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Musik, die Welten verbindet: FUTURE NOW Musical Diaries

Young Euro Classic lädt zum vierten Festival im Festival



Mit seinem Festival im Festival blickt Young Euro Classic unter dem Titel FUTURE NOW Musical Diaries erneut über den Tellerrand europäischer Orchestertradition hinaus. 

An den Festivalwochenenden ermöglichen Ensembles aus Tadschikistan, Vietnam, Marokko und Argentinien sowie das internationale FUTURE NOW-Ensemble &ñịoن neue Hörerlebnisse (01./02.08, 08.08. & 15./16.08). Die fünf Konzerte laden jeweils um 16:30 Uhr im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses Berlin zu einer Reise durch Kulturen und Genres ein. So entstehen im übertragenen Sinne musikalische Tagebucheinträge, die mit Neugier, Offenheit und gemeinsamen Klängen gefüllt werden.

Zu Beginn von FUTURE NOW Musical Diaries kommt das Publikum am 1. August in den Genuss tadschikischer Musiktraditionen. Das Ensemble MOHIRON – dessen Name „mit Exzellenz und Begabung spielen“ bedeutet – kombiniert dabei Melodien Tadschikistans mit den Werken internationaler Komponisten, beispielsweise von Antonio Vivaldi oder Zequinha de Abreu. MOHIRONs Mix aus zentralasiatischem Kulturerbe und zeitgenössischen Ausdrucksformen ertönt auf traditionellen und modernen Instrumenten. So macht das Ensemble das Zusammenspiel der Schalenhalslauten Rubab und Dumra mit Flötenklängen der Ney oder Streichlauten der Ghichak sowie dem E-Bass zu einem seltenen Erlebnis für das Berliner Publikum.

Am 2. August verschmelzen unter dem Titel „Lách Tách“ Elektro-Sounds mit traditioneller Musik Vietnams. Die vietnamesische Komponistin und Performerin Lương Huệ Trinh begibt sich mit ihren vielschichtigen Klanglandschaften aus traditionellen und elektronischen Sounds sowie Geräuschen des Alltags auf eine Reise durch Erinnerungen. Auf dieser Reise zwischen Realität und Illusion begleitet sie die vietnamesische Sängerin Vũ Thị Thùy Linh, eine Virtuosin der alten Melodien von Ả Đào. Diese jahrtausendealte Musikform aus Nordvietnam verbindet Poesie und Musik mit hochentwickelten Gesangstechniken und einem äußerst komplexen Tonsystem, begleitet von Phách (Klanghölzern) und Trống chầu (Trommel). Hier treffen zwei Künstlerinnen mit unterschiedlichen Ansätzen aufeinander und schaffen hörbare Zeitsprünge verbunden durch den gemeinsamen Raum. Am Ende des Konzerts begegnen Lương Huệ Trinh und Vũ Thị Thùy Linh zwei Musiker:innen des Orchestre National des Jeunes du Luxembourg, das am Abend im Großen Saal des Konzerthaus Berlin auftritt. Bei diesem außergewöhnlichen Zusammenspiel treten die jungen Musiker:innen in einen musikalischen Dialog und verknüpfen eindrucksvoll die verschiedenen Musikstile des Festivals miteinander.

Aus Marokko ist das Ensemble JISR // جسر // BRÜCKE am 8. August zu Gast beim Festival im Festival. Fünf virtuose Musiker:innen unter Leitung von Mohcine Ramdan präsentieren Schätze der arabo-andalusischen Kammermusik, wobei andalusische Standards auf zeitgenössische Kompositionen treffen. Entstanden in einem gemeinsamen mediterranen Kulturraum steht die arabo-andalusische Musik exemplarisch für den kulturellen Austausch zwischen Europa und Nordafrika. Ihr Einfluss auf die Entwicklung europäischer Musik ist unverkennbar: die modalen Systeme, komplexe Rhythmik und ausgeprägte melodische Gestaltung haben die europäische Musiktheorie nachhaltig geprägt. Auch Instrumente wie die arabische Oud, Vorläuferin der Laute, haben die Klanglandschaft Europas stark beeinflusst. Das Konzert macht die Raffinesse dieser Musik erfahrbar und eröffnet einen differenzierten Blick auf die kulturellen Verflechtungen der europäischen Musikgeschichte.

