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Der Abarth 595 C Competizione

... einer für den besonderen Geschmack



(Dennis Gauert, Autoren-Union Mobilität) „Schreie der Sehnsucht aus Turiner Trompeten hallen durch die Hügel der Toscana. Aus dem gedeckten Grün der unendlichen Weinberge schrillt ein knalliges Rot hervor.

Um jede Biegung schießt der Ersehnte seiner Liebsten einen Schritt näher, jede Anhöhe nimmt der Ragazzo mit vollem Schwung.“ So in etwa können sich Abarth-Fans ihre Zukunft nach dem Kauf eines 595 Competizione Cabriolets vorstellen. Liebesdramen à la Patty Pravo lassen sich im 180 PS starken 500er-Cabrio leicht erzeugen. Und die Nachbarn sind dank Klappenauspuff namens Record Monza live dabei, wenn Romeo oder Julia zum heimischen Hügel reiten.

Die lauteste Stimme in der Straße gehört dem 595 C Competizione. Der 1,4-Liter-Benziner unter der Stupsnase wird von einem Garret-Turbolader unter Druck gesetzt, der mit gieriger Drehfreude begeistert. Ein mechanisches Sperrdifferential an der Vorderachse regelt unterdessen die Traktion. So sind 6,7 Sekunden die Zeit, nach der die magische Tempogrenze von 100 km/h gesprengt wird. Danach bleibt es spannend: Bis zu 225 km/h kitzelt der kleine Kampfzwerg aus fünf Gängen – gefühlt sind es eher 280 km/h. Wenn das nicht der Sportwagen für Klimaschützer ist...



Sein wildes Charisma hat der Abarth vor allem seinem Radstand von kurzen 2,30 Metern und seinem Gewicht von 1165 Kilogramm (Cabriolet) zu verdanken. Die Lenkübersetzung fällt etwas länger aus, um den kleinen Wilden zu beruhigen. Die servounterstützte Zahnstangenlenkung fühlt sich heimisch an und bietet gutes Feedback. So fährt sich der Abarth schon im Stadtverkehr leichtfüßig und ehrlich. Für Stabilität sorgt ein sehr gut abgestimmtes Sportfahrwerk, das auch die schnell gefahrene Autobahn eindrucksvoll glattbügelt. Die abgesteppten Sportsitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt. Auch hinten finden Fahrer bis 1,80 Meter Körpergröße einen bequemen Sozius.

Doch bei Abarth stehen bekanntlich weniger Raumnutzung und Funktionalität als reiner Fahrspaß im Vordergrund. Das sowohl stufenlos als auch in zwei Stufen verstellbare Faltdach öffnet das Tor zu den Fanfaren im Heck. Wenn sich dann noch ab 60 km/h die Klappen der Abgasanlage öffnen, ist das Erlebnis mehr als ein Intermezzo. Soundfetischisten sollten am 595 C Competizione nicht ohne eine Probefahrt vorbeigehen. Hier wird schon bei niedrigen Geschwindigkeiten eine Oper aus der Record Monza angestimmt, die man bis vor die Tore Roms vernimmt. Wer seine Nachbarn behalten will, drückt aber besser nicht auf die Taste mit dem Skorpion, wenn er nach Hause kommt.

Potenz ist auch in Italien ein Thema. So wirkt das rote Rumpelstilzchen im Verkehr wie ein Nackter zwischen den Angezogenen. Rundum mit Skorpionen und 595-Schriftzügen verziert ist es nicht nur das Säuseln der Turbine durch die Endrohre, das die örtlichen Ampelcowboys auf den Plan ruft. Wenn man will, verlieren sie. Doch man will nicht. Denn der Effekt des Besonderen ist der Grund, einen Abarth zu kaufen. Das unverwechselbare Design und die Historie machen das 595 C Cabrio zum reinen Emotionskauf. Das sichert ihm auch einen guten Werterhalt, den er bei seinem Kaufpreis gebrauchen kann: Mit 33.100 Euro ist unser Testwagen gut – aber nicht voll – ausgestattet.

Mit Alcantara und Echtcarbon, sowie einer Zwölf-Uhr-Markierung auf dem Lenkrad legt sich der Abarth mit den Großen an. Mit stetigem Schub, der in jedem Gang in einem Klimax gipfelt, prügelt sich der Competizione die Straßen hoch. Das Fahrwerk gleicht gekonnt aus, die Rollneigung ist – genau wie am Volant erwartet – sportlich gehalten. Die Bremsen sind kräftig und standhaft. Mit sportlichem Druckpunkt am Pedal versehen, muss auch das ABS nicht gleich einspringen. Doch die Bereifung schafft es nicht, das ESP aus dem Antrieb fernzuhalten. Mit durchschnittlichen Michelin-Sportreifen lassen sich 250 Newtonmeter nicht zielgenau platzieren. So kommt es, dass das nicht abschaltbare Stabilitätsprogramm häufig dazwischen funkt. Diese Eigenart ist es auch, die einen 500er-Abarth von einem Sportwagen trennt und – im Umkehrschluss – viele Abarth-Liebhaber aus den Vorgärten der Landbewohner fernhält.

Auf der Autobahn gibt sich der 595 C Competizione unerwartet solide. Auch bei Höchstgeschwindigkeit treten keine Pfeifgeräusche oder Ähnliches auf. Trotz Fünf-Gang-Getriebe bleibt der Abarth bei 120 km/h noch im unteren Drehzahlband. Das Fahrwerk bügelt währenddessen den Radstand sauber weg. Wer hier noch den Tempomat mitbestellt und die Finger von den weiteren Sportoptionen lässt, kann mit dem Abarth getrost pendeln oder gleich durch den Meran nach Italien hinein fahren. Ein Verbrauch von acht bis zehn Litern sollte eingeplant werden – ebenso wie die Extra-Tankstopps, die ein Tankvolumen von 35 Litern erfordert.

Doch was tut man nicht alles für etwas, das man liebt? Man könnte zum Beispiel 33.000 Euro ausgeben und eine billige Kunststofflandschaft gemixt mit hochwertigen Materialien und Ledersitzen bekommen. Oder ein Ordnungsgeld wegen Ruhestörung. Oder eine zerwuselte Haarfrisur. Und das will man auch, wenn man ein Abarth-Cabrio kauft. Live-Musik kann man an Regentagen immer noch über das Beats-Audio-System genießen. Am besten dort, wo der Schrei der Sehnsucht aus den vier Turiner Trompeten gerade nicht erwünscht ist.



Fazit: Der Abarth macht in vielen Disziplinen eine gute, auf Seiten der Emotion eine hervorragende Figur – besonders als Cabriolet. Zwar ist seine Basis ein eher günstig produzierter Kleinstwagen von 2007, doch Abarth weiß das mit strammen Fahrleistungen, Liebe zum Detail und unnachahmlichem Charakter zu umspielen. Der Motor und die Abgasanlage richten indes einen unerreichten Leckerbissen für den besonderen Geschmack an. Das Filetstück muss man sich aber auch etwas kosten lassen.

Fotos: Autoren-Union Mobilität/Dennis Gauert

 


Veröffentlicht am: 10.10.2021

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