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Zusammengehörigkeit ist das Wichtigste

Thelma Buabeng im Interview zum Deutschen Jazzpreis 2026



Die Schauspielerin und Moderatorin Thelma Buabeng führt 2026 erstmals die Preisverleihung des Deutschen Jazzpreises durch. Gemeinsam mit Götz Bühler begleitet sie einen Abend, der zeitgenössischen Jazz in seiner Vielfalt sichtbar macht und internationale Perspektiven zusammenbringt. 

In ihrer Arbeit beschäftigt sich Buabeng intensiv mit Fragen von Repräsentation und gesellschaftlicher Teilhabe. Diese Perspektive bringt sie auch in die Moderation des Deutschen Jazzpreises ein. Im Gespräch spricht sie über Vorbereitung, Haltung und die besondere Dynamik eines solchen Abends.

Sie moderieren in diesem Jahr erstmals den Deutschen Jazzpreis. Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?
Thelma Buabeng:
Mich fasziniert der Ursprung von Jazz, basierend auf dem Stilmittel Call and Response, das in der afroamerikanischen Kultur entstanden ist – damals noch als Klage oder eine Form von Motivation und vor allem als Ausdruck von Zusammengehörigkeit. Jazz ist heute viel komplexer und die „Responses“ sind sozusagen viel individueller, und trotzdem geht es am Ende doch ums gemeinsame Erleben. Den Gedanken finde ich sehr schön. Zusammengehörigkeit ist in diesen Zeiten das Wichtigste.

Sie beschäftigen sich in Ihrer Arbeit viel mit Sichtbarkeit und Repräsentation. Wie beeinflusst das Ihre Art zu moderieren, gerade bei einem Abend wie diesem?
Thelma Buabeng:
Absolut richtig, mir ist Repräsentation sehr wichtig, und ich finde, der Deutsche Jazzpreis macht das schon seit Jahren richtig, angefangen damit, dass auch in den letzten Jahren beim Moderationsteam auf Diversität geachtet wurde. Dieses Jahr freue ich mich sehr darauf, das Vergnügen mit Götz haben zu dürfen. Wenn man sich die 22 Nominierten anschaut, spiegeln auch sie wider, was Jazz ausmacht, nämlich internationale Vielfalt. Mission accomplished!

Moderation wirkt oft wie eine neutrale Rolle. Wie viel Gestaltung steckt für Sie tatsächlich darin?
Thelma Buabeng:
Neutrale Rolle verstehe ich so, dass man sich selbstverständlich nicht zum Mittelpunkt des Geschehens macht und ganz im Gegenteil dazu dient, den Künstler:innen die Bühne zu bereiten. Aber in der Gestaltung geht es darum, so gut vorbereitet zu sein, als wäre man doch der Hauptakteur. Wir müssen, falls etwas schiefgeht, schnell reagieren können und gegebenenfalls improvisieren – und das im besten Fall unbemerkt.

Wie bereiten Sie sich auf Gespräche in einem solchen Rahmen vor?
Thelma Buabeng:
In der Vorbereitung beschäftige ich mich mit den Künstler*innen, ihrer Musik, ihrem Background und allem, was man so herausfinden kann. Das ist immer sehr spannend und für mich sehr inspirierend. Aber viel wichtiger ist es mir, mit den Künstler*innen im Moment zu sein und die aufregenden Momente zu genießen oder gemeinsam aufgeregt zu sein. An einem solchen Abend mit 22 Kategorien wird es mir wichtig sein, dass die Künstler*innen alle – trotz wenig Zeit – sichtbar sind und gefeiert werden.

Sie bewegen sich zwischen unterschiedlichen Rollen: Schauspiel, Moderation, Schreiben. Verändert das Ihren Blick darauf, wie Gespräche geführt werden?
Thelma Buabeng:
Da ich selbst schon des Öfteren auf der anderen Seite stand, weiß ich genau, wie es sich anfühlt, Künstlerin zu sein und nicht die Moderatorin. Das hilft mir natürlich auch in meiner Vorbereitung und in meinem Umgang mit Künstler*innen. Ich gebe mein Bestes, den Abend so zu gestalten, wie ich ihn gerne erleben würde.

Was interessiert Sie persönlich an der Jazzszene – vielleicht auch aus einer Perspektive, die nicht aus der Musik selbst kommt?
Thelma Buabeng:
Als schwarze Frau interessiert mich vor allem die Geschichte meiner Leute. Welche Bedeutung Jazz für Schwarze Menschen in seinen Anfängen hatte, als es mehr um eine Form notwendiger Kommunikation ging und somit zugleich Ausdruck Schwarzer Kultur war.

Was kann ein Abend wie der Deutsche Jazzpreis für ein Publikum öffnen, auch über die Musik hinaus?
Thelma Buabeng:
An diesem Abend werden Menschen aus den verschiedensten Ländern mit unterschiedlichsten Backgrounds zusammenkommen, um ihre gemeinsame Liebe für eine Sache zu feiern: Jazz.
Es ist so wichtig, dass wir trotz der schmerzlichen Weltlage immer wieder versuchen, uns darauf zu fokussieren, was uns miteinander verbindet. Ein solcher Abend ist ein Beweis dafür, dass es gar nicht so schwer ist.


Copyright: Kimi Palme

 


Veröffentlicht am: 11.04.2026

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