Wie Kammermusik im Zeitalter der Digitalisierung klingen kann, verdeutlicht am 15. August das Konzert von ni-va, einem Ensemble aus Argentinien. Mit Laptop, Synthesizern und Sample-Techniken sowie selbst programmierten Klängen und Algorithmen erkunden die Musiker:innen digitale Sounds in Echtzeit. Ihre Live-Improvisationen kombinieren eine Vielzahl von Ansätzen elektroakustischer Musik, wie beispielsweise Akusmatik und musique concrète. Während des Konzerts erfindet das Ensemble kontinuierlich dichte Klangräume, in denen sich elektronische, aufgezeichnete und scheinbar vertraute Klänge ständig neu mischen. Dabei kommt es zu einer besonderen Begegnung: Stellan Veloce, ein:e in Deutschland lebende:r Cellist:in, deren Musik sich durch die warmen Klänge des Cellos in Kombination mit Elektro-Sounds auszeichnet, unterstützt das vierköpfige Ensemble bei seiner Performance. Der Klangfantasie sind bei diesem Konzert keine Grenzen gesetzt.

Zum Abschluss von FUTURE NOW Musical Diaries am 16. August kommt es zu einem einzigartigen Zusammenspiel: Für das Festival im Festival wurde das FUTURE NOW-Ensemble &ñịoن ins Leben gerufen. Die Berliner Musiker:innen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln widmen sich – angelehnt an Arnold Schönbergs Worten „Ich fühle Luft von anderen Planeten“ – der Frage nach Alternativen von vermeintlich fortschrittlichen Techno-Utopien. Dabei lenken sie den Fokus weg vom Weltraum und hierher, in den Alltag, in die unmittelbare Gegenwart. Urbane Klänge von Stimmen, Maschinen, Alltagsgegenständen oder Geräusche aus der Nachbarschaft verwandelt &ñịoن in eine auditive Fiktion, die zwischen Konzert, Hörspiel und szenischer Lesung zu verorten ist. Hatem Hamdy und Laris/Lara Bäucker gestalten ein Sprechtheater, Joaquín Macedo erzeugt mit Synthesizer, Blech und Glasmurmeln vielschichtige Klangfarben und Vinh Tran entlockt seiner Gitarre u.a. mit Violinbogen ungewohnte Töne. Déjà-entendu – das Gefühl, etwas bereits gehört zu haben – durchzieht das Konzert: das FUTURE NOW-Ensemble lädt dazu ein, die eigene Umgebung neu wahrzunehmen und zeigt, dass sich auch im Alltäglichen Einblicke in die Zukunft verbergen.

Programmübersicht Festival im Festival FUTURE NOW Musical Diaries

MOHIRON
(Tadschikistan)
Samstag, 1. August um 16.30 Uhr
Werner-Otto-Saal, Konzerthaus Berlin

Lách Tách (Vietnam)
Sonntag, 2. August um 16.30 Uhr
Werner-Otto-Saal, Konzerthaus Berlin

JISR // جسر // BRÜCKE
(Marokko)
Samstag, 8. August um 16.30 Uhr
Werner-Otto-Saal, Konzerthaus Berlin

ni-va & Stellan Veloce (Argentinien)
Samstag, 15. August um 16.30 Uhr
Werner-Otto-Saal, Konzerthaus Berlin

FUTURE NOW-Ensemble &ñịoن (international)
Sonntag, 16. August um 16.30 Uhr
Werner-Otto-Saal, Konzerthaus Berlin
Alle Infos unter: https://young-euro-classic.de/de/future-now



Hier spielt die Zukunft!

Young Euro Classic · Festival der besten Jugendorchester der Welt, 31. Juli bis 16. August 2026 im Konzerthaus Berlin

Alle Abendkonzerte beginnen um 19 Uhr, alle Konzerte von „FUTURE NOW“ um 16:30 Uhr. Zu ausgewählten Abendkonzerten finden Konzerteinführungen ab 18 Uhr im Werner-Otto-Saal statt.

Das ausführliche Festivalprogramm abrufbar unter: www.young-euro-classic.de

Preiskategorien 39 € / 27 € / 16 € (plus Vorverkaufsgebühr).

Berechtigte Personen erhalten für alle Preiskategorien 30 % Teilhabe- und Bildungsermäßigung. Details finden Sie auf unserer Webseite im Servicebereich. 

Tickets gibt es über die Young Euro Classic-Webseite, die Ticket-Hotline 

(+49 / (0)30 / 8410 8909, erreichbar Montag–Sonntag: 10–18 Uhr) und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Festival im Festival „FUTURE NOW“: alle Karten 18 €
Festival Pass für alle fünf „FUTURE NOW“-Konzerte: 70 €
Festival Pass für eine Auswahl von drei „FUTURE NOW“-Konzerten: 45 €
Karten für den „NEXT GENERATION Kindertag“: 8 € für Kinder, 10 € für Erwachsene

Foto: © MOHIRON

 


Veröffentlicht am: 10.07.2026

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