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Saudi-Arabien kann man nicht beschreiben. Man muss es erleben

Interview mit der Meeresbiologin Dr. Susann Roßbach über ihr Leben und ihre Arbeit in Saudi-Arabien



Bei internationalen Meeresbiologen ist Saudi-Arabien ein beliebtes Reiseziel, wurde doch bisher im Roten Meer recht wenig geforscht. Auch die Wissenschaftlerin Dr. Susann Roßbach wohnt seit 2016 in Saudi-Arabien.

Ihre bisherigen Forschungsprojekte befassten sich mit der Ökologie von Riesenmuscheln im saudi-arabischen Roten Meer. Seit Anfang 2021 ist sie als Meeresbiologin bei Red Sea Global tätig, dem Unternehmen hinter den nachhaltigen Destinationen The Red Sea und Amaala. Bei ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf die Bewertung der Wasserqualität sowie die Kohlenstoffbindung in Mangrovenwäldern und Seegraswiesen.

Frau Dr. Roßbach, Sie kommen aus Neuruppin, mitten in Brandenburg. Wie kamen Sie auf die Idee, Meeresbiologin zu werden?
Dr. Susann Roßbach:
Natur und Wissenschaft faszinieren mich im Grunde seit ich denken kann. Mit 15 Jahren begann ich mit dem Tauchen und wusste schnell – ich will Meeresbiologin werden. Und das bin ich dann auch geworden.

Heute leben und arbeiten Sie in Saudi-Arabien. Wie kam es dazu?
Dr. Susann Roßbach:
Ich hatte die Möglichkeit, nach meinem Masterabschluss als Praktikantin für ein sechsmonatiges Forschungsprojekt an die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) in Thuwal zu gehen. Da ich einige deutsche Meeresbiologen kannte, die selbst an der KAUST waren, war die Entscheidung, nach Saudi-Arabien zu gehen, für mich gar nicht so ungewöhnlich. Außerdem haben mich meine Freunde und meine Familie sehr unterstützt.

Und dann sind Sie einfach dortgeblieben.
Dr. Susann Roßbach:
Ganz genau. Ich beschloss, dort zu bleiben, um an der KAUST in Meereswissenschaften zu promovieren und nahm danach den Job bei Red Sea Global an.

Was reizt Sie an der Arbeit bei Red Sea Global?
Dr. Susann Roßbach:
Tatsächlich sind es mehrere, sehr unterschiedliche Faktoren, die mir hier bei Red Sea Global gefallen. Da ist zum einen das Team, das zu rund 50 Prozent aus internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen besteht, ich bin hier die einzige Deutsche. Die andere Hälfte sind Saudis. Außerdem ist rund die Hälfte der Belegschaft weiblich. Aber auch die Arbeit macht mir Spaß. Sie unterscheidet sich sehr von anderen Meeresschutzprojekten. Wir arbeiten in einem multidisziplinären Team, was die Sache interessant macht, und natürlich ist das Projekt selbst sehr spannend.

Inwiefern?
Dr. Susann Roßbach:
Mich fasziniert der bahnbrechende Charakter unserer Arbeit. Wir verwenden neueste Methoden und Technologien für die Überwachung des Meeres. Die starke Einbeziehung von Wissenschaftlern in die Entscheidungsfindung ist wirklich außergewöhnlich. Uns wird zugehört, wenn wir sagen, dass eine Insel nicht bebaut, sondern der Natur überlassen werden sollte. Hier passieren so viele Dinge gleichzeitig: Wir erforschen Methoden zur Kohlenstoffbindung, zum Schutz von Korallen, Mangroven und Seegras, wir überprüfen die Auswirkungen vom Einsatz verbrennungsfreier Bootsmotoren, der Nutzung von Elektrofahrzeugen und vieles mehr. Unsere Arbeit hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir über den Tourismus auf der ganzen Welt denken, zu verändern.

Und was fasziniert Sie am Land Saudi-Arabien?
Dr. Susann Roßbach:
Ich lebe jetzt seit sieben Jahren hier und kann es trotzdem kaum beschreiben. Man muss das Land selbst erleben, es ist nicht vergleichbar mit anderen arabischen Ländern. Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Saudi-Arabien lediglich aus Wüste besteht. Dabei ist es ein unglaublich reiches Land was Natur und verschiedene Landschaften angeht. In wenigen Minuten ist man vom Meer über Wüstenebenen in den Bergen und grünen Wadis.

Fühlen Sie sich mittlerweile hier zu Hause?
Dr. Susann Roßbach:
Ja, das auf jeden Fall. Auch wenn ich zugeben muss, dass meine Arabischkenntnisse noch ausbaufähig sind. Ich spreche gerade gut genug, um mich mit unseren Schiffskapitänen zu verständigen und Smalltalk zu führen. Trotzdem fühle ich mich hier sehr wohl. Ich war selten in einem Land und an einem Ort, an dem ich mich als Fremder so willkommen fühlte. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der saudischen Bevölkerung beeindrucken mich immer wieder.

Brandenburg ist zwar keine besonders kalte Region, aber auch nicht so warm wie Saudi-Arabien. Wie vertragen Sie die Temperaturen vor Ort?
Dr. Susann Roßbach:
Ach, an das Klima habe ich mich längst gewöhnt. Die Sommer sind zwar heiß, aber hier an der Küste herrscht ein trockenes Klima, das ist angenehmer als die oft schwüle Hitze in Deutschland. Außerdem bin ich ja leidenschaftliche Taucherin und daher auch in meiner Freizeit oft auf und unter dem Wasser. Und – das wissen viele gar nicht – Herbst und Winter sind in Saudi-Arabien einfach fantastische Jahreszeiten. Ein saudischer Winter ist im Grunde wie der schönste deutsche Sommertag – und das konstant über mehrere Monate.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Bleiben Sie Read Sea Global erhalten?
Dr. Susann Roßbach:
Auf jeden Fall! Ich freue mich darauf, weiterhin einen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der marinen Lebensräume zu leisten und sicherzustellen, dass alle Taucher, die nach Saudi-Arabien kommen – sei es um zu arbeiten oder um Urlaub zu machen – die Unterwasserwelt auf umweltfreundliche Weise genießen können. Ich hoffe sehr, dass ich mein Wissen und meine Liebe zu den Meeres-Wissenschaften mit vielen Menschen teilen kann. Über die sozialen Medien kann ich glücklicherweise Einheimische, die nicht in der Nähe des Meeres leben, und Besucher aus anderen Ländern zumindest virtuell unter Wasser bringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man schützt, was man liebt, aber nur lieben kann, was man kennt. Deswegen ist es so wichtig, das Bewusstsein zu schärfen und die Schönheit des Meeres mit anderen zu teilen.

Fotos: © Red Sea Global

 


Veröffentlicht am: 19.09.2023

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