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Einer für fast alle

... der Peugeot 3008 Hybrid 225



(Michael Kirchberger, Autoren-Union Mobilität) Gleiche Basis, zwei Gesichter. Der Peugeot 3008 ist der zweieiige Zwillingsbruder des Opel Grandland, wie diesen gibt es auch ihn als Plug-in-Hybrid. Das steht entweder als frontgetriebenes SUV bereit, oder bekommt mit einem zweiten E-Motor einen Allradantrieb.

Das bringt nicht nur Traktionsgewinn auf glatter Fahrbahn, auch das Gewicht klettert nochmal um einige Kilogramm nach oben. Wegen der in beiden Versionen gleichgroßen Batterie ist der 3008 Hybrid ohnehin kein Leichtgewicht, bei einer Leermasse von rund 1975 Kilogramm bleiben gerade mal etwas mehr als acht Zentner Zuladung. Für ein Sports Utility Vehicle ist das echt wenig.

Weniger Zurückhaltung gilt für den Preis, 44.000 Euro kostet die Basisversion, der GT mit großen Leichtmetallrädern und schickem schwarzlackierten Dach will mit 47.00 Euro bezahlt werden. Im vergangenen Jahr hat der Peugeot eine optische Auffrischung erhalten. Vor allem die Frontpartie wurde gestrafft, der Chromrahmen um den Kühlergrill ist verschwunden, wie immer soll damit die Breite betont werden. LED-Scheinwerfer flankieren ihn, Matrix-Technik ist nicht im Angebot, wohl aber ein Fernlichtassistent. Tailliert sind die Seiten, der ausgeprägte Türschweller unterstützt diesen Eindruck, Stoßleisten tun nicht nur der Optik gut. Das Heck wirkt eher beliebig, die beiden Auspuffendrohre unter der Schürze sollen kraftvoll wirken, sind allerdings ohne Funktion. Die Abgase des Benzinmotors entweichen kurz vor dem hinteren Stoßfänger Richtung Boden.

Die Heckklappe öffnet elektrisch per Tastendruck auf dem Funkschlüssel oder gestengesteuert, die Ladekante ist niedrig, das Kofferraumvolumen auch. 395 Liter passen hinter die Rückbank, davon ist allerdings die etwa 24 Liter große Tasche für das Ladekabel noch abzuziehen. Bis zu den Rückenlehnen der Vordersitze passen 1357 Liter in den Kofferraum des Hybriden, fast 150 Liter weniger als bei den Versionen mit reinem Verbrennungsmotor. Der Akku im Heck verschlingt eben Stauraum. Davon gibt es jedoch im weiteren Innenraum reichlich. Ob Mittelkonsole oder Handschuhfach und Türtaschen, alles ist großzügig bemessen, einzig für das Smartphone findet sich kein angemessener Platz, auch induktives Laden ist bei der von uns gefahrenen Ausstattungsversion nicht möglich.

Der Sitzkomfort vorne begeistert jedoch, mittlerweile gibt es auch bei Peugeot zertifizierte und ergonomisch korrekt gestaltete Sitze, die der Berufskrankheit Rückenschmerzen bei Vielfahrern vorbeugen. Weniger angenehm ist die Mitfahrt auf der asymmetrisch umklappbaren Rückbank. Wenn zwei Passagiere Platz nehmen, gehen Ellbogen- und Kopffreiheit in Ordnung, auch für die Knie bleibt noch halbwegs akzeptabler Raum. Schlecht sieht es dagegen für die Füße aus. Wenn die Vorderleute ihre Sitze in der niedrigst möglichen Höheneinstellungen verweilen lassen, kommen sie kaum unter den Sitzen unter.

Aber mit dem i-Cockpit der Franzosen konnten wir uns anfreunden. Farbenfroh und in vorgegaukelter Dreidimensionalität werden die Daten und Informationen übermittelt. Der Blick auf das in verschiedenen Konfigurationen programmierbare Display gelingt hier dank des nicht nur unten, sondern auch oben abgeflachten Minivolants gut, sein Lederkranz liegt gut in der Hand, die Multifunktionselemente sind angemessen positioniert und erleichtern die Bedienung. Sonst gilt es, sich durch die Menüs des Infotainments zu hangeln. Immerhin sorgen die Direktwahltasten unter dem Monitor für beschleunigende Erleichterung.

Der 1,6-Liter Vierzylinderbenziner ist kräftig aufgeladen und bringt es als Solist auf stattliche 181 PS. 81 kW (110 PS) steuert der elektrische Counterpart bei, dennoch verharrt die Systemleistung unter dem rechnerischen Wert bei 225 PS. Das klingt nach viel, spornt aber allenfalls im City-Betrieb zu kurzen und vehementen Ampelstarts an. Auf der Landstraße, wenn ein flinker Überholspurt geplant ist, muss mit der Besinnlichkeitssekunde der Maschine gerechnet werden. Erst nach einer kurzen Atempause holt der Vierzylinder genügend Luft, um voranzukommen. Zwar greift die E-Maschine helfend ein, lässt sich damit aber ebenfalls etwas Zeit, was bisweilen Zweifel an der Durchzugskraft aufkommen lässt. Daran ändert auch die meist zuverlässig über den passenden Gang entscheidende achtstufige Automatik nichts. Immerhin sprechen die Fahrleistungen für den 3008 Hybrid, in 8,7 Sekunden sprintet er von 0 auf 100 km/h, 225 km/h Spitzentempo ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Wer den Hybridantriebsstrang über den Fahrmodusschalter zum rein elektrischen Betrieb zwingt, muss sich mit maximal 135 km/h begnügen. Und das nur für sehr kurze Zeit. Denn niedrige Wintertemperaturen schränkten die elektrische Reichweite von theoretisch 59 Kilometern ohnehin ein, wir kamen im Batteriebetrieb nicht weiter als 40 Kilometer. Wie immer ist daher auch die WLTP-Verbrauchsangabe Augenwischerei. 1,5 Liter Benzin verbraucht der 3008 Hybrid nach dieser Bemessungsvorlage, bei der die eingesetzte elektrische Energie nicht berücksichtigt wird. Im Praxisbetrieb verlangte der Hybrid-Peugeot 3,1 Liter für die 100 Kilometer-Distanz (für die ersten 100 Kilometer), ist die Batterie leer, steigt der Verbrauch von fossilem Brennstoff selbst bei gemäßigter Fahrweise auf mehr als sieben Liter. Wer keine eigene Ladestation in der heimischen Garage hat, wird trotz der Kraft zweier Herzen nicht viel Freude am 3008 Hybrid haben.

Unterwegs zeigt sich das welsche SUV von der entspannten Seite. Neben den anständigen und völlig ausreichenden Fahrleistungen fallen die eher stramme Federung und die schaumgebremste Freude an Kurvenfahrten auf. Das steht im Widerspruch, bei der ausgeprägten Sanftheit der möglichen Querbeschleunigung würden wir eine komfortablere Abstimmung des Fahrwerks begrüßen. So schlagen in der Tat zwei Herzen in der Brust des Peugeot. Ein bissl sportlich will er sein, aber auch wirtschaftlich und ebenso umweltverträglich wie vielseitig. Sogar 1250 Kilogramm darf er auf den Haken nehmen, 50 mehr als sein Partner aus Rüsselsheim. Ob ihn das zum wirklich attraktiven Partner für alle Lebenslagen macht, liegt im Auge des Betrachters.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Michael Kirchberger

 


Veröffentlicht am: 18.01.2022

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