
Medea ist eine faszinierende mythologische Figur, bewegen sich die Lesarten und Interpretationen dieser Frauengestalt doch zwischen vernichtender und mordender Hexe und gedemütigter, emanzipierter und kämpferischer Ehefrau und Mutter.
Auf jeden Fall gilt sie als tragische Figur, deren psychische Verfassung geprägt ist vom Widerstreit unterschiedlicher Gefühle. Der Konflikt zwischen weiblicher Selbstbestimmung und Ausgrenzung als Zugewanderte macht Medea zur Projektionsfläche patriarchaler Machtansprüche.
Welchen Zugang finden die Künstlerinnen und Künstler zweier wortloser Genres – Ballett und Bildende Kunst –, die auf Symbolisierung und kreative Gestaltung spezialisiert sind? Die Choreografie des Ballettdirektors Michal Sedláček verbindet sich mit den Kostümen der Modedesignerin Olo Krizová. Inspiriert von Dramaturgie und Inszenierung der Oper haben sich fünf bildende Künstlerinnen und Künstler auf Einladung des Halleschen Kunstvereins e.V. auf den Weg gemacht, ihre Ideen für die Ausstellung im Operncafé umzusetzen.
Für ein 2025 veröffentlichtes Buchprojekt hat die Künstlerin Beate Eismann „26 SAURO(SYN)THESEN“ entwickelt mit dem Anspruch, wissenschaftliche Fragen mit künstlerischen Mitteln zu diskutieren. Begleitend entstanden seltsam anmutende, etwa handgroße Objekte, die u.a. durch die Verwendung von Edelsteinen die ursprüngliche Profession der Schmuckkünstlerin nicht verleugnen. Im historischen Kupferstichkabinett im Hauptgebäude der Universität wird diese Objektkunst zum ersten Mal gezeigt.
Gezeigt werden Kunstwerken von
- Gabriel Machemer
- Rebekka Rauschhardt
- Ondine Frochaux
- Martin Nielebock
- Matilda Starke
Hallescher Kunstverein e. V.
Ausstellungsort: Opernhaus Halle / Operncafé / Universitätsring 24, 06108 Halle (Saale)
geöffnet vor und während der Vorstellungen des Opernhauses
kontakt@hallescher-kunstverein.de
https://www.hallescher-kunstverein.de
Bild: Rebekka Rauschhardt: Medeas Tochter, Eriopis, 2025, Acryl und Öl auf Leinwand, 130 x 140 cm,
Foto: Rebekka Rauschhardt // © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Rebekka Rauschhardt
MEDEA
Fünf bildende Künstlerinnen und Künstler lassen sich vom Ballett „Medea“ inspirieren - im Halleschen Kunstverein
Veröffentlicht am: 25.03.2026
Ausdrucken: Artikel drucken
Lesenzeichen: Lesezeichen speichern
Feedback: Mit uns Kontakt aufnehmen
Twitter: Folge uns auf Twitter
Facebook: Teile diesen Beitrag auf Facebook
Hoch: Hoch zum Seitenanfang




