwa das zu diesem Zeitpunkt tatsächlich vorliegende Niveau angehoben – aber leider den weiteren Finanzbedarf durch steigende Kosten und die Notwendigkeit der Reserveauffüllung nicht ausreichend berücksichtigt. „So zeigt sich in diesen Tagen deutlich: Lediglich eine einzige Kasse verlangt genau die geschätzten 2,9 Prozent als Zusatzbeitrag, 71 Krankenkassen aber teils deutlich mehr – nämlich bis zu 4,39 Prozent!“, weiß Thomas Adolph.
Die Analysen des Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de zeigen, dass gerade einmal 20 der ab Januar diesen Jahres noch 92 Gesetzlichen Krankenkassen (nach Fusion der BKK Rieker.RICOSTA.Weisser auf die SBK Siemens-BKK und ohne Landwirtschaftliche Sozialversicherung) unter dem berechneten Wert liegen. Günstiger wurde es bei nur 2 Kassen, teurer aber bei 44 gesetzlichen Krankenkassen.
Deshalb hier noch einmal die Fakten: Ab Januar 2026 gibt es in Deutschland 92 Gesetzliche Krankenkassen ohne die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Von diesen 92 Kassen haben
- 44 Krankenkassen ihre Beiträge erhöht,
- 46 Krankenkassen ihren Beitrag unverändert gehalten, wobei einige davon in den letzten Monaten bereits erhöht haben,
- 2 Krankenkassen ihren Beitrag gesenkt.
Dabei haben
- 21 Krankenkassen um maximal 0,4-Prozent-Punkte erhöht, was der Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags entspricht.
- 21 Krankenkassen über 0,4 bis maximal einen Prozentpunkt erhöht.
- nur 2 Kassen um mehr als einen Prozentpunkt erhöht, was erheblich weniger GKKs sind, als letztes Jahr.
Den höchsten Beitrag zahlt man nun bei der BKK24 mit 4,39 Prozent Zusatzbeitrag, den geringsten bei der bundesweit geöffneten BKK firmus mit 2,18 Prozent Zusatzbeitrag.
Gesetzliche Krankenkassen 2026
Wieder einmal teurer als angekündigt
Veröffentlicht am: 03.01.2026
